Reisedoktor

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Franz Roitner

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Costa Rica Mietwagenrundreise 2016| Reisetagebuch & Reisebericht

Reisekarte Costa Rica

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22.11.2016: Hotel Villa Colón in Ciudad Colón

Angenehm warm ist es auf der Frühstücksterrasse des Hotel Villa Colón. Nur zwei Meter neben mir schwirrt ein Kolibri von Blüte zu Blüte. Dazwischen flattern Schmetterlinge in den buntesten Farben. Vor mir steht ein Teller mit tropischen Früchten, Papaya, Mango und Ananas. Diese Früchte und noch mehr stehen daneben in Form eines frisch gepressten Saftes. Bin ich im Paradies?

Schmetterling in Costa Rica Hotel Villa Colón Costa Rica

Vor 30 Stunden saß ich noch in Wien in meinem Büro und arbeitete mich durch Vertragsunterlagen. Jetzt kann ich es kaum glauben, dass ich auf der Weltkugel ein ganzes Stück weiter westlich beim Frühstück sitze. Nach dem Obst gibt es das Nationalgericht Gallo Pinto (Reis mit Bohnen). Ich bin von der langen Anreise hungrig und verschlinge die Portion, die mit einer Eierspeise serviert wird. Dazu gibt es selbstgemachtes Brot. Ich fürchte, das wird das letzte halbwegs gehaltvolle Brot der Reise sein und bestelle zur Sicherheit gleich noch ein paar Scheiben.

Villa Colón Costa Rica Frühstück Villa Colón

Die nächsten drei Wochen bin ich mit einem Mietwagen in Costa Rica unterwegs. Alle Unterkünfte sind bereits von der örtlichen Agentur www.ticotrotter.com aus der Welt von www.trottermundo.com vorab reserviert. Die Agentur hat gleich zu Beginn eine gute Wahl mit der Villa Colón getroffen. Wie ich später erfahre, betreibt Agentur vor Ort dieses Hotel, deren Büro liegt gleich ums Eck. Das Mietauto übernehme ich erst morgen. Ich entspanne mich auf der Terrasse, beobachte die Vögel und Schmetterlinge und freue mich auf meine Costa Rica Rundreise.

Reisedoktor in Costa Rica

23.11.2016: Fahrt von Colón nach Puerto Viejo

Der Hurrikan Otto hat sich vor der Ostküste von Costa Rica zusammengebraut. Seit es Wetteraufzeichnungen gibt, hat kein Hurrikan das Land erreicht. Für die Karibik ist der Zeitpunkt eines Hurrikans sehr spät im Jahresverlauf. Mein geplantes Reiseziel für heute ist Puerto Viejo ganz im Süden an der Karibikküste. Fahren oder nicht fahren, so lautet die Frage die Frage des Tages. Mein Mietwagen steht schon bereit. Was tun?

Hurrican Otto Costa Rica Mietauto Costa Rica

Zum Frühstück kommt Katja Bärwolf, die Chefin der örtlichen Reise-Agentur Ticotrotter vorbei und wir beratschlagen uns. Mir wird angeboten, dass ich die nächsten 1-2 Tage noch in der Villa Colón bleiben könnte und das wir vorerst abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Es hat schon viele Vorteile, wenn man einen lokalen Ansprechpartner hat, der sich um einen kümmert.

Ich lese im Internet nochmals die letzten Information über den vermutlichen Weg des Hurrikans. Er wird wahrscheinlich an der nördlichen Grenze von Costa Rica und Nicaragua auf das Land treffen. Puerto Viejo liegt ganz im Süden und ich beschließe mich auf die Reise zu machen.

Gallo Pinto Costa Rica

Das Mietauto hat ein super Navi dabei. Ich gebe den Hotelnamen „Namuwoki Lodge“ ein und schon steht die Ankunftszeit am Display. Obwohl auf die Ankunftszeit kann ich mich nicht verlassen, denn diese verschiebt sich laufend nach hinten. Die Straße ist zwar ein einem super Zustand, aber es dauert schon eine Weile bis ich die Hauptstadt San José hinter mir lassen kann.

Das Meer, dieser Anblick während einer neuer Reise, ist für mich immer was besonderes. Nach rund vier Stunden habe ich die Karibikküste erreicht und nun fahre entlang der Küste weiter südwärts. Am Strand von Playa Negra mache ich den ersten Stopp. Feiner schwarzer Sand drückt sich zwischen meine Zehen.

Playa Negra Reiher Costa Rica

Einige Spaziergänger sind am Strand unterwegs. Ich blicke aufs Meer. Dort draußen wütet bereits der Hurrikan Otto. Wenn er morgen früh auf das Land trifft, wird er viel Schaden anrichten. Hoffentlich ist die Zerstörungskraft nicht zu groß und alle Menschen in den betroffenen Gebieten weiter im Norden kommen mit dem Leben davon.

