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Franz Roitner

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Botswana - Selbstfahrer Rundreise & Safari 2017

Karte Botswana Rundreise

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02.06.2017: Mit Ethiopian Airlines nach Botswana – in null komma nix nach Afrika

Afrika, endlich ist wieder soweit! Ich fliege in den Süden. Wenn ich in südliche Länder reise, möchte ich nicht zuerst nach Norden fliegen und dann wieder zurück und weiter nach Afrika. Mir widerstreben Zubringerflüge nach Frankfurt oder London, da geht es einfach in die falsche Himmelsrichtung. Die perfekte Lösung für Reisen nach Afrika ist Ethiopian Airlines

Ethiopian Airlines Addis Ababa

Nonstop ab Wien geht es in rund 6 Stunden nach Addis Abeba, in die Hauptstadt von Äthiopien. Ich sitze in einer sichtlich nagelneuen Boing 787, das spüre ich vor allem an der bequemen Bestuhlung. Die Zeit bis zum Abendessen vertreibe ich mir mit dem Monitor. Ich klicke mich durch das Filmarchiv und entscheide mich für den Film „The Great Gatsby“ mit Leonardo DiCaprio.

Monitor Ethiopian Airlines Ethiopian Airlines Snack

Kurz nach Mitternacht verschlinge ich hungrig das Bordmenü. Ich habe mich für die Ravioli entschieden. Wir fliegen über Griechenland, die Flugzeit beträgt noch rund 4,5 Stunden. Ich bin müde und anstatt den Kinofilm fertig anzusehen, zähle ich Schäfchen.

Bordmenü Ethiopian Airlines Ethiopian Airlines Monitor

Bei Sonnenaufgang landen wir in Addis Abeba. Ein Flugzeug der Ethiopian Airlines parkt neben dem anderen. Alle sind bereit zum Abflug. Ich vertrete mir am Flughafen die Füße und kurz darauf sitze ich schon im Flugzeug zum Weiterflug nach Botswana. Fast vier Wochen werde ich in Botswana mit einem Bushcamper, einem Jeep mit Dachzelt, unterwegs sein. Idealerweise erlaubt die Fluglinie auch in der Economy Class zwei Gepäckstücke á 23 kg pro Person, ansonsten hätte ich viele Campingutensilien zu Hause lassen müssen.

Ethiopian Airlines Boing 787

Wo fliegen nur all die anderen Maschinen hin? Im Bordmagazin finde ich die Antwort. Über 53 Destinationen gibt es alleine in Afrika. Wo würde ich jetzt sonst noch gerne hinfliegen? Auf einen Seychellen Strandurlaub oder doch lieber direkt zum Kilimanjaro, um den höchsten Berg Afrikas zu besteigen? Nach Madagaskar wollte ich immer schon einmal. Beim Träumen über die vielen möglichen Reisezielen schlummere ich auch schon wieder ein.

Streckennetz Ethiopian Airlines Ethiopian Airlines Afrika

Mein Flug nach Gaborone legt planmäßig einen Zwischenstopp in Victoria Falls ein. Ich schnalle meinen Sicherheitsgurt an. Eine Zwischenlandung verlängert die Reisezeit und ist eigentlich immer mühsam. Der Landeanflug auf den Flughafen von Victoria Falls ist aber der schönste meines Reiselebens. Der Pilot steuert das Flugzeug direkt über die knapp 100 Meter hohen Victoria Fälle. Welch ein Glück das ich auf der richtigen Seite im Flugzeug sitze.

2008 bin ich schon einmal mit einem Ultraleichtflugzeug über die Viktoria Fälle geflogen, 2009 mit einem Hubschrauber und jetzt mit einer Linienmaschine. Danke an den Piloten von Ethiopian Airlines für den außergewöhnlichen Anflug.

Victoria Fälle Afrika

Das Flugticket wurde von Ethiopian Airlines zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.

05.06.2017: Ein Wasserloch in Botswana – Khama Rhino Sanctuary

Ich sitze auf einer langen Bank in einer Art Holzhütte, genannt „Bird Hide“ im Khama Rhino Sanctuary. Das ist kein Versteck für Vögel, sondern ich verstecke mich hier, damit mich die Tiere nicht sehen. Vor mir ein Wasserloch. Vögel und Säugetiere suchen in der Trockenzeit solche Stellen regelmäßig zum Trinken auf.

