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Franz Roitner

Zitat aus China

"Schildkröten können dir mehr über den Weg erzählen als Hasen."

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Abschied vom Baskenland im Städtchen Pasaia

10Der letzte Tag meiner Kurzreise ins Baskenland geht zu Ende. In Pasaia, einem Dorf nahe der Stadt San Sebastián, liegt ein Museumsboot vor Anker. Das Fischerboot ist zur Gänze aus Holz gebaut und wurde für den Thunfischfang eingesetzt. Bei einer Führung durch das Boot erfahre ich viel über die Methoden des Fischfangs.

Mater Museoa in Pasaia Thunfisch Fangboot

Mit einem kleinen Taxiboot gelange ich an das andere Ufer der schmalen Bucht. Der Baustil der Häuser erinnert mich an den alpenländischen Stil.

Pasaia im Baskenland

Mit Blick auf das Meer genieße ich ein letztes Mal die gute baskische Küche. Fünf Tage im Baskenland, fünf Tage voller Abwechslung und Überraschungen. Hier zeigt Spanien ein vollkommen anderes Gesicht als die üblichen Bilder vom Strandurlaub.

Spanischer Schinken in Pasaia Meeresfrüchte im Baskenland

Die Umgebung von San Sebastián im Baskenland

Spanien im Juli, da denke ich zuerst an Sonne, Strand und Hitze. Für die meisten Teile des Landes trifft das auch sicherlich zu. An der Nordküste prägt der Atlantik das Wettergeschehen, das heißt, es gibt oft Wolken und kühles Wetter. Das Baskenland bereist man aber auch nicht wegen eines Strandurlaubs. Ein Grund hierher zu kommen ist zum Beispiel der Flysch Geopark.

Flysch Geopark

Ich sitze am Bug eines Ausflugsbootes, das mich die Küste entlang bringt. Hätte man mir bloß ein Bild der Küste gezeigt, hätte ich gewettet die Aufnahme wäre aus Schottland oder Irland. So staune ich über die fantastischen Felsformationen. Ich genieße die ruhige Bootsfahrt und lasse für ein paar Minuten “die Seele baumeln”.

Bootsfahrt im Baskenland Flysch Geopark Bootsfahrt

Meerluft macht bekanntlich hungrig und mein nächster Stopp ist ein typisches “cider house”. Hier wird Apfelmost produziert und natürlich auch getrunken. Die Räumlichkeiten erinnern mich an einen typisch österreichischen Heurigen. “Txotx” ruft ein Gast vom Nebentisch, alle Tischnachbarn erheben sich, nehmen ihr Glas und gehen in den Cider-Keller. Ein riesiges Holzfass steht neben dem anderen. Der erste Gast öffnet den Zapfhahn in der Höhe von etwa 1,80 Meter und in weitem Bogen schießt der Cider aus dem Fass ins Glas. Ohne den Hahn zu schließen füllt  jeder Gast sein Glas und trinkt genüsslich den vergorenen Apfelsaft. Nach einem Tratsch setzt man sich wieder zurück an den Tisch.

Cider House Cider Fass Baskenland

Zum Essen gibt es in allen Cider Häusern das gleiche Menü: Chorizo, Omelette mit Kabeljau, Kabeljau mit Paprika, Rindersteak und Käse als Dessert. Für das Menü und Cider (so viel man will) zahlt der Gast einen Pauschalpreis. Angeblich verbringen viele Basken einen ganzen Nachmittag in den Cider Häusern.

Cider Menü Baskenland Cider House Menü

2016 wurde San Sebastián zur Kulturhauptstadt Europas gekürt. Von einem Aussichtspunkt habe ich einen schönen Blick über die Stadt. Auffallend sind der breite, gut besuchte Sandstrand und die vielen Boote in der Bucht. Der Blick erinnert mich an Rio de Janeiro, obwohl oder vielleicht weil ich noch nie in Brasilien war.

San Sebastián in Spanien

Auf einen Strandbesuch habe ich keine Lust, obwohl die Temperaturen danach wären. Ich mache mich auf den Weg durch die Altstadt von San Sebastián. Im Gegensatz zu meinem Besuch in Bilbao vor wenigen Tagen ist viel los. Die Massen schieben sich durch die engen Gassen. Schöne Städte ziehen eben viele Menschen an. Trotzdem finde ich ruhige und beschauliche Plätze.

San Sebastián Altstadt San Sebastián Kulturhauptstadt

Wein und Genuss in der Rioja Alavesa im Baskenland

Seit 6500 Jahren wird im Salztal Salz gewonnen. Die Art und Weise der Herstellung ist etwas ganz besonderes. Vor rund 200 Millionen Jahren befand sich hier kein fester Boden, sondern Meerwasser. Das alte, aber saubere Meersalz gelangt im Grundwasser aufgelöst an die Erdoberfläche und wird hier dem Wasser abgerungen. Bei einer Führung durch die Salinas de Anaña probiere ich das Wasser. Es schmeckt wie etwas zu stark gesalzenes Nudelwasser.

Salinas de Anaña Salz im Baskenland

In den 60er Jahren arbeiteten noch etwa 1000 Mitarbeiter in der Salina, dann wurde der Betrieb aufgrund von Unwirtschaftlichkeit eingestellt. Heute wird mit einem komplett neuen Konzept Qualititätssalz hergestellt. Touristen, Schulklassen und andere Besucher sind herzlich willkommen. Sie können an einer Salzverkostung teilnehmen, die sehr interessant und empfehlenswert ist.

Salzverkostung

Wir fahren weiter. Die Landschaft ändert sich und wir kommen in die Region Rioja Alavesa, dem baskischen Teil der Rioja. Da denke ich natürlich gleich an guten Rotwein. Auf 61.000 Hektar Weinfelder werden 300 Millionen Liter Rotwein jährlich produziert. Neben vielen Kleinbauern und Familienbetrieben gibt es auch größere Weingüter. Bekannte Architekten haben hier sensationelle und originelle Weinkeller errichtet.
Ich besuche das Weingut Bai Gorri. Innen sieht der Weinkeller aus wie eine gotische Kathedrale, von außen ist der riesige Raum kaum sichtbar.

Bai Gorri Weinkeller Weingut Bai Gorri

Schon einmal mit einem Segway unterwegs gewesen? Für mich ist es das erste Mal, dass ich auf so ein Gefährt steige. Nach anfänglichen Unsicherheiten stehe ich nach ein paar Minuten schon ziemlich sicher auf dem Geräte und ab geht es durch die Weinberge.

Rioja, Spanien Segway in Rioja Alavesa

Zu gutem Wein gehört natürlich auch gutes Essen. Ich liebe die spanische Küche und besonders freue ich mich auf das Marqués de Riscal Restaurant. Die Architektur ist beeindruckend. Frank O. Gehry, der Architekt des Guggenheim Museum, hat mitten in einem kleinen Dorf dieses Kunstwerk errichtet, das Hotel, Restaurant und Weinkeller beherbergt.

Marqués de Rical

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Ich bin schwer beeindruckt, wie sich dieser Bau in die Landschaft einfügt. Den guten Geschmack des mit einem Michelin Stern prämierten Restaurants lerne ich im Inneren des architektonischen Meisterwerks bei einem 10-Gänge Menü kennen. Jedes Gericht ist ein Gedicht und ich genieße es, nach 10 Gängen nicht mit einem überfüllten Magen das Restaurant zu verlassen. Zum Abschluss gibt es Petit Fours mit Blick auf das Dorf Elciego.

Petit Four Elciego in Rioja Alavesa