Ein Reiher steht am Strand und blickt in die gleiche Richtung wie ich, hinaus zum Otto. Spürt auch er schon, dass Unheil auf das Land zukommt? Trägt er deswegen ein schwarzes Federkleid? Alles ist hier jetzt grau, grün und schwarz, trotzdem oder gerade deswegen ist es hier sehr eindrucksvoll.

Playa Negra Costa Rica

24.11.2016: Namuwoki Lodge und die Strände um Puerto Viejo

Ich liege in der Hängematte vor meinem Bungalow in der Namuwoki Lodge und beobachte wie die Regentropfen von den Blättern auf den Boden tropfen. Außer diesem Geräusch höre ich nichts, absolut nichts. Beim Anblick der Fotos denkt man wahrscheinlich, man ist mitten im Dschungel. Doch die Lodge liegt nur zwei Gehminuten von der Straße entfernt, wo sich einige Restaurants und ein kleiner, gut sortierter Supermarkt befindet. Zum Strand ist es dann auch nicht mehr weit.

Namuwoki Lodge Costa Rica Namuwoki Lodge

Den heutigen Vormittag verbringe ich in der Hängematte. Ich blättere durch meine Costa Rica Reiseführer und verfolge die Hurrikan-Neuigkeiten auf meinem Mobiltelefon. Kaum zu glauben, dass sich ein paar hundert Kilometer weiter nördlich gerade Dramen abspielen.

Hängematte Namuwoki Lodge

Am Nachmittag zeigt sich zeitweise die Sonne. Mit meinem Mietwagen besuche ich die Ortskerne von Puerto Viejo und Manzanillo. Die Straße führt zum Teil direkt am Strand vorbei. Über ein Dutzend Surfer liegen im Wasser und warten auf die nächste Welle. Manchen gelingt es im richtigen Augenblick auf das Board zu steigen und auf den Wellen zu reiten. Am Ende landen alle spektakulär oder auch sehr unspektakulär im Wasser.

Puerto Viejo Puerto Viejo Surfer

Vor mir liegt ein einsamer Strand, hinter mir der Dschungel. Ganz am Ende von Manzanillo, dort wo die Straße endet, führt ein Spazierweg weiter entlang des Meeres. Außer mir spazieren heute nur Blattschneideameisen am Weg. Die sind dafür sehr, sehr viele und tragen Blätter, die ein vielfaches der eigenen Körpergröße haben. Es macht Spaß die Ameisenstraße zu verfolgen. Obwohl ich gar nicht danach gesucht habe, finde ich am Ende die perfekte Palme, wie aus dem Bilderbuch. Auf vielen Wandkalendern wurde genau diese Palme abgebildet? Ein Foto ist natürlich Pflicht.

Manzanillo Costa Rica

25.11.2016: Mit der Seilbahn durch und über den Regenwald

Tzak-tzak-tzak-tzak macht es und meine Gondel beginnt über dem Boden zu schweben. Zu fünft sitzen wir in der Seilbahn, vier Touristen in Zweierreihe und unser Guide Alan ganz hinten. In einem Gemisch aus Englisch, Deutsch, Spanisch und Französisch erklärt Alan die Bioversität des Regenwaldes.

Eine geballte Ladung an Wissen ergießt sich von hinten in meine Ohren. Meine Augen sind auf der Suche nach Fotomotiven. Einen Regenwald bekommt man ansonsten nicht so einfach von oben präsentiert. Zuhören, mitreden, Fragen beantworten, Motive suchen, nach links, rechts, oben und unten sehen, fotografieren, so eine Seilbahnfahrt kann ganz schön anstrengend sein.

Seilbahn Costa Rica Pflanzen Costa Rica

Nach einer halben Stunde werde ich ruhiger und ich beginne einfach zu genießen, wie ich langsam und gemütlich durch den Regenwald kutschiert werde. Ich muss nicht alles wissen und auch nicht alles fotografieren. Ich bin einfach froh, hier in Costa Rica zu sein zu können.

Regenwald Seilbahn

26.11.2016: Von der Kakaopflanze zur Schokolade

Ich schwanke. Nicht das ich getrunken hätte, ich gehe weiter und schwanke wieder. Unter mir donnert der Fluss Sarapiqui. Über 262 Meter ist diese Hängebrücke lang und sie ist nicht jedermanns Sache. Gleich zu Beginn entscheidet sich ein Besucher kehrt zu machen und auf die Kakaotour zu verzichten. Ich leide zwar unter Höhenangst, komme aber sehr gut zurecht, da gibt es schlimmeres. Ich habe sogar Spaß daran schwankend ans andere Ufer zu gelangen.

