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Franz Roitner

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Myanmar 2017 | Reisetagebuch meiner Rundreise mit Reisefieber.net

Reisekarte Myanmar 2017

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08.03.2017: Ankunft in Yangon

Ein warmer Wind bläst mir ins Gesicht. Vor mir liegt mitten in Yangon der Kandawgyi-See. Ich bin müde. Die Nacht über habe ich im Flugzeug verbracht. Ich sitze in einem Restaurant und bekomme ein kühles Bier serviert. Es heißt Myanmar, so wie das Land, dass ich die nächsten drei Wochen bereisen werde.

Restaurant Kandawgyi Lake in Yangon Abendessen

Dieses Mal werde ich recht bequem unterwegs sein. Die gesamte Reise ist vom Reiseveranstalter Reisefieber organisiert. Ich kann mich so ohne Organisationsstress auf das Land einlassen. Der Name Reisefieber passt perfekt zu mir. Neugier auf ein mir unbekanntes Land, Sehnsucht nach anderen Kulturen und Menschen, das treibt mich immer wieder hinaus in die Welt.

Myanmar Bier

09.03.2017: Shwedagon Pagode in Yangon

„Es ist alles Gold, was glänzt“, schon von weitem sah ich die Spitze der Shwedagon Pagode in Yangon in die Höhe ragen. Barfuß spaziere ich über die glatten Fliesen. Die hellen sind etwas kühler, als die von der Sonne aufgeheizten dunklen. Mein Blick richtet sich in erster Linie nach oben. Über 105 Meter ragt die goldene Pagode in die Höhe. Was für ein Anblick.

Shwedagon Myanmar

Ich suche mir einen schattigen Platz und lasse die Atmosphäre des Ortes auf mich wirken. Andere Touristen sind natürlich auch hier. Die Mehrheit sind aber eindeutig einheimische Besucher, die zur Shwedagon Pagode pilgern. Mönche spazieren rund um die Pagode, immer im Uhrzeigersinn, so ist es Tradition.

Mönch Shwedagon Shwedagon Pagode Myanmar

Die Sonne nähert sich mittlerweile immer mehr dem Horizont und von Minute zu Minute erstrahlt das Gold in einem anderen Glanz. Immer kräftiger und dunkler wird es.

Gold Shwedagon Pagode

Angestellte der Pagode füllen Öl in kleine runde Gefäße und verteilen Dochte darin. Es sind bestimmt über hundert. Das Anzünder der Dochte mit an Holzstäben gebunden Kerzen erweist sich als schwierig. Der Wind bläst immer wieder die Kerzen aus. Während ich das Vorgehen aus nächster Nähe beobachte, hält mir eine der Frauen eine Kerze in die Hand. Ich darf beim Anzünden helfen. Schon bin ich bei der Arbeit und helfe das Lichtermeer zu vergrößern.

Kerzen Shwedagon Myanmar Shwedagon Pagode

Inzwischen ist die Sonne untergegangen und die Scheinwerfer übernehmen die Aufgabe der Beleuchtung. Das Glänzen des Goldes nimmt noch einmal an Kraft zu. Die Stimmung wird immer feierlicher. Ich drehe noch eine zweite Runde um die Pagode und beschließe am Ende meiner Reise nochmals hierher zu kommen.

Shwedagon bei Nacht

10.03.2017: Buddhas und Mönche in der Stadt Bago

Vier Buddhafiguren, alle 30 Meter hoch, jede blickt genau in eine Himmelsrichtung. Gemeinsam warten sie in Bago auf die Reinkarnation des fünften und letzten Buddha.

Bago Buddhafiguren Buddha Finger

Es ist Punkt 11 Uhr und einer der Mönche klopft auf eine Glocke. Es ist Essenszeit für die rund 480 Mönche und Novizen im Kyakatwaing Kloster. Der Weg ist täglich der gleiche. Vorbei an gläubigen Buddhisten, die unterschiedliche Gaben für die Mönche bereithalten, und vorbei an zahllosen Touristen, die auf Fotojagd sind.

Kyakatwaing Kloster

Langsam bewegt sich die Schlange der Mönche durch die Gänge des Klosters. Opfergaben und Geldscheine, vor allem von den thailändischen Buddhisten werden gereicht.

Mönch Myanmar Kloster Bago Myanmar

10.03.2017: Der Goldene Felsen von Kyaikhtiyo

Vor rund 25 Jahren habe ich zum ersten Mal ein Foto vom Goldenen Felsen in einem Reiseprospekt gesehen. Ab da war für mich klar: Nach Kyaikhtiyo will ich unbedingt einmal hin.

Heute ist es endlich soweit. Ich besteige einen Pickup-Kleinlastwagen mit insgesamt 42 Sitzplätzen auf der Ladefläche. Die Straße hinauf zum Goldenen Felsen ist für andere Fahrzeuge gesperrt. Insgesamt fahren 145 Transporter täglich mehrmals auf und ab und bringen Pilger zu dieser ganz besonderen Stätte. Nach rund 30 Minuten Fahrzeit gehe ich mit meinem Tagesrucksack zu meinem Hotel, das sich ganz in der Nähe des Goldenen Felsen befindet.

Fahrt zum Goldenen Felsen Fahrzeuge Goldener Felsen

Meinem Guide Zaw gebe ich heute Nachmittag frei. Ich möchte mir für den Ort viel Zeit und Ruhe nehmen. Es sind nur rund 5-10 Gehminuten vom Hotel bis zum Eingang. Dort lege ich meine Schuhe ab und gehe mit einer Schar von Menschen in Richtung Felsen.

Golden Rock

Nun stehe ich hier und bin begeistert. Ich betrachte den mit Blattgold verzierten heiligen Felsen von unten, von oben, von links, von rechts und von hinten. Immer wieder gehe ich die gleichen Wege und komme nicht aus dem Staunen raus. Es ist ein eindrucksvoller Ort.

Pilger kleben feinstes Blattgold auf den Felsen. Dieses Ritual ist den Männern vorbehalten. Frauen dürfen ihn nicht berühren. Ich streife mit meiner Hand über den Felsen und feinster Goldstaub bleibt an meinem Finger kleben.

Felsen Kyaikhtiyo Goldener Felsen Reisedoktor

Tausende Pilger aus Myanmar und viele aus Thailand verbringen den ganzen Tag, viele von ihnen auch die Nacht hier. Westliche Touristen sind die Ausnahme und viele Einheimische haben wohl noch keine Langnasen mit weißer Haut gesehen.

Ich werde mit verstohlen Blicken beobachtet oder fotografiert. Mutige fragen, ob sie mich fotografieren dürfen oder stellen sich einfach neben mich und machen ein Selfie mit mir. Es macht mir Spaß, ihnen diese Freude zu bereiten.