Bird Hide im Khama Rhino Sanctuary

Mit meinem Fernglas beobachte ich Vögel, die sich hier ein Stelldichein geben. Mich faszinieren die unterschiedlichen Zeichnungen und Farben der unzähligen Vogelarten. Mein Favorit ist der Rotbauchwürger.

Rotbauchwürger Botswana Gelbschnabeltoko Botswana

Plötzlich taucht wie aus dem Nichts ein Kudu auf. Majestätisch trägt die Antilope seine langen geschraubten Hörner. Die Kuduantilope kontrolliert nochmals alle Himmelsrichtungen bevor sie seinen Kopf zum Trinken neigt. In dieser Situation sind die Tiere eine leichte Beute für Raubkatzen, die sich auch gerade deshalb gerne in der Nähe von Wasserstellen aufhalten.

Kudu Botswana Warzenschwein Botswana

Die Antilope verlässt die Szenerie und ein paar Minuten später tauchen Impalas beim Wasserloch auf. Diese Antilopenart ist viel zierlicher und kleiner. Es herrscht ein Kommen und ein Gehen beim Wasserloch. Warzenschweine, Zebras und Giraffen statten der Stelle einen Besuch ab. Verschiedene Vögel fliegen durch die Luft. Ich sitze, staune und freue mich wieder in meinem Afrika zu sein.

Wasserloch Impala Giraffe Botswana

Ein Tier vermisse ich beim Wasserloch. Das Nashorn hat noch nicht vorbei geschaut. Dem Khama Rhino Sanctuary ist es zu verdanken, dass es heute noch Nashörner in Botswana gibt. In diesem Gelände wurden und werden die letzten Exemplare des Landes des Spitz- und Breitmaulnashorns vor Wilderern geschützt. Die Population ist seither wieder angestiegen. Wenn die Nashörner also nicht zu mir kommen, dann mache ich mich auf die Suche nach ihnen.

Khama Rhino Sanctuary

Mit meinem Toyota Landcruiser fahre ich auf den sandigen Pisten durch das Schutzgebiet. Es dauert nicht lange und die bulligen Tiere kreuzen meinen Weg. Ich halte an und beobachte die grasenden Breitmaulnashörner.

Botswana Nashorn Nashorn Botswana

07.06.2017: Kubu Island – eine Oase in den Salzpfannen

Es ist Anfang Juni. Ich bin auf dem Weg nach Kubu Island. Dieser Teil der Salzpfanne, die Sowa Pan, die zum Makgadikgadi Salzpfanne gehört, ist nach der Regenzeit bereits ausgetrocknet.

Salzpfannen Botswana

Die Fahrt über die flache, weiße Ebene mit meinem Bushlore Camper macht Spaß. Ich bleibe mehrmals stehen um ein paar Erinnerungsfotos zu machen.

Kubu Island Kubu Island Straße

Von weitem sehe ich die kleine Erhebung von Kubu Island. Die Insel ist rund einen Kilometer lang und bietet am westlichen Ende einen Campingplatz mit nur wenigen Stellflächen. Ich suche mir den schönsten Platz aus. Viel schöner kann man gar nicht campen, ganz alleine mit einem traumhaften Blick über die Salzpfanne.

Camping Kubu Island

Zur Abenddämmerung mache ich mich zu Fuß auf den Weg. Markant stehen viele Baobabs auf Kubu Island. Wie alt mögen diese Affenbrotbäume wohl sein? Die Sonne steuert auf den Horizont zu und das Sonnenlicht verzaubert die Insel.

Baobab Kubu Island Kubu Island Botswana

Mit der Dunkelheit der Nacht erscheinen die Sterne, der Mond kommt zum Vorschein. Es ist vollkommen still. Die Zivilisation ist weit weg, es gibt kein Streulicht einer Stadt, keinen Telefonempfang und die beiden anderen Camper sind auch mehr als 100 Meter weit weg. Ein Ort zum Verweilen und Bleiben.

Botswana Baobab Baobab Botswana

12.06.2017: Bootssafari im Chobe Nationalpark

Mit meinem Fernglas scanne ich das Chobe Flussufer, das langsam an mir vorbeizieht.

Chobe Riverfront

Ein Graufischer sitzt stolz auf einem Ast, flüchtet aber als unser Ausflugsboot näher kommt. Wir steuern auf einen Büffel zu. Er hebt seinen Kopf, beobachtet uns kurz und trinkt weiter.