Costa Rica Hängebrücke Kakaofrucht

Guide Steven erklärt mir in einer ausführlichen und sehr eindrucksvollen Präsentation, wie aus einer Kakaopflanze Schokolade gewonnen wird. Ich verkoste, das heißt ich lutsche an einer frischen Kakaobohne. Schmeckt ein wenig nach Litschi. Besser mundet dann schon die getrocknete und kurz angeröstete Kakaobohne. Mit meinen Fingernägeln ziehe ich die Schale vom Kern und mmmhhhh, einfach köstlich, reiner Schokoladengeschmack. Zum Kosten bekomme ich dann noch gemahlene Kakaobohnen. Danach wird das Pulver in heißes Wasser gerührt. Den Kakao kann ich mit Muskat, Chilli, Maismehl, Vanille oder Pfeffer verfeinern.

Kakaobohnen Costa Rica

Neben dem Prozess von der frischen Kakaofrucht bis zur fertigen Schokolade erklärt Steven allerlei Wissenswertes um die Geschichte des Kakaos. Am Ende verkoste ich frisch geschmolzene Schokolade und selbstgemachte Pralinen. Aus der dreistündigen Tour wird ein vierstündiger kurzweiliger und sehr lehrreicher Ausflug. Ein kleines Säcken mit 15 gerösteten Kakaobohnen bekomme ich als Souvenir geschenkt, und da Kakaobohnen früher ein Zahlungsmittel waren, könnte ich die Bohnen gegen Postkarten eintauschen. Da wäre ich schön blöd, die leckeren Schokobohnen behalte ich natürlich als Reiseproviant.

Kakaotour Schokolade Costa Rica

27.11.2016: Die Maquenque Lodge am Rio San Carlos

Spechte, Kolibris, Ibisse, Papageien, Aracari Tukane, Schwefeltyrannen und noch viele weitere Vogelarten beobachte ich von der Restaurantterrasse der Maquenque Lodge aus. Gibt es eine schönere Gesellschaft als mit diesen Vögel zu Frühstücken? Die Lodge selbst liegt traumhaft abgelegen von der Zivilisation. Mein Mietauto parkte ich gestern Nachmittag am anderen Flussufer, zur Maquenque Lodge wird man mit einem kleinen Transferboot gebracht.

Maquenque Lodge Costa Rica

Auf dem Rio San Carlos plane ich einen Bootsausflug mit anderen Gästen der Lodge. Das Wetter könnte besser sein. Angesichts dessen, das vor ein paar Tagen der Hurrikan hier durchgefegt ist, könnte es natürlich noch schlimmer sein. Strom gab es aufgrund der Schäden gestern Abend nicht, das Abendessen bei Kerzenlicht war dafür umso romantischer. Zum Glück kocht man hier mit Gas, so gab es warmes Essen, die Küche selbst wurde mit Kerzenschein beleuchtet. Der Kühlschrank scheint gut isoliert zu sein, das Bier war einigermaßen kühl.

Maquenque Lodge Maquenque Lodge Abendessen

Für meine zwei Nächte hatte ich ursprünglich ein Baumhaus gebucht. Da es leider Sturmschäden gab, bekam ich ein Standardzimmer. Dass diese Zimmer allein stehende Bungalows mit eigener Terrasse und Blick auf die Lagune sind, macht den Wechsel aber recht angenehm.

Bungalow Maquenque Lodge Maquenque Lodge Zimmer

Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen und besichtige in der Früh eines der Baumhäuser. In einer Höhe von 15 – 20  Meter ist man völlig alleine mitten in der Natur. Ein Brüllaffe schreit durch den Wald, er scheint sich über meinen Besuch zu freuen.

Baumhaus Maquenque Lodge

27.11.2016: Bootsfahrt auf dem Rio San Carlos

Aber nun zu meiner Bootsfahrt auf dem Rio San Carlos. Bei Regen starten wir flussabwärts und ich bin etwas skeptisch, ob ich die nächsten Stunden halbwegs trocken bleiben werde. Das Boot hat zwar ein Dach, aber die Regentropfen finden den Weg von der Seite. „Im Regenwald, da regnet´s halt“, den Spruch hat Katja von Ticotrotter mir noch auf den Weg gegeben. Wie recht sie hat, und ja, natürlich „im Regenwald, da regnet´s halt“.

Bootsfahrt Rio San Carlos Leguan Costa Rica

Glücklicherweise ändert sich das Wetter recht schnell und es hört auf zu regnen. Unser Kapitän Jason hat ein erfahrenes Auge und sichtet ständig Vögel und Tiere am Flussufer. Ich habe nicht gewusst, das es Leguane gibt, die auf Bäumen wohnen.