Golden Rock Myanmar Pilger in Myanmar

Die Sonne ist mittlerweile untergegangen. Wir sind auf über 1.100 Meter Seehöhe und es wird richtig kalt. Kerzen werden angezündet und Opfergaben gebracht. Drei Mal im Leben soll man als Burmese zu diesem heiligen Ort pilgern. Tausende haben sich am Platz oberhalb des Felsens eingerichtet und werden die Nacht hier verbringen. Die glatten Bodenfliesen, am Tag brennend heiß, sind jetzt eiskalt. Ich kehre in mein Hotel zurück.

Goldener Felsen

Am nächsten Morgen kurz vor fünf Uhr mache ich mich wieder auf den Weg. Es ist noch vor Sonnenaufgang, es wird noch immer oder schon wieder geopfert, gebetet und auch noch geschlafen. Ich mache gefühlt mein tausendstes Foto von diesem Ort, vom Felsen und von den Pilgern. Mit einem glücklich Herzen und mit schmutzigen Fußsohlen geht mein Besuch hier zu Ende.

Opfergaben Goldener Felsen Barfuß in Myanmar

11.03.2017: Gummi, Pagode & liegender Buddha in Bago

Direkt neben der Straße befindet sich ein Gummiwald. Wir bleiben stehen und ich sehe mir die Gummigewinnung genauer an. Jede Nacht zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang bekommt jeder der Bäume mit einem scharfen Messer einen neuen Schnitt. Nicht zu tief, um den Baum  nicht zu beschädigen, aber tief genug um die maximale Menge der weißen Flüssigkeit am Morgen ernten zu können.

Gummibaum in Myanmar Gummierzeugung Mynamar

Der Flüssigkeit wird mit Wasser vermengt und durch zwei Walzen gepresst. Der weiße Gummilappen wird dann drei Tage in der Sonne zum Trocken aufgehängt. Es greift sich tatsächlich an wie ein Fahrradreifen. So wird auf traditionelle Weise echter Gummi hergestellt. Ein Teil der Ware wird für ein paar Tage noch in einer riesigen Räucherkammer aufgehängt. Die Gummimatten verändern so noch ihre Farbe und ihre Eigenschaften und können teurer verkauft werden.

Gummi Trocknung

In der Stadt Bago steht eine 115 Meter hohe Pagode. Sie ist um 10 Meter höher als die Pagode in Yangon. Es ist Mittagszeit und die Sonne heizt die Luft auf sommerliche 37°C auf. Die Fliesen unter meinen Fußsohlen brennen, die Sonne blendet in meinen Augen, ich könnte literweise Wasser trinken. Trotzdem würde ich am liebsten den ganzen Tag hier verbringen. Alle paar Meter nehme ich den Fotoapparat zur Hand und mache wieder eine Aufnahme. Ich weiß, dass ich schon hunderte Bilder dieser Art gemacht habe, aber das goldene Leuchten der Pagode ist einfach zu fantastisch.

Pagode in Bago Bago: Pagode in Myanmar

In Bago befindet sich auch ein 55 Meter langer liegender Buddha. Der Ursprung der Figur soll über 1.000 Jahre alt sein. 1881 wurde sie von Briten beim Bahnbau vollkommen von Pflanzen überwuchert entdeckt und später restauriert. Da es in Myanmar oft sehr heiß ist oder es im Sommer sehr viel regnet, genießt es der Buddha, ein Dach über dem Kopf zu haben. Zum Fotografieren sieht es weniger spannend aus, aber viele Besucher haben sich heute hier eingefunden.

Bago: Liegender Buddha Buddha Füsse in Bago

Nur rund 200 Meter davon entfernt liegt ein weiterer, etwas kleinerer Buddha. Der ist noch nicht überdacht, denn es fehlt das nötige Kleingeld. Um mir keine Brandblasen auf den Fußsohlen zu holen, laufe ich mit schnellem Schritt um den liegenden Buddha herum. Dafür bin ich ganz alleine hier und die Fotos mit blauem Himmel anstatt eines Daches gefallen mir viel besser.

Liegender Buddha in Bago

12.03.2017: Yangon abseits von Tempeln und Pagoden

Meist kennt man von unbekannten Städten nur Fotos von den Hauptsehenswürdigkeiten wie Schlösser, Kirchen oder andere Gebäude. So verband ich mit Yangon auch nur die Shwedagon Pagode, die ich bereits am ersten Tag meiner Myanmar-Reise besucht habe.

In der Stadt wohnen über 5 Millionen Einwohner und das Leben pulsiert natürlich auch abseits der bekannten Tempel und Pagoden. Mit unserem Auto, mit dem Zug, mit einer Fahrradrikscha und zu Fuß entdecke ich mit meinem Guide Zaw alte Kolonialgebäude, Märkte, die Chinatown und den Yangon River.

Yangon Straße Yangon HausYangon Rikscha RangoonYangon Zug Rangun BahnYangon Markt Yangoon MarktSule Pagode Yangon Häuser

13.03.2017: Ein Tag in Mandalay

Mandalay, der Ort klingt so magisch und exotisch wie Sansibar oder Timbuktu. Nach einem 90-minütigen Flug ab Yangon lande ich in der einstigen Hauptstadt von Myanmar. Die Stadt hat eine lange Geschichte und die längste Teakholz Brücke der Welt. 

Die U-Bein Brücke ist über 150 Jahre alt und führt 1,2 Kilometer über den Thaungthaman See. Ich stehe an einem Ende der Brücke, rundherum stehen besonders viele Souvenirgeschäfte. Die Brücke ist Fixpunkt jedes Mandalay-Touristen und die Verkäuferinnen sind um einiges geschäftiger als in Yangon. Viele Einheimische sind hier: Familien, Mönche, verliebte Paare.

U-Bein Brücke Melonen auf der U-Bein Brücke

Mein Guide in Mandalay ist eine junge Frau mit einem unaussprechlichen und nicht zu merkenden Namen. Ich soll sie einfach „A“ nennen.Sie erzählt, dass viele Hochzeitspaare zum Fotografieren auf die Brücke kommen. Dem Brauch nach gehen diese bis ans andere Ende der Brücke und wieder retour, ansonsten würde die Ehe nicht lange halten. Ich kehre nach etwa der Hälfte des Weges wieder um.

U-Bein Brücke in Mandalay

Die Region ist für das Weben von Seidenstoffen und für Holzschnitzereien bekannt. Ein Besuch der Werkstätten ist natürlich Pflicht. Wer Souvenirs kaufen möchte, ist an der richtigen Adresse. Zum Einkaufen bin ich persönlich nicht hier und so geht es schnell weiter.

Seidenweberei in Mandalay Werkstätte Mandalay

Bei den Goldschlägern steigt mein Interesse. Am Golden Felsen vor ein paar Tagen habe ich selbst dünnes Blattgold auf den Felsen geklebt. Hergestellt wird es in Mandalay. Echtes Gold wird so lange geschlagen, bis es nur mehr etwa 0,0001 mm dick ist. 10.000 Goldblätter übereinander erreichen so erst eine Stärke von 1 mm.