Graufischer Chobe Nationalpark Büffel in Botswana

Die Chobe Uferfront ist für seinen Tierreichtum bekannt. Bequem vom Boot aus kann ich Tiere beobachten und fotografieren. Ein Krokodil schwimmt neben uns her. Nur die Augen und ein Stück Schwanz ragen aus dem Wasser. Es steuert auf das Ufer zu und bewegt sich schwerfällig aus dem Fluss.

Chobe Nationalpark Krokodil Chobe Nationalpark

Plötzlich taucht eine Gruppe Elefantenweibchen mit Jungtieren aus dem Dickicht auf. Es ist später Nachmittag, Zeit um den Durst zu löschen. Die großen Dickhäuter schützen dabei ihre Babyelefanten. Ein Elefantenbulle gesellt sich zur Gruppe und stört das gemütliche Beisammensein. Er stellt einer Elefantendame nach, doch er hat keinen Erfolg.

Chobe Nationalpark Elefanten

Im seichten Flussgewässer des Chobe stehen Flusspferde. Meistens sind nur Augen und Ohren sichtbar. Dann tauchen sie wieder für ein paar Minuten komplett ab. Einige Hippos stehen nur halb im Wasser und fressen Gras. Ein Nilpferd öffnet das riesige Maul und zeigt mir seine Zähne. Es scheint zu gähnen, oder ist es eine Drohung?

Flusspferd im Chobe Flusspferd Chobe Nationalpark

Eine Gruppe männlicher Elefanten steht tief im Wasser. Sie spielen miteinander und tauchen sich gegenseitig unter.

Elefanten Chobe Nationalpark Chobe Bootsfahrt Elefanten

Bei einem traumhaften Sonnenuntergang kehren wir zur Bootsanlegestelle zurück.

Sonnenuntergang Chobe Nationalpark

14.06.2017: Safari im Chobe Nationalpark

Die nächsten beiden Tage fahre ich mit meinem Bushcamper von Bushlore Africa durch den Chobe Nationalpark. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang bin ich auf den sandigen Pisten unterwegs. Ich suche Antilopen, Giraffen, Zebras und natürlich Großkatzen. Werde ich fündig?

Serondela Picnic SiteBüffel im Chobe GiraffePaviane Chobe NationalparkElefanten Gnus im ChobeLöwe im Chobe NationalparkImpala & Flusspferde Löwin im Chobe NationalparkGiraffen im Chobe NationalparkGeier in Botswana Elefant in Botswana

17.06.2017: Katzenglück in der Savuti Region – Chobe Nationalpark

Punkt 14:30 Uhr starte ich meinen Bushcamper. Sonnenaufgang und -untergang sind für Tierbeobachtungen die beste Uhrzeit. Bei Einbruch der Dunkelheit um etwa 18:00 Uhr muss ich wieder am Campingplatz zurück sein.

In der Region Savuti im Chobe Nationalpark gibt es viele Fahrwege um die Umgebung zu durchstreifen. In der letzten Woche habe ich jede Menge Elefanten, Büffel, Zebras, Flusspferde, Antilopen und noch viele weitere Tierarten gesehen und ausgiebig fotografiert. Es ist immer wieder schön, diese Tiere anzutreffen und zu beobachten.

Savuti Botswana Pirschfahrt in Botswana

Der Höhepunkt einer jeden Tiersafari ist aber der Antreffen von Großkatzen. Dazu gehört eine Portion Glück. Ich fahre mit 20-30 km/h auf den Sandwegen und halte Ausschau. Ich erschrecke. Gleich neben dem Fahrweg steht ein Baum und es zeigt sich ein eleganter Katzenrücken.

Ein Gepard, flüstere ich aufgeregt vor mich hin. Aufgrund der schlanken Körperform und der schwarzen Tupfen ist dieses Tier einfach zu identifizieren. Wie aus dem Nichts taucht ein paar Sekunden später ein zweiter Gepard auf.

Gepard in Savuti

Beide fühlen sich gestört und gehen Richtung Hauptstraße. Ich fahre zurück und habe so das Glück beide Geparden nochmals zu sehen.

Gepard im Chobe Gepard Botswana

Ich atme kurz durch und freue mich über diese seltene Tierbegegnung. Die Ausfahrt hat sich schon gelohnt. Alles was jetzt noch meinen Weg kreuzt, ist eine Zugabe. Keine zehn Minuten später stehe ich bei einem Wasserloch und entdecke eine Löwin, die auf dieses zusteuert. Ich nähere mich von der anderen Seite und beobachte das Tier beim Wasser trinken.