Bar Costa Rica Blumen Costa Rica

Nach rund zwei Stunden Fahrzeit mit vielen Fotostopps erreichen wir einen kleinen Ort, der direkt an der Grenze von Costa Rica liegt, am anderen Ufer ist bereits Nicaragua. Es gibt eine kleine Bar mit Erfrischungsgetränken und Kaffee. Ich nutze die Zeit und spaziere herum. Prachtvolle Blumen verzieren den Ort, aber auch gut getarnte Tiere lassen sich entdecken.

Jesus Christ Lizard

28.11.2016: Vogelbeobachtung am frühen Morgen

Um 6 Uhr früh geht’s heute los. José begleitet die Gäste von der Maquenque Lodge bei einem kurzen Rundgang durch das Gelände. Ziel ist es, so viele Vogelarten wie möglich in 90 Minuten zu entdecken. Am Ende sind es 34 verschiedene von rund 900 Vogelarten in Costa Rica.

Schwefeltyrann Halsbandarassari
Schläfenfleckspecht Feuerrückentanger
Papagei Kappennaschvogel
Vogelbeobachtung Liste Swainson Tukan

28.11.2016: Hotel Catarata Rio Celeste

Vor wenigen Jahren war am Rande des Tenorio Nationalparks ein Bauernhof, dessen Besitzer mit der Vermietung von Zimmern begonnen hat. Das Geschäft entwickelte sich gut und Schritt für Schritt baute die Familie neue Bungalows auf dem Areal. Der Juniorchef hat alles selbst entworfen und die Familie Alvarado hat mittlerweile eine kleine, feine, gemütliche Anlage samt Restaurant errichtet. Es heißt Hotel Catarata Rio Celeste.

Hotel Catarata Rio Celeste

Für mich ist heute Nacht die Suite reserviert. Der Bungalow steht völlig alleine mitten in den tropischen Pflanzen. Das Zimmer ist mit frischen Blüten dekoriert, und mit viel Liebe zum Detail wird hier alles arrangiert. Zum Teil schaut es ziemlich kitschig aus, aber ich fühle mich trotzdem wohl.

Catarata Rio Celeste Costa Rica Catarata Rio Celeste Zimmer

Der Hit ist die Terrasse. Direkt vom Bett aus kann ich durch die Terrassentür den Regenwald beobachten. Von den gemütlichen Sesseln und der Hängematte auf der Terrasse sehe ich viele Vögel, ein paar Insekten, und einen Grashüpfer. Ein kleines Paradies für mich alleine.

Terrasse Catarata Rio Celeste

29.11.2016: Mistico Arenal Hanging Bridges Park

Die Region um den Arenal Stausee ist DER touristische Hotspot in Costa Rica. Bei der Ankunft im Ort La Fortuna bemerke ich die vielen Restaurants, die auf Besucher und Touristen ausgerichtet sind. Unzählige Tafeln weisen auf unzählige Hotels in der Region hin. Was ist so besonders an diesem Ort? Zwei Tage habe ich Zeit das herauszufinden.

Der Mistico Arenal Hanging Bridges Park hat wohl das größte Schild am Straßenrand, und der Park wird heute mein erstes Besuchsziel sein. Ich spaziere auf einem rund drei Kilometer langen Rundweg durch den Regenwald. Sonne und tropischer Regen wechseln sich im 10 Minuten Takt ab.

Mistico Arenal Hanging Bridge Park La Fortuna Wanderung

Die Höhepunkte des gemütlichen Spazierweges sind sechs Hängebrücken. Die höchste Brücke ist 60 Meter hoch, die längste 92 Meter lang. Es sind nicht viele Besucher hier, so warte ich immer ab, bis ich die Brücke ganz für mich alleine habe. So kann ich die Überquerung genießen, in Ruhe fotografieren und nach Vögeln Ausschau halten.

Die Hängebrücken machen Spaß. Es schwankt zwar zum Teil enorm, aber ich fühle mich recht sicher hier oben. Bei der Vogelpirsch bin ich weniger erfolgreich, auch sonst entdecke ich nicht viele Tiere, sogar Ameisen scheinen selten zu sein.

Hängebrücke Costa Rica

Ein kleiner Abstecher führt zu einem Wasserfall. Obwohl, Wasser kommt eigentlich schon genug von oben. Genau in dem Moment, wo ich beim Wasserfall ankomme kommt die Sonne raus und zeigt die Umgebung von der schönsten Seite.

Wasserfall Costa Rica

Am Ende des Rundweges verabschiedet mich eine Gruppe von Brüllaffen. Ein Muttertier ist mit ihrem Jungen unterwegs. Wie alt das Baby wohl ist? Der Chef der Gruppe zeigt sich natürlich auch sehr präsent und beobachtet die fotografierenden Touristen ganz genau.