Goldschläger Myanmar Goldschläger in Mandalay

Es ist Knochenarbeit, wenn die Goldschläger den rund 10 kg schweren Hammer stundenlang im Takt auf ein Päckchen mit Goldblättern einschlagen. Die Männer sind sehr jung, und ich denke mir, lange kann man diesen Job körperlich sicher nicht ausüben.

Mandalay Goldschläger

Hier kann selbst ich nicht dem Einkaufen widerstehen und ich kaufe mir ein Päckchen mit 10 Goldblättern um umgerechnet ca. 7 Euro. Am Nachmittag habe ich gleich die Möglichkeit das Gold, wie viele anderen Männer auch, auf den Mahamuni Buddha zu kleben.

Mahamuni Budda Mandalay Mandalay

Das weltgrößte Buch habe ich mir anders vorgestellt, vielleicht einen Riesenschmöcker mit ein paar Meter Länge. Stattdessen besteht das Buch aus 729 Marmortafeln, die geschützt einzeln in kleinen Steinhäuschen stehen. Man könnte meinen dass es sich hier um einen Friedhof mit Grabsteinen handelt.

Kuthodaq Pagode Das größte Buch der Welt

Sonnenuntergang in Mandalay. Ein eindrucksvoller Tag neigt sich dem Ende zu.

Mandalay Hill Sonnenuntergang Mandalay

14.03.2017: Bootsfahrt auf dem Ayeyarwady River

Ich sitze auf einem Boot in einem Lehnstuhl aus Bambus. Rechts von mir liegt die Stadt Mandalay. Waren aller Art werden aus Schiffen entladen, Wäsche wird im Fluss gewaschen und Touristen besteigen Ausflugsboote. Ich habe mein eigenes Boot und beobachte das Treiben am Ufer.

Bootsfahrt Myanmar Mandalay Jetty

Es ist kurz vor der Regenzeit, der Wasserstand ist sehr niedrig und der Fluss nur wenige Meter tief. Mein Kapitän kennt das Fahrwasser und die Sandbänke im breiten Ayeyarwady River ganz genau. Das Schiff ist für ihn und seine Frau auch deren zuhause. Zwei Männer winken von einem großen selbstgebauten Bambusfloß. Teakholzstämme liegen vereinzelt auf den schwimmenden Bambustransporter. Die wertvolle Ware wird flussabwärts gebracht. 

Ayeyarwady River

Nach rund einer Stunde erreichen wir den Ort Mingun am anderen Ufer. Ein Ochsentaxi steht schon bereit, ich gehe die paar Meter aber gerne zu Fuß. Ein Koloss aus Ziegelsteinen steht vor mir. Ein König wollte hier mit über 150 Meter Höhe die größte Stupa der Welt zur Aufbewahrung eines Zahns von Buddha errichten. Sie wurde aber nur zu einem Drittel fertig. Wo der Zahn jetzt wohl ist?

Ochsentaxi Myanmar Mandalay Mingun

Der Bau ist trotzdem beeindruckend. Millionen von Ziegelsteinen  türmen aufeinander. Nur vier kleine Nischen sind an jeder Seite freigelassen, jeweils Platz für eine Buddhafigur und etwas Platz zum Beten.

Mingun Stupa

Weiß wie Schnee ist die Myatheindan-Pagode. Die Sonne blendet, ohne eine Sonnenbrille wäre es für meine Augen unerträglich. Das Gebäude ließ der damalige König im Jahr 1816 zu Ehren seiner verstorbenen Lieblingsfrau errichten.

Myatheindan Pagode Myatheindan Myanmar

Unweit davon befindet sich das nächste Superlativ: die größte funktionstüchtige Glocke der Welt. Die Glocken werden in Myanmar geschlagen, ein Pendel fehlt also. Ich lasse es mir nicht nehmen um ins Innere zu kriechen. Die Mingun-Glocke hat eine Durchmesser von 5 Meter und wiegt ca. 9 Tonnen.

Glocke in Mingun

Das offizielle Programm meiner Reisefieber-Rundreise ist für heute beendet. Ich habe aber noch Lust auf mehr Entdeckungen und lasse mich zum Großmarkt von Mandalay bringen. Hier werden Waren in Großhandelsmengen verkauft. Taschen, Stoffe, Spielsachen, Haarspangen, all das, was man bei uns in Europa in den 1 € Shops bekommt gibt, gibt es in Großmengen zu Spottpreisen zu kaufen.

Grossmarkt Mandalay Mandalay Uhrturm

Zum Hotel retour will ich ein Taxi nehmen, aber kein Taxi weit und breit wartet auf mich. Auf einer Pickupladefläche sitzen vier Männer und ahnen wohl, wonach ich Ausschau halt „Transport, Transport?“ fragen sie mich. Die Pickups, die vor dem Markt stehen, sind alles Sammeltaxis. Ich handle eine Preis aus und werde nach vorne als Beifahrer eingeladen. Ich möchte aber lieber hinten in der normalen Economyklasse sitzen. Die Männer streifen den verknitterten Sitzteppich für mich aus und lachen, als ich mich auf die Ladefläche setze.

Taxifahrt in Mandalay Myanmar Taxifahrt

15.03.2017: Der größte Buddha der Welt in der Stadt Monywa

Mein Wallfahrt geht weiter und heute stehen wieder mehrere Tempel, Stupas, Buddhas und Pagoden auf dem Reiseprogramm. Besuchen die Asiaten in Europa auch so viele Kirchen, frage ich mich?

Kaunghmudaw Pagode U Min Thonze Caves

129 Meter schaue ich empor auf die höchste Buddhastatue der Welt, fertiggestellt im Jahr 2008. Ich fotografiere nur Querformat und da wird es angesichts der Höhe schwer den gesamten Buddha zu erfassen. Im Inneren könnte man über eine Stiege die 31 Stockwerke hochgehen. Das erspare ich mir.

Monywa Stehender Buddha

Unmittelbar neben dem größten Buddha liegt ein 90 Meter langer Buddha. In der Nähe der Stadt Monywa sind nur wenige Besucher anzutreffen. Andere Touristen sehe ich nicht. Auch hier werde ich immer wieder gefragt, ob man ein Foto mit mir machen darf. Manchmal stellt sich auch einfach ein Kind oder auch ein Erwachsener zu mir hin und schon bin ich auf einem Mobiltelefon verewigt.

Monywa Liegender Buddha

Zu dem stehenden und dem liegenden Buddha wird sich bald auch ein sitzender Buddha gesellen. Der riesige Baukran steht neben dem Kopf der Statue.

Monywa Sitzender Buddha Monywa

Die Thanboddhay-Pagode ist mein nächstes Highlight des Tages. Das Äußere weist eine vollkommen andere Architektur als das bisher gesehene auf. Die Bauweise ist einzigartig in Myanmar, erzählt mein Guide A.