Löwe Savuti

Meine Anwesenheit scheint die Löwin in keinster Weise zu stören. Stolz und selbstbewusst steuert die Königin der Tiere auf mein Auto zu, schenkt mir noch einen arroganten und verächtlichen Blick und geht auf der Straße davon. Ich fahre mit einem respektvollen Abstand hinterher. 

Ich folge der Löwin rund 10 Minuten auf dem sandigen Weg. Dann steigt sie auf einen kleinen Felshügel mit dem Namen Lepard Rock und verschwindet. Wow, was habe ich heute für ein Glück, aber eigentlich müsste der Felsen Lions Rock heißen, denn einen Leoparden habe ich hier noch keine gesehen.

Löwe beim Trinken Löwe Botswana

In der Ferne sehe ich zwei Autos die Fahrzeugfront zueinander am Wegesrand stehen. Dort gibt es sicher was spannendes zu sehen. Zwei, drei Minuten später bin ich auch schon dort und ich traue meinen Augen nicht.

Leopard Savuti

Ein Leopard liegt am Boden und erledigt seine „Katzenwäsche“.

Leopard Chobe Leopard Botswana

21.06.2017: Camping im Moremi Game Reserve

Mein heutiger Campingplatz am North Gate im Moremi Game Reserve ist wie viele andere in Botswana nicht eingezäunt. Mit Tierbesuchen ist zu rechnen. Nach über zwei Wochen Camping habe ich Routine im Lagerfeuer machen und habe schon stundenlang in die Glut geschaut. Das ist spannender als jedes Fernsehprogramm.

Moremi North Gate North Gate Moremi Camping

Das Lagerfeuer wärmt mein Gesicht. Der leichte Wind dreht sich immer wieder und bläst mir den Rauch entgegen. Um nicht dem Erstickungstod zu erliegen, rücke ich mit meinen Campingsessel wie bei der Reise nach Jerusalem ständig um das glühende Holz.

Lagerfeuer Botswana

Immer wieder raschelt es im Gebüsch. Anfangs leuchte ich noch gespannt mit meiner Taschenlampe um etwaige Tiere zu erkennen. Mit der Zeit gewöhne ich mich aber an das Rascheln. Es ist stockdunkel und außer dem Lagerfeuer und meiner Taschenlampe gibt es kein Licht. Plötzlich höre ich ein Geräusch das irgendwie anders klingt. Größere Äste vom Buschwerk scheinen sich zu bewegen. Ich leuchte mit meiner Lampe auf die Stelle.

Hyäne bei Nacht

Eine ausgewachsene Tüpfelhyäne mit einer Schulterhöhe von geschätzten 80 cm kommt zwischen den Zweigen hervor. Die beiden Augen reflektieren mein Taschenlampenlicht. Die Hyäne schaut mich an, macht einen Bogen um mich und schleicht wieder davon. Zweimal dreht sie sich um und schaut in meinen Lichtkegel. Dann verschwindet sie im Dunkeln der Nacht. Mein Puls ist auf 200. Ich schreite die Distanz zu den Fußspuren ab und messe acht Meter Entfernung. Der nächste Campingstellplatz ist rund 70-80 Meter entfernt, mein Campingfahrzeug und ich sind quasi von Büschen umgeben. Wie viele Tiere mögen hier in der Nacht herumschleichen?

Moremi Game Reserve Xakanaka Camping

Am nächsten Tage beziehe ich den Xakanaxa Campingplatz im Moremi Nationalpark. Mein Stellplatz liegt hinter hohem Schilfgras direkt am Wasser des Okavangodeltas. Ich inspiziere die Fußspuren im Sand. Ein Elefant dürfte heute schon durch das Camp gegangen sein. Antilopenspuren, wahrscheinlich von Impalas, sind ebenfalls gut zu erkennen. Auch Spuren von einem Löwen finde ich auf der Zufahrt. Vögel zwitschern und singen in den Bäumen. Ein Specht klopft unaufhörlich in dem großen Baum hinter mir. Affen laufen in Sichtweite vorbei. Im Hintergrund höre ich die typischen Geräusche von Flusspferden. Was hat Mutter Natur sich nur bei den Lauten der Hippos gedacht?