Brüllaffe Costa Rica

Am Parkplatz angekommen zeigt sich mir die nächste Attraktion um den Arenal-Stausee, der Vulkan Arenal. Im Jahr 1968 gab es hier eine gewaltige Eruption und der Vulkan blieb bis 2011 sehr aktiv. Momentan verhält er sich ruhig.

Regenwald Wanderung Vulkan Arenal Costa Rica

30.11.2016: La Fortuna Wasserfall – Catarate de Fortuna

Mit knöchelhohen Bergschuhen und Regenjacke ausgerüstet starte ich den Abstieg zum Catarata de Fortuna (La Fortuna Wasserfall). Mein Reiseführer empfiehlt festes Schuhwerk, da der Weg steil und rutschig sei. Die letzte Woche hat es hier mehr oder weniger durchgeregnet, so mache ich mich auf das schlimmste gefasst. Mitleidig mustere ich andere Besucher die mit Sandalen und Flip-Flops starten. Der Weg führt über steile Stufen nach unten. Die sind gut zu gehen, anscheinend wurde ein komplett neuer Weg nach unten gebaut. Die hohe Schuhe waren heute wohl umsonst, die Regenjacke bewährt sich aber.

La Fortuna Wasserfall

Über 70 Meter stürzen die Wassermassen nach unten. Normalerweise darf man im Pool vor dem Wasserfall schwimmen. Die Durchflussmenge ist aber im Moment so groß, dass Baden derzeit verboten ist. Schnell bin ich die vielen Stufen nach unten gestiegen, der Aufstieg gestaltet sich hingegen als sehr anstrengend und atemberaubend. Die hohe Luftfeuchtigkeit und die warmen Temperaturen bringen mich tatsächlich ordentlich ins Schwitzen. Der Besuch des La Fortuna Wasserfall lohnt sich aber trotzdem.

 01.12.2016: Schmetterlingsfarm in La Fortuna – Butterfly Conservatory

Ich besuche selten und sehr ungern Zoos und andere Plätze wo Tiere eingesperrt werden. Viel lieber entdecke ich diese in freier Wildbahn. Ich weiß nicht, was mich heute zur Schmetterlingsfarm in La Fortuna treibt, entweder der Regen oder meine Liebe zu Schmetterlingen. Schon als Kind hatte ich ein Bestimmungsbuch für Schmetterlinge. Ich konnte alle abgebildeten Arten beim Namen nennen. Der Besuch im Butterfly Conservatory ist sehr interessant. Alle Entwicklungsstadien von den Eiern zu Larven, dann zu  Puppen und schließlich zu den fertigen Schmetterlingen kann ich beobachten.

Schmetterling Puppen Owl Butterfly
Butterfly Conservatory Schmetterling Raupen
Schmetterling Costa Rica Schmetterlingsfarm

Es gibt hier auch Frösche zu bestaunen. Das Erdbeerfröschen ist nur etwa zwei cm groß. Ein sehr niedlicher Name für ein giftiges Tier. Der Goldbaumsteiger (ein etwas seltsamer Name für einen schwarz-grünen Frosch von 3-4 cm Größe) ist übrigens auch giftig ist. Ein Exemplar habe ich auch schon vor ein paar Tagen im Wald gesichtet.

Erdbeerfröschchen Goldbaumsteiger

Ja, und mein Liebling, der Rotaugenlaubfrosch. Kein Reiseprospekt, keine Webseite über Costa Rica, die diesen Frosch nicht abbildet.

Rotaugenlaubfrosch

02.12.2016: Auf der Hacienda Guachipelin

Mein Zimmer für die nächsten zwei Nächte ist fast vollständig aus Holz gefertigt. Ich freue mich über die große Terrasse mit eigener Hängematte, da fährt mir kurz ein strenger Geruch durch die Nase. Ich höre das Wiehern von Pferden. Es kommt von links und ich blicke vom ersten Stock auf eine große Anzahl von Pferden. Na super, die Hacienda Guachipelin hat insgesamt 54 Zimmer und ich schlafe genau neben dem Stall.

Hacienda Guachipelin Stall Hacienda Guachipelin

Ich setze mich trotzdem gemütlich auf meine Veranda und beobachte, wie die Cowboys mit den Tieren umgehen. Die Hacienda Guachipelin beherbergt nicht nur Touristen, sondern betreibt nach wie vor Vieh- und Pferdezucht. Die Kombination gelingt sehr gut und schon sehe ich Besucher mit Pferdehelmen davon reiten.