Mittlerweile befinden sich über 500.000 kleine Buddhastatuen im Inneren der Pagode. Manche sind nur ein paar Zentimeter hoch. Um ca. 50 Eurocent kann sich hier jeder eine der Statuen kaufen. Die sind zwar sehr klein, aber immerhin, so hat man seinen eigenen Buddha erstanden, der dann innerhalb der Pagode platziert wird. Um 5 Euro bekommt man schon eine rund 20 cm hohe Buddha-Statue.

Thanboddhaqy Pagoda Monywa Buddhas

Das Innere erweist sich als Labyrinth. Überall stehen Buddhastatuen, große und kleine, manche mit Blinklichtern um den Kopf herum, die aussehen wie ein Heiligenschein. Über eine schmale Wendeltreppe steige ich auf einen kleinen Turm neben der Pagode. Hier habe ich einen schöne Ausblick auf das Gebäude.

Thanboddhaqy Pagode

Gleich neben meinem Hotel in Monywa entdecke ich das Pleasant Island Restaurant. Zum Sonnenuntergang sitze ich bei kühlem Bier und Huhn mit Cashewnüssen auf einer kleinen Insel am See. Schon wieder geht ein eindrucksvoller Tag zu Ende. Die Rundreise von Reisefieber ist perfekt organisiert und ich bin von Myanmar begeistert.

Restaurant in Monywa

16.03.2017: Die Höhlen von Hpo Win Daung

Vor uns eine Straßensperre, Transparente hängen in der Luft. Kinder, Frauen, Männer und Novizen machen mit silberfarbenen Blechschüsseln Lärm. Vom offenen Sammeltransporter vor uns stecken Menschen Geldscheine in die Töpfe, manche werfen die Geldscheine einfach aus dem Pickup, diese flattern durch die Luft. Wir fahren weiter. Die Szenerie wiederholt sich auf diesem Straßenabschnitt fast jeden Kilometer. Mein Guide erzählt, dass Geld für den Bau und die Erhaltung eines Tempel gesammelt wird. Die Menschen geben gerne für Buddha und leisten so eine Art Kirchenbeitrag.

Straßensammlung Myanmar Straßensammlung Myanmar 

In Hpo Win Daung wurden Gassen, Höhlen und Nischen in die Sandsteinfelsen gegraben. Mir schweben die Fotos von der Wüstenstadt Petra in Jordanien vor. Ich war zwar noch nie dort, es scheint aber Gemeinsamkeiten zu geben. Das Gelände ist sehr weitläufig, tausende Buddhafiguren stehen, sitzen und liegen in den etwa 900 Höhlen.

Hpo Win Daung

Ich wandere von Höhle zu Höhle. Manche wurden schon lange nicht mehr gereinigt und die Buddhafiguren sind mit Spinnweben verhangen. Die Schuhe ziehe ich trotzdem pflichtbewusst aus. Vielleicht nehme ich mit den Fußsohlen etwas Schmutz und Staub aus der Höhle? Die Lebensgeschichte von Buddha wird immer wieder in zum Teil noch sehr gut erhaltenen und bunten Wandbildern dargestellt. Unglaublich, welche Kulturschätze hier stehen.

Höhlenmalerei Myanmar Buddhafiguren Höhle

Affen unterhalten die Besucher, sie betteln um Bananen und Süßigkeiten. Den einheimischen Pilgern macht es sichtlich Spaß die Affen zu füttern und ein Foto oder ein Selfie mit ihnen zu machen. Ein Smartphone ist immer mit dabei. Ich bleibe lieber auf Distanz.

Höhlen Hpo Win Daung Affen in Myanmar

16.03.2017: Markt von Pakokku und Ankunft in Bagan

Am Markt von Pakokku pulsiert das Leben. Wir stoppen und ich spaziere durch die kleinen Marktstände.

Pakokku Markt Gemüsemarkt Myanmar Betelblatt Betelnuss Myanmar Myanmar Markt Markt in Myanmar

Ich bin von der bisherigen Reise schon etwas müde, die Hitze am Tag trägt dazu bei. Sehr passend ist mein Hotel in Bagan eine ideale Oase um sich zu erholen. Schon beim Betreten der offenen Hotellobby des Tharabar Gate Hotel weiß ich, das ist der ideale Platz für einen erholsamen Nachmittag. Um den Pool stehen gemütliche Liegen und an der Bar daneben genieße ich ein erfrischendes Myanmar Bier.

Pool Tharabar Gate Hotel Tharabar Gate Hotel

Die Neugier auf Bagan wird aber dann doch zu groß und ich möchte nicht auf den morgigen Tag mit der Erkundung der Umgebung warten. Gleich vor dem Hotel stehen Pferdefuhrwerke für Touristen bereit. Wir einigen uns rasch auf einen Preis und schon habe ich meinen Fiaker für eine kleine Rundfahrt durch Old Bagan.

Fiakerfahrt in Bagan Pferdekutsche in Bagan

Die Abendsonne beleuchtet die Pagoden in einem sensationellen Licht. Mein Fiakerfahrer spricht kaum Englisch, aber irgendwie funktioniert die Kommunikation. Ich fotografiere direkt von der Kutsche aus und immer wieder machen wir kurze Fotostopps. 

Bagan mit Pferdekutsche

Im August 2016 gab es hier ein schweres Erdbeben. Viele Pagoden wurden damals beschädigt. Die Renovierungsarbeiten sind noch im Gange und oft sehe ich die Spitzen der Bauwerke hinter Bambusgerüsten versteckt.

Old Bagan Shwesandaw Pagode Bagan

Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir bei der Shwesandaw Pagoda. Hier treffen sich wohl ein Großteil der Baganbesucher. Entsprechend voll wird es oben auf den schmalen Gängen. Ich suche mir eine Platz und beobachte das Farbenspiel der untergehenden Sonne.

Bagan Sonnenuntergang

17.03.2017: Mit dem Ballon über Bagan

Ein kalter Wind streicht mir über die Wangen, meine Augen brennen von den staubigen Straßen von Bagan, langsam dämmert es und die letzten Sterne verschwinden vom Himmel. Ich sitze mit rund 50-60 Personen auf Campinghocker, halte eine Tasse Tee in der Hand und beobachte, wie sich die sechs Piloten auf unsere Ballonfahrt vorbereiten.

Ballonfahrt Vorbereitung Oriental Ballooning Bagan

Ballonfahren ist keine günstige Angelegenheit. Für mich ist es die schönste Fortbewegungsart überhaupt. Trotz Höhenangst steige ich zum sechsten Mal in einen dieser schwebenden Körbe. Mein Pilot Chris ist Engländer und fährt seit 25 Jahren durch die Luft. Der Ballon hat sich zur Gänze mit heißer Luft gefüllt. Die Sonne zeigt sich bereits als roter Ball am Horizont. Chris gibt das Zeichen zum Einsteigen und eine Minute später schweben ich und weitere sechs Gäste über die Tempel von Bagan.