Flusspferd - Mensch - Elefant Löwenspur

Die dritte und vierte Nacht im Moremi Game Reserve verbringe ich im Third Bridge Campsite. Der Platz im Nationalpark liegt hinter der gleichnamigen Brücke, von der derzeit nur die Hälfte übrig geblieben ist. Den zweiten Brückenabschnitt fahre ich durch 70 cm tiefes Wasser. Ich spüre die Holzbalken im Wasser.

Third Bridge Campsite

Ich sitze beim Lagerfeuer und höre wieder den Flusspferden zu. Die Laute sind ganz in der Nähe. Nachts kommen die Tiere an Land um zu fressen. Mit meiner Taschenlampe sehe ich ein Koloss im Gebüsch an meiner Campingstellfläche vorbeigehen.

Flusspferd bei Nacht

Ich blicke auf meine Uhr, es ist 3:35 Uhr früh. Von weitem höre ich das Brechen von Ästen. Elefanten dürften in der Nähe sein. Ich lausche dem lauten Knacken des Holzes und dem Rascheln der Blätter. Plötzlich höre ich nahe Geräusche. Schleicht hier jemand ums Auto herum? Außer ein paar Campingplatzbesucher sind wir mitten in der Wildnis. Das sind keine Menschen.

Neugierig öffne ich den inneren Reißverschluss von meinem Dachzelt. Dann den Reißverschluss des Fliegengitters. Mein Taschenlampe habe ich griffbereit. Unglaublich, ein Leopard schleicht am Stellplatz herum. Ich dürfte ihn aber gestört haben und er geht langsam davon.

Leopard bei Nacht

Der Leopard war kein Traum. Den Rest der Nacht träume ich aber von Tieren, die ich von meinem Zeltfenster aus beobachte. Die Campingplätze in Botswana sind meist sehr groß. Den Nachbarn sehe ich oft gar nicht. Zu den Duschen und zum WC fahre ich in der Früh mit dem Auto. Die Straße bleibt heute ein paar Minuten von Elefanten blockiert. Denen habe ich es zu verdanken, dass ich in der Nacht aufgewacht bin und den Leopard gesehen habe.

Blick aus dem Dachzelt Campingplatz Elefanten

25.06.2017: Einsam in der Kalahari

Das Central Kalahari Game Reserve ist das größte zusammenhängende Wildschutzgebiet in Afrika. Die Fläche ist etwa so groß wie Slowakei. Mit meinem Bushlore Landcruiser mache ich mich bei Sonnenaufgang auf den Weg. 

Matswere Gate Kalahari Pisten in der Kalahari       

Die Weite scheint unendlich zu sein. Die Tierdichte ist momentan nicht so hoch wie im Chobe Nationalpark an der Riverfront. Das Wasser aus der Regenzeit ist bereits versickert und die „Pans“ sind vollkommen ausgetrocknet. Von Wasser weitgehend unabhängig leben hier Oryxantilopen und Springböcke.

Oryx Antilope Springböcke Kalahari

Lustig zu beobachten sind die Löffelhunde. Deren Ohren sind fast so groß wie der gesamte Kopf. Wenn sie ihre Ohren anlegen, sehen sie fast so aus wie Golum aus dem Film Der Herr der Ringe.

Löffelhund

Stundenlang kurve ich den gesamten Tag auf den Sandpisten herum. Erst am Abend begegnet mir ein weiteres Auto. Ein paar Campingplätze liegen weit verstreut in der Kalahari. Mein Stellplatz ist nur für ein  Auto zugelassen. Die nächsten Camper sind also mindestens 20 km weit entfernt.

Streifenhörnchen Central Kalahari Game Reserve

Mit der untergehenden Sonne verschwindet auch das Zwitschern der Vögel. Ich erinnere mich daran, dass meine neue Stirnlampe am Haltegummi eine kleine Pfeife integriert hat. Ich blase vorsichtig hinein und Sekunden später taucht ein Falke über mir auf und scheint die Lärmquelle prüfen zu wollen.

 Je dunkler es wird, umso mehr Sterne kommen zum Vorschein. Die Luft ist vollkommen trocken, kein Streulicht weit und breit, keine Luftverschmutzung. Der Sternenhimmel beginnt immer mehr zu leuchten. Dazu vollkommene Stille. Alleine mitten in der Natur. Es ist eine Ehre und ein Geschenk heute hier sein zu dürfen.

Sonnenuntergang Kalahari

Bushlore AfricaEthiopian Airlines