Hacienda Costa Rica

Ich erkundige mich im Tourbüro über die möglichen Aktivitäten für den nächsten Tag. Reiten kommt nicht in Frage, auf ein Pferd steige ich sicher nicht mehr, da habe ich schlechten Erfahrungen gemacht. Das ist zwar schon rund 25 Jahre her, aber dennoch. Zip-Lining, also Abseilen wäre eine Option, oder mit Gummireifen (in der Größe von Traktorreifen) über die Stromschnellen des Rio Negro fahren, klingt beides ja interessant, aber gleich nebenan erblicke ich eine fix eingerichtete Erste-Hilfe-Station. Sieht aus wie ein altes Rettungsauto, aber ohne Auto. Die Werbefilme der genannten Aktivitäten sehen jetzt auch nicht besonders einladend aus. Die Teilnehmer wirken gequält, das Lächeln mehr als aufgesetzt. Beide Aktivitäten sind mir zu gefährlich. Ich werde den morgigen Tag mit Wandern verbringen.

Aktivitäten Hacienda Reiten Costa Rica

03.12.2016: Nationalpark Rincón de la Vieja

Es stinkt und zwar gewaltig. Heute aber nicht nach Pferdestall, sondern nach Schwefel. Nach einer kurzen Wanderung im Nationalpark Rincón de la Vieja stehe ich nahe an den Fumerolen, wo Schwefeldampf aus der Erde austritt. Wenige Meter weiter blubbert kochend heißer Schlamm oder sprudelt Wasser aus dem Boden. Ich erinnere mich an so manchen Thermenbesuch in Österreich. In diesen Schlamm hier würde ich aber nicht reinspringen wollen. Weiter nördlich befindet sich der Vulkan Rincón, der für diese Erscheinungen verantwortlich ist. 2011 ist er das letzte Mal ausgebrochen. Unter der Erde kocht es aber weiter.

Rincón de la Vieja Costa Rica Bäume Costa Rica

Das Klima ist in dieser Region viel trockener, als in den bisher von mir bereisten Gebieten in Costa Rica. Die Vegetation ist entsprechend weniger üppig. Umso leichter ist es daher Tiere zu entdecken. Ich höre es in den Blättern ober mir rascheln. Die Laute kommen mir bekannt vor, das letzte Mal waren es Klammeraffen, die sich in den Baumkronen bewegten. Da, ich entdecke ein Fell in einer Astgabel, Klammeraffe oder Brüllaffe, welche Art ist es, frage ich mich? Dann dreht das Tier seinen Kopf und ich bin erstaunt. Ein Ameisenbär sitzt da.

Ameisenbär

Ich beobachte den Nördlichen Tamandua (so ist sein exakter Name), bis er sich auf und davon macht. Zufrieden über diese Entdeckung maschiere ich zurück zum Parkplatz. Da läuft mir doch glatt ein Nasenbär über den Weg. So viel Glück muss man einmal haben. Noch nie zuvor habe ich einen Ameisenbären oder einen Nasenbären in freier Natur gesehen, und dann gleich beide Arten innerhalb von einer Stunde. Das nenne ich echtes Bärenglück.

Nasenbär Nasenbär Costa Rica

Ja und übrigens, hier gibt es auch traumhafte Wasserfälle …

Rincón de la Vieja Wasserfall

… und viele Schmetterlinge.

Falter Costa Rica Schmetterling

04.12.2016: Kaffeetour bei Don Juan in Monteverde

Die Kaffeebohnen aus der Region Monteverde gehören zu den besten der Welt. So steht es in meinem Reiseführer. Auf der bisherigen Reise ist der Kaffeegenuss ausgeblieben. In den Hotels habe ich bisher nur Filterkaffee angeboten bekommen, ich bevorzuge jedoch einen guten Espresso. Auf Filterkaffee verzichte ich gerne, Tee ist mir allemal lieber. Auch unterwegs hatte ich bisher kein Espressoglück.

Kaffeestrauch Kaffeebohne

Dementsprechend skeptisch starte ich die Führung auf der Kaffeeplantage von Don Juan. Der Guide bei der Kaffeetour erklärt, weshalb das Klima, die Höhenlage und der Boden hier die beste Grundlage für den Kaffeeanbau sei. Die gesamte Kaffeeernte von der Don Juan Anlage wird vor Ort geröstet, getrunken und an Touristen verkauft. Normalerweise landen die Kaffeebohnen aus Costa Rica in Europa. Dort erst werden sie geröstet und weiterverkauft.

Don Juan Monteverde Kaffeebohnen

Zum Schluss der Führung kann man Kaffee aus der Plantage kosten. Drei große Thermoskannen stehen zur Selbstbedienung bereit. Mein Vorfreude auf einen richtig guten Espresso war wohl zu groß. Doch da fragt der Guide, ob jemand einen Espresso möchte. „Claro que si“, schießt es aus meinem Mund. Das Wort Espresso hat meine dürftigen Spanischkenntnisse plötzlich geweckt. Ich melde mich überraschenderweise als Einziger der Gruppe. Während der Rest der Gäste das braune Brühwasser mit Milch und Zucker trinken, genieße ich einen köstlichen schwarzen Espresso.