Ballonfahrt Bagan

Der Ballon steigt und die ersten Pagoden der historischen Stadt Bagan werden sichtbar. 20 weitere Ballons fahren durch den Morgenhimmel. Die ideale Route führt die nächste Stunde über die Altstadt von Bagan, direkt am Ayeyarwady Fluss. In unterschiedlicher Höhe herrschen unterschiedliche Luftströme und Chris versucht den Ballon möglichst gut auf Kurs zu bringen.

Bagan Pagode Ballonfahrt Reisedoktor Ballonfahrt

Wir bleiben in geringer Höhe, Menschen winken uns von den Straßen aus zu, Ziegenherden grasen auf freien Flächen, immer wieder schweben wir über die alten Tempelanlagen. Die Thermik ist heute nicht optimal, Old Bagan werden wir heute nicht erreichen, kein Lüftchen treibt uns diese Richtung.

Ballonfahrt Myanmar Bagan Ballonfahrt

Ich genieße die warme Morgenluft. Chris heizt immer wieder die Luft im Ballon über mir, dann wird es laut. Die paar Sekunden Hitze bringen auch meinen Kopf immer kurz zum Glühen. Ansonsten ist es ruhig, vollkommen still, und das ist für mich das Schöne am Ballonfahren.

Ballonfahrt über Bagan Ballonfahrt Reisedoktor

18.03.2017: Handwerker am Inle See

Der 2-Takt-Motor von meinem Langboot heult auf und und schaukelnd geht es durch den schmalen Kanal von der Jetty hinaus bis zum Inle-See. Die Schwimmweste dient als bequeme Lehne, mein Rücken fängt aber rasch zu schwitzen an. Die Schwimmweste ist noch in der originalen Plastikverpackung, wahrscheinlich um das wertvolle Gut zu schützen. Die Wellen der entgegenkommenden Boote schaukeln uns hin und her. Nach ein paar Minuten gewöhne ich mich an den Lärm, an das Schaukeln und an die Sonne, die vom Himmel knallt.

Inle See Bootsfahrt Inle See Fischer

Fischer stehen mit einem Bein am Heck ihrer kleinen Boote, mit dem anderen Bein wird das Ruder betätigt. Gleichzeitig hantieren sie mit Netzen und Körben. Manche Fischer posieren vor den Booten der Touristen, die hier sehr zahlreich sind. Mein Bootsführer stoppt und für ein kleines Trinkgeld geht es vor meinen akrobatisch zu. Keine echten Fischer, erklärt mir mein Guide. Ich fotografiere lieber die tatsächlichen Fischer von der Weite, die wir mit unserem Boot nicht stören.

Fischer Inle See

Ich fahre durch die Wasserstraßen der Pfahlbauten. Das Leben spielt sich am Wasser ab. Die lokale Bevölkerung reist ebenfalls mit Langbooten.

Dorf Inle See

Die Region am Inle See ist für erlesenes Handwerkskunst bekannt. Bei einer  durchorganisierten Reise steht ein Besuch der Werkstätten mit angeschlossenem Shop natürlich am Plan. Seidenweber, Schmiede, Zigarrendreher, Silberschmiede und Bootsbauer gehen unter den Fotoapparaten der Touristen ihrer Arbeit nach.

Handwerk Inle See Zigarren Inle See
Schmied Inle See Silberschmied Inle See

Am Nachmittag erreiche ich mit unserem Boot das Pristine Lotus Spa Resort. Wunderschön am Rande des Sees gelegen, sind die Wohneinheiten in der Architektur eines Bootes errichtet. Am Bug stehen zwei Terrassensessel zum Verweilen bereit. Im Swimmingpool und im Spa kann man sich erholen. Ich bevorzuge mein Bett für ein Nachmittagsschläfchen. Die Sonne und der Fahrtwind haben mich müde gemacht.

Pristine Lotus Spa Resort Hotel Inle Lake

19.03.2017: Morgenmarkt und Stupas am Inle See

Fünf Uhr früh, die Marktstände, die sich nur etwa 200 Meter vom Hotel entfernt befinden, werden eingerichtet. Die Waren werden entweder mit Langbooten vom Inle See oder mit Mopeds und kleinen Fahrzeugen angeliefert. Frauen mit kunstvoll gedrehter Kopfbedeckung sitzen zwischen den Holzstapeln. Sie verkaufen Brennholz für die kalten Nächte hier oben auf über 1000 Meter Seehöhe.

 Inle See Myanmar

Auf Plastikplanen zappeln frisch gefangene Fische und schnappen erfolglos nach Wasser. Viel frischer kann ein Fisch nicht ver- oder gekauft werden. Die Händlerinnen rauchen die landestypischen Cheroots, die wie Zigarren aussehen. Fleisch, Blumen, Gemüse und auch Plastikwaren werden gehandelt. Der Langbootparkplatz ist schon voll. Ich setze mich auf den Boden und beobachte das Treiben.

Markt Inle See Raucherin am Inle See

Nach dem Frühstück bin ich wieder mit meinem Guide und dem Langboot am Inle See unterwegs. Heute ist Kultur angesagt. Stupas und Buddhafiguren habe ich eigentlich schon genug gesehen, aber jeder Tag bringt neue Höhepunkte. Über 1.300 Stupas stehen bei der Shwe Inn Dein Pagode dicht aneinander. Manche sind mit Goldfarbe, manche mit weißer Farbe bemalt.

Shwe Inn Dein Pagode

Viele der Stupas sind seit langer Zeit nicht mehr renoviert worden und zerfallen. Oft wachsen Pflanzen und sogar kleine Bäume zwischen den Mauern. Ähnlich den Tempelanlagen um Angkor Wat verschlingt die Natur die bis zu 900 Jahre alten Stupas.

Pagoden Inle See Alte Pagoden Inle See

Ich stehe vor fünf glänzenden Goldklumpen. Männer kleben feinstes Blattgold darauf. Mit dem Mobiltelefon werden Erinnerungsfotos gemacht. Frauen haben keinen Zutritt zu den fünf kleinen Buddhas. In den letzten Jahrzehnten wurde soviel Gold auf die Figuren geklebt, das diese nicht mehr erkennbar sind.

Phaung Daw Oo Pagoda

20.03.2017: Ruhepause am Ngapali Strand

Zeit für ein Ruhepause. Die Reise selbst ist sehr gut geplant. Fast jeden Tag gibt es eine längere Mittagspause oder ich komme am frühen Nachmittag im Hotel an. Nach zwei Wochen voller Eindrücke bin ich trotzdem froh die nächsten drei Tage gemütlich am Ngapali Strand verbringen zu können.