Don Juan Kaffeetour Kaffee Espresso Costa Rica

04.12.2016: Night Tour im Monteverde Nebelwald

Zehn Touristen und ein Guide starten mit Taschenlampen in den Händen in die Nacht. Vor mir liegt der Nebelwald von Monteverde. Wir marschieren los. Wo soll ich hinleuchten? Auf den Boden um nicht zu stolpern und auf ein nachtaktives Tier zu treten? Auf die Sträucher links und rechts des Weges, um kleine Tiere zu entdecken? Rauf auf die hohen Bäume, vielleicht sehe ich ein Faultier? Meine Night Tour beginnt spannend.

Während ich noch vorsichtig meinen Weg ausleuchte, zeigt unser Guide Jason schon mit seiner Taschenlampe auf einen Ast in rund zwei Meter Höhe. Ich erkenne vorerst nichts. Doch plötzlich bewegt sich das Moos vor mir. Unglaublich wie gut getarnt dieses Insekt ist.

Moostier

Weiter geht es mit unseren Entdeckungen. Einige Meter weiter sitzt ein Frosch, vielleicht 2-3 cm groß, auf einem Blatt. Er lässt sich durch die Taschenlampen nicht beirren und denkt sich vielleicht, was sind das bloß für komisch große Glühwürmchen?

Frosch bei Nacht

Viele kleine und größere Spinnen und Käfer laufen durch die dunkle Nacht. Wenn die Taschenlampen aus sind, ist es stockdunkel. Jedes Rascheln könnte ein interessantes Tier sein. Zwei Stunden sind wir jetzt hier, was werde ich noch vor die Linse bekommen?

Jason stoppt vor einem 8-10 cm großem Loch in der schrägen Erdwand am Wegrand. Ich gehe mit meiner Kamera in die Hocke und zoome auf das Loch. Im Taschenlampenlicht kommt plötzlich eine handtellergroße Tarantel heraus. Ich erschrecke, denn durch mein Objekt scheint mir die Spinne ganz nah und riesig. Ich bin kein großer Freund von Spinnen.

In der freien Natur mit einem gewissen Abstand sind sie ok, in geschlossenen Räumen mag ich sie gar nicht. Mit gemischten Gefühlen betrachte ich das Tier. Eigentlich wunderschön, aber doch läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Nach einer kurzen Vorstellung verschwindet die Tarantel wieder rückwärts in ihr zuhause. Ich bin begeistert, erstmals habe ich eine Tarantel in freier Natur gesehen.

Tarantel

Jetzt schleichen wir etwas abseits vom Weg ein paar Meter durchs Gebüsch. Im Licht der Taschenlampe ist eine grüne Schlange erkennbar. Der Kopf ist dreieckig, es ist eine Viper, und die sind immer giftig. Die Schlange bewegt sich kaum und starrt minutenlang auf den Boden, wahrscheinlich wartet sie auf eine Maus oder eine andere Beute. Hoffentlich auf neugierige Touristen.

Mein Herz klopft. Nur wenige Meter trennen mich von der „Grüngelben Palmlanzenotter“, die zur Familie der Vipern gehört. Beißt sie ins Gesicht oder in den menschlichen Oberkörper, muss sehr rasch ein Antiserum gespritzt werden, ansonsten endet der Biss tödlich.

Palmlanzenotter

Skorpione sind ausschließlich nachtaktive Tiere. Jason geht mit einer Schwarzlicht-Lampe auf die Suche. Skorpione sind fluoreszierend und sind in dem Licht dieser speziellen Lampe gut aufzuspüren. Es dauert nicht lange, dann ruft er uns zu sich. Das nur etwa 5 cm lange Exemplar liegt wie tot auf einem Baumstamm. An wie vielen Skorpionen, Spinnen und Schlangen bin ich die letzten 90 Minuten knapp vorbei geschlichen?

Skorpion

Etwas größer ist die Stabheuschrecke, die auf einem dünnen Ast hängt. Ich sehe noch schlafende Vögel, Frösche und viele weitere Spinnen und Insekten. Aufgeregt kehre ich nach zwei Stunden zum Ausgangspunkt zurück. Ein Night Tour im Regenwald darf bei keiner Costa Rica Reise fehlen.

Stabheuschrecke

05.12.2016: Erholung im Tango Mar Beach Hotel

Pelikane schweben durch die Luft. Ich versuche sie mit der Kamera festzumachen. Unter mir singt ein Alarm. Der Wellengang ist zwar nur ganz leicht und kaum spürbar, aber es hat doch die Autoalarmanlage eines Fahrzeuges geweckt. Hat mein Mietwagen eine? Ist es vielleicht mein Auto? Nach knapp 80 Minuten komme ich mit der Autofähre auf der Halbinsel Nicoya an.