Thande Beach Hotel Thande Beach Hotel Zimmer

Das Thande Beach Hotel liegt direkt am Strand. Vom Balkon aus habe ich einen schönen Blick über den Bungalow vor mir auf Strand und Meer. Die Restaurantterrasse ist super schattig und ebenfalls direkt am Meer. Ich genieße den leichten Wind und mein erstes Myanmarbier am Ngapali Beach. Der Hotelpool wird mich die nächsten Tage sicher nicht sehen. Warum in das Chlorwasser gehen, wenn das warme Meer auf mich wartet?

Thande Hotel Ngapali Strand Myanmar Beer

21.03.2017: Urlaub am Ngapali Strand

Der feine Sand drückt sich zwischen meine Zehen durch. Es ist früher Vormittag und es hat 30°C. Am kilometerlangen Sandstrand spazieren nur vereinzelt Urlauber. Keines der Gebäude am Strand ist höher als die Bäume und Palmen, nur die wenigen Liegestühle lassen Hotelanlagen vermuten.

Ngapali Strand

Der Ngapali Beach ist breit und traumhaft schön. Das Meer bringt Abkühlung, die Wassertemperatur schätze ich zwischen 27-28°C. Ich genieße das warme und klare Meerwasser. Die Sea Lady sitzt auf einem Felsen am Strand und schaut hinaus aufs Meer. Wartet sie auf die Rückkehr eines der Fischerboote? Sie wartet schon sehr, sehr lange und ist zu Stein geworden. Ich warte auch, auf den Sonnenuntergang.

Sea Lady Ngapali Beach Sonnenuntergang Myanmar

22.03.2017: Fischer am Ngapali Strand und Lontha

Ich stoppe vor dem Hotel ein Sammeltaxi am Straßenrand und fahre zeitig in der Früh in das rund 3,5 Kilometer entfernte Fischerdorf Lontha. Gestern Abend zählte ich am Horizont 52 grüne und weiße Lichter von Fischerbooten. Nun bringen sie den nächtlichen Fang an Land.

Fischer in Myanmar Fischkörbe Ngapali Strand

Die Fischer tragen große Körbe voll mit Fischen zu den wartenden Frauen am Strand. Mit großen Schwüngen schleudern und verteilen sie die kleinen Fische auf blaue Kunststoffplanen. Die Trockenfische landen dann irgendwann wieder in Körben auf den Märkten von Myanmar.

Trockenfisch Myanmar Lontha Strand

Ein Ochsenkarren fährt durch das Wasser zu einem Fischerboot. Die Tiere stehen bis zum Hals im Meer. Geduldig warten sie bis die Körbe mit fangfrischem Fisch auf das Gefährt geladen werden.

Ochsenkarren Lontha Strand

23.03.2017: Strandrestaurants am Ngapali Strand

Es gibt wahrscheinlich exklusivere Hotels am Ngapali Strand. Ein großer Pluspunkt im Thande Beach Hotel ist die Restaurantterrasse gleich neben dem Sandstrand. Beim Frühstück genieße ich das Rauschen des Meeres und beobachte ein paar kleine Ausflugsboote. Große, alte Bäume und ein paar riesige Sonnenschirme spenden den notwendigen Schatten. Ich bleibe gleich den ganzen Vormittag sitzen und schreibe an meinem Reisetagebuch.

Thande Beach Hotel Frühstück Arbeiten am Ngapali Strand

Zweiter große Pluspunkt ist die beste Lage am Strand. Gleich neben dem Hotel befinden sich die Strandrestaurants. Und die Bucht ist immerhin vier Kilometer lang. Mit den Füßen im Sand genieße ich gebratene Garnelen und Oktopus zu günstigen Preisen.

Strandrestaurants Ngapali Strand Strandbar Ngapali Strand

Welches der Restaurants man besucht ist eigentlich ziemlich egal, überall werden Meeresfrüchte aufgetischt und es schmeckt überall gleich gut. Auch der Reis ist überall gleich kalt. Vielleicht gibt es ja eine gemeinsame Küche hinter den Ständen? Das Essen der letzten zwei Wochen in Myanmar habe ich übrigens sehr gut vertragen. „Cook it, peal it or forget it“, das beste Rezept für einen unbeschwerten Urlaub.

Meeresfrüchte Ngapali Strand

Liegestühle stehen für den Sundowner am Strand bereit. Ein (oder zwei) Bier zum Sonnenuntergang, was will ich mehr.

Sundowner am Strand Ngapali Strand Sonnenuntergang

24.03.2017: Stadtrundfahrt in Sittwe

Nach drei erholsamen Tagen am Strand fliege ich rund 45 Minuten an der Küste entlang nach Sittwe. Die Stadt hat für Touristen wenig zu bieten und ist meist nur Durchgangsstation auf dem Weg nach Mrauk U.

Am Nachmittag sind ein paar Stunden Zeit und im Reisefieber Reiseprogramm ist eine kleine Stadtrundfahrt durch Sittwe vorgesehen. Ein Kloster und eine Pagode dürfen nicht fehlen. Spannend sind die alten Kolonialgebäude. Die Gebäude mit den aufwendigen Fassaden wirken trotzdem fehl am Platz.

Sittwe Kolonialgebäude Sittwe Pagode

Eine Prozession blockiert die Straße. Im Festtagsgewand marschieren Menschen im Gänsemarsch der Straße entlang. Drei kleine Buben werden morgen als Novizen für eine kurze Zeit ins Kloster gehen. Sie reiten auf Pferden dem wichtigen Ereignis entgegen. Es ist ein großes Fest für die Familie samt Nachbarschaft.

Umzug Sittwe Novizen Prozession

Meinen örtlichen Guide soll ich Tom nennen. Am späten Nachmittag setzt er mich am Strand aus. Er wartet rund 1 km weiter bei einem Aussichtsturm. Eine Unmenge an von der Sonne verblassten gelben, roten, grünen und blauen Sonnenschirmen stehen am Strand, sie spenden den bunten Plastiksesseln etwas Schatten.

Nur wenige Gäste haben Platz genommen und trinken Bier. Der starke Wind bläst mir Sand in die Augen. Aus Lautsprechern kreischt laute Musik. Es gibt schönere Orte für einen Sonnenuntergang.

Sittwe Strand Sittwe Strand Fussballer

Am Strand weiter vorne spielen mehrere Jugendliche Fußball. Ich beobachte sie und wundere mich, wie sie es schaffen beim Barfußspielen nicht auf Glasflaschen oder sonstigen Müll zu steigen. Ich mache mich auf dem Weg zum Treffpunkt. Ich treffe meinen Guide Tom und die jungen Paare aus Sittwe treffen sich zu einem Date.

Sittwe Aussichtsturm Sittwe Myanmar

„Meat Sandwish“ (sic!) oder „Fired Fish“ (sic!)? Die Speisekarte beim Abendessen sieht nicht sehr vertrauenswürdig aus.Ein Hahn stolziert im Restaurant herum. Er dürfte wohl der Chef sein. Er stolziert von Tisch zu Tisch und pickt Reiskörner auf, dann steigt er die Treppe in den ersten Stock hoch.

Nachdem er nochmals eine Runde durchs Lokal spaziert ist, setzt er sich auf einen kleinen Mauervorsprung und überblickt sein Reich aus rund zwei Metern Höhe. Den Kotspuren an der Mauer zufolge, dürfte das sein Stammplatz sein. Zur Ehrenrettung des Lokals sei aber erwähnt, dass die Thai Suup“ (sic!) zwar etwas scharf ist, aber trotzdem sehr gut schmeckt.

Speisekarte Myanmar Restaurant Sittwe

25.03.2017: Mrauk U – Tempel, Stupa oder Pagode

Tempel, Stupa oder Pagode? In meiner Reiseliteratur finde ich immer wieder unterschiedliche und widersprüchliche Angaben. Auch auf Wikipedia bekomme ich keine schlüssige Antwort. Was ist der Unterschied? Gibt es überhaupt einen? Welche Bezeichnung ist nun die richtige für die einzelnen buddhistischen Bauwerke?

Mrauk U Myanmar

Die hoffentlich richtige Antwort bekomme ich in der alten Königsstadt Mrauk U. Mein Guide Tom spricht exzellent Englisch und erklärt mir den Unterschied. Um eine Pagode kann man nur herumgehen, es gibt keinen Eingang. In eine Stupa kann man hineingehen, dort befindet sich meist eine Buddhastatue, man kann im Inneren nicht rund herum gehen. Ein Tempel hat mehrere Eingänge und man kann innen eine ganze Runde gehen.

Buddhafigur Pagode Mrauk U

Der Koe Thaung Tempel stammt aus dem 16. Jahrhundert und soll original über 90.000 Buddhafiguren enthalten haben. Ich spaziere durch die teilweise überdachten Gänge. Es ist sehr dunkel und nur kleine Wandöffnungen lassen einen Lichtstrahl ins Innere.

Koe Thaung Mrauk U Tempel

Überall stehen alte und zerbrochene Figuren. Die Tempelanlage ist Tag und Nacht frei zugänglich. Es gibt keine Überwachung oder dergleichen. Ob manchmal alte Buddhafiguren verschwinden? Mrauk U darf erst seit dem Jahr 1996 von ausländischen Touristen besucht werden. Nur 4.500 bis 5.000 Touristen verirren sich pro Jahr hierher.

Koe Thaung Tempel Mrauk U Koe Thaung Tempel

„Es fehlt ein Flughafen,“ meint mein Guide Tom, dann würden sicher auch so viele Touristen wie nach Bagan kommen. Die Anreise nach Mrauk U ist derzeit nur über den Flughafen Sittwe und einer rund vier- bis fünfstündigen Bootsfahrt möglich. Soviel Zeit nehmen sich viele Besucher nicht. Die wenigen Touristen, die mir heute über den Weg gelaufen sind, treffe ich so ziemlich alle am Abend im Moe Cherry Restaurant, dem besten Restaurant der Stadt, wieder.

Myanmar Mrauk U.

26.03.2017: Ausflug zu den Chin Villages

„Do you need a toilet?“ fragt mich mein Guide Tom, bevor wir ein kleines Boot besteigen. Ich schließe daraus, dass es an Bord keine Toilette gibt und suche noch die sogenannte Toilette in der Nähe der Bootsanlegestelle auf. Mehr als ein Erdloch finde ich nicht vor. Wenig später sitze ich bequem in meinem Liegestuhl auf einem überdachten Langboot und los geht meine Bootsreise zu den Chin Villages.

Bootsfahrt Chin Dörfer

Wir fahren flussaufwärts. Große Flosse kommen uns entgegen, lassen sich mit der leichten Strömung treiben und transportieren auf diese Weise Bambus- und Teakholz Richtung Meer. Fischer hantieren auf kleinen Booten mit ihren Netzen. Frauen waschen ihre Wäsche. Es ist angenehm warm und ich genieße die leichte Brise des Fahrtwindes auf meiner Haut. Einzig das laute Schnattern des Dieselmotors stört die idyllische Stimmung.

Fluss Myanmar Boot Chin Village

Wir legen an. Nach rund 2,5 Stunden gehe ich an Land und marschiere den sandigen Weg hinauf zum ersten Chin Village. Zur Regenzeit ist der Fluss einige Meter höher. Ich befinde mich im einem Dorf der Chin, einer großen Volksgruppe im Staat Myanmar. Laute Musik tönt aus den Lautsprechern. Ein Fest ist in Gang. Auf einem Plakat wird mir der geplante Klosterbau gezeigt. Heute ist die „Grundsteinlegung“ und entsprechend wird gefeiert.

Chin Dorf

Ich überzeuge mich selbst und sehe einen drei Meter hohen Stahlkorb in etwas Zement befestigt. Ansonsten stehen alle Häuser auf Holz- und Bambuspfählen. Das Kloster soll sicher besonders schön werden. Ein Frau reicht mir ein Teller mit Melonenstücken und ich werde zum Essen eingeladen.

Leider bin ich noch vom Frühstück satt, will aber nicht unhöflich gelten und nehme mir ein Stück. Dann überlege ich wie das riesige Kloster auf dem Plakat auf dem kleinen Grundstück Platz haben soll. Das kann sich nicht ausgehen, trotzdem spendiere ich fünftausend Kyat für den Bau und der Gastfreundschaft.

Chin Dorf Baustelle Chin Dorf Klosterplan

Zehn Bootsminuten weiter treffe ich auf alte Chin-Frauen mit den bekannten Gesichtstätowierungen. Einer Legende nach ließ vor knapp 1000 Jahren der König viele schöne Chin Frauen für seinen Palast entführen. Um dem entgegenzutreten wurden alle jungen Mädchen mit Tätowierungen im Gesicht unattraktiv gemacht. Diese Tradition hielt sich viele hunderte Jahre und findet nun ein Ende. Die jüngsten Frauen mit den markanten Gesichter sind schon über 60 Jahre alt.

Chin Frau Tätowierung

Im nächsten Dorf geht es geschäftiger zu. Tätowierte Frauen begrüßen mich und alle leiten mich zu ihren Häusern. Verkauft werden schmale Schals in grellen Farben. Zu rau um sie zu tragen, aber als Dekoration, zum Beispiel als Tischvorleger, durchaus brauchbar. Um nicht einfach nur fotografierend durch ein Dorf zu laufen, gebe ich meinen Beitrag und kaufe einer Familie einen Schal ab.

Seidenweberin Chin Dorf Myanmar

Eine mit einer Spinnenwebe tätowierte Frau um die 80 unterhält sich mit meinem Guide. Eine mindestens genau so alte und sichtlich schon fast blinde und ebenfalls tätowierte Frau gesellt sich dazu. Ihr Mann liegt ein paar Meter weiter hinten und schläft. Daneben webt die Schwiegertochter einen weiteren, sehr bunten Schal.

Eine Freundin vom Nachbarhaus ist ebenfalls da und säugt ihr Baby. Eine weitere junge Frau sitzt mit einer Myanmar-Zigarette im Plastiksessel. Keine Ahnung welches Kraut sie da raucht, es scheint aber ziemlich entspannend zu wirken.

Chin Village Myanmar Chin Village

Mit meinem Guide als Übersetzer entsteht ein interessantes und sehr lustiges Gespräch mit der versammelten Gruppe. Es geht um Männer, die in dieser Gegend manchmal eine zweite Frau heiraten. „Man teilt sich das Frühstück, aber doch keinen Mann“ wirft die sehbehinderte Frau ein.

Für die modernen Verhütungsmethoden der jungen Frauen hat sie kein Verständnis. „Die Kinder sollen kommen, wie sie kommen“, meint sie. Die Schwiegertochter sieht das anders, drei Kinder sind ihr genug.

Chin Dörfer Bootsfahrt

27.03.2017: Besuch der historischen Stadt Mrauk U

Mrauk U, ein Marktbesuch ist in der quirligen Stadt ist für mich obligatorisch. Fleisch (wie wäre es mit gegrillte Ratten zum Mittagessen?), frischer und getrockneter Fisch, Gemüse und Obst, Stoffe, Medikamente, Plastikgeschirr,…  so ziemlich alles was man zum Leben braucht, kann man kaufen. Die Temperaturen liegen früh morgens schon über 30°C. Die engen Gänge sind meist mit Plastikplanen überdacht und bieten etwas Schutz vor der Sonne.

Mrauk U Markt Markt Myanmar

Ich bin mit 176 cm nicht besonders groß, überrage aber die heimische Bevölkerung um mehr als einen Kopf. Die Gestänge für die Planendächer sind genau in meiner Augenhöhe und ich muss aufpassen, dass ich mir keine Stange ins Auge stoße. Buckelig wie Quasimodo quäle ich mich durch die engen Marktpassagen. Gekauft wird ein Säckchen mit frischen Pfefferkörnern und etwas Currypulver.

Mrauk U Markt Myanmar Markt Mrauk U

Die schönsten drei Tempel von Mrauk U zeigt mir mein Guide ganz zum Schluss, das hat er mir versprochen. Er soll Recht behalten. Ich gehe durch einen dunklen Gang in eine Tempelanlage. Buddhastatuen sitzen in Reih und Glied nebeneinander. Tageslicht scheint nur durch kleine Maueröffnungen. Wir schalten kurz die künstliche Beleuchtung aus, es wird stockdunkel und es ist fast nichts zu erkennen.

Mrauk U Tempelanlage

Im Tempel daneben ist der Innengang voll mit Reliefe ausgeschmückt. Menschen, Tiere und Fabelwesen sind abgebildet. Außer mir sind keine weiteren Besucher anwesend, das macht die Stimmung noch mystischer.

Mrauk U Tempel Mrauk U Tempelgang

Ein Teil der knapp 500 Jahre alten Buddhafiguren wurden erst kürzlich „renoviert“. Die Körper sind mit weißen Lack überzogen, die Lippen und Fingernägel sind knallrot bemalt. Es ist nicht bekannt wer hier am Werk war. Es schaut aus wie ein Bubenstreich. Doch es war nicht böswillig gemeint. Die alten zerfallenen Figuren sollten einfach etwas aufgehübscht werden. Gestoppt wurde die Verschönerungsaktion dennoch von offizieller Stelle.

Mrauk U Buddhafiguren

Für die Menschen von Mrauk U sind die alten Tempelanlagen keine Sehenswürdigkeiten oder keine Museen, sondern Teil der Stadt und religiöse Zentren. Als Tourist sehe ich die alten Stätten mit anderen Augen und wundere mich, dass das gesamte Gebiet nicht UNESCO Weltkulturerbe ist. Ob das gut wäre, mag ich nicht beurteilen.

Ich bin mir sicher, dass dann die funkelnden Lichterketten um die Buddhafiguren verschwinden würden. Auf die sind die Menschen aber besonders Stolz, sie symbolisieren den erleuchteten Buddha. Soll man diese lebendige Stadt wirklich in eine Museumsstadt nur für Touristen umwandeln?

Beleuchteter Buddha Mrauk U Sonnenuntergang

Am Sonnenuntergangshügel treffe ich dann wieder die bekannten Gesichter der anderen paar Touristen in Mrauk U. Man begrüßt sich wortlos mit einem Kopfnicken, wartet auf die untergehende Sonne und fährt dann fast im Konvoi ins Moe Cherry Restaurant.

Moe Cherry Restaurant

28.03.2017: Bootsfahrt von Mrauk U nach Sittwe

Früh morgens sitze ich in dem von Reisefieber für mich gecharterten Boot und fahre den Weg zurück nach Sittwe. 4,5 Stunden dauert die Bootsfahrt. Ich setze bequem auf einem schattigen Platz und lasse die Landschaft und die vielen Boote an mir vorbeiziehen.

Bootsfahrt Myanmar Bootsfahrt Mrauk U SittweMyanmar Bootsfahrt Bootsfahrt Sittwe Mrauk USittwe Mrauk U Bootsfahrt Mrauk U Bootsfahrt

29.03.2017: Meine Reise endet in Yangon

Die größte Stadt von Myanmar hat mich wieder. Vor drei Wochen bin ich in Yangon gelandet. Mit viel Vorfreude startete ich in das mir unbekannte Land. Begeistert kehre ich jetzt an den Ausgangspunkt zurück.

Reisefieber Myanmar Shwedagon Pagoda Yangon

Ich besuche zum zweiten und letzten Mal die Shwedagon Pagode, schön wieder hier zu sein. Die Sonne lässt das Gold immer noch funkeln und glänzen. Einheimische mit ihren schöne und bunten Gewändern pilgern wieder im Uhrzeigersinn um die Pagode. Touristen kreisen auch heute fotografierend im Safari-Outfit umher. Alles wie beim ersten Mal vor drei Wochen.

Shwedago Pagode

Nur bei mir selbst hat sich etwas geändert. Ich bin voll von Eindrücken und Erlebnissen. Myanmar ist ein großartiges Reiseland. Und ich bin müde. In den letzten Tagen ist es mir schon schwer gefallen Neues wahrzunehmen. Ich möchte jetzt nicht mehr weiterreisen. Meinen letzten Abend verbringe ich im „Feel“, dem wahrscheinlich besten Straßenrestaurant der Stadt.

Feel Restaurant Yangon Streetfoot Yangon

Ich freue mich auf zu Hause. Ich habe soviel in nur drei Wochen gesehen. Noch oft werde ich meine Fotos ansehen, mein Reisetagebuch lesen und von Myanmar erzählen. Ich bin zufrieden und glücklich. Genau so soll eine Rundreise enden.

Die Reise wurde von Reisefieber – dem Asien Spezialist unterstützt. Vielen Dank.

Reisefieber