Pelikan Fähre Nicoya Halbinsel

Die Autoschlange verlässt die Fähre. Ich bin mitten drinn. Die Kolonne löst sich auf der kurvenreichen Straße nicht so rasch auf. Ich habe keine Lust in der Schlange zu fahren und ich nutze einen Stopp an einer Tankstelle um mein Auto waschen zu lassen. Nach zwei Wochen Costa Rica ist die Autofarbe schon gar nicht mehr richtig erkennbar. Das stört mich zwar nicht besonders, aber bei jeder Berührung mit der Karosserie sind meine Hände oder meine Bekleidung verschmutzt, das nervt.

Mit sauberem Auto erreiche ich dann mein Hotel für die zwei kommenden Nächte. Ticotrotter hat für mich das Tango Mar Beach Hotel reserviert. Es heißt weiters Golf & Spa Hotel. Golf spielen kann ich nicht und einen Spa Besuch habe ich auch nicht eingeplant. Mir reicht der Beach für die kommenden Tage. Beim Aussteigen geht mir das Herz auf. Wow, hier ist es echt schön. Das Hotel liegt an einem langen Sandstrand. An einem langen, leeren Sandstrand. Es gehen 3-4 Besucher am Strand spazieren, sonst ist nichts los. Eine Strandbar mit lauter Animationsmusik vermisse ich nicht. Es ist ruhig, nur die Wellen rauschen.

Strand Tango Mar Hotel

Die Wellen rauschen auch in meinem Zimmer. Vom Bett aus sehe ich direkt auf das Meer, nur Palmen schränken den Blick etwas ein, was kein großer Mangel ist, wie ich meine. Nach zwei Wochen Rundreise bin ich schon etwas erschöpft. Unglaublich viele Eindrücke gehen Tag und Nacht durch den Kopf. Das Hotel ist ideal um auszuspannen.

Tango Mar Hotel Tango Mar Beach Hotel

Der Hunger leitet mich zum Poolrestaurant. Der Pool liegt schön unter Palmen und etwas erhöht mit Blick über Strand und Meer. Das Restaurant liegt etwas dahinter. Ebenfalls schön gelegen mit direktem Strandblick. Die badenden Gäste sind weit genug weg um sich nicht gegenseitig zu stören.

Tango Mar Beach Resort Tango Mar Resort

Ein kurzer Spazierweg führt mich  zu einem Aussichtspunkt, der in der rund 50 ha großen Anlage liegt. Von hier aus habe ich einen traumhaften Blick über den gesamten Strand. Was soll ich dazu sagen? Mir fällt nur ein: „close to paradise“.

Tango Mar Beach

Paradiesisch ist dann auch der Sonnenuntergang. Der Sonne verabschiedet sich in der Längsachse der Meeresbrandung. Nicht ganz perfekt, aber sonst wäre es hier einfach zu kitschig. Danke Ticotrotter, hier ist es wunderschön!

Ticotrotter Sonnenuntergang Costa Rica

06.12.2016: Kurzbesuch in Montezuma

Bevor ich weiter gen Süden fahre, mache ich noch einen Kurzbesuch im Nahe gelegenen Montezuma. Der Ort liegt direkt am Meer und hat den Ruf ein Sammelsurium aus  Althippies, Aussteiger, Weltreisenden und Haschischraucher zu beherbergen. Mein erster Eindruck könnte das bestätigen. Männer mit Rastalocken verkaufen am Straßenrand selbstgemachte Armbänder und Schmuck. In den Auslagen der kleinen Geschäfte hängen bunte „Strandfetzen“ und Hängematten. Der gesamte Ort ist bunt. Die Restaurants sind in den Farben grün, blau, rot, gelb gestrichen, Hauptsache bunt und schrill.

Montezuma Costa Rica

Die zwei Strände linker und rechter Hand des Ortes sind naturbelassen.

Montezuma Restaurant Montezuma Strand

Ich suche mir ein gemütliches Restaurant für die Mittagspause und beobachte wie Leguane den Baum auf- und ablaufen. Da erscheint plötzlich ein Kapuzineraffe. Irgendwo hat er sich Fastfood Ketchup gestohlen. Genüsslich leckt er die rote Paste ab.  Ich denke an die Werbebranche, was passt besser: „Affen würden Ketchup kaufen“ oder „Ketchup. What else?“

Kapuzineraffe

07.12.2016: Night Walk in Quepos

Next Stop: Quepos. Eine Hotelanlage in tropischen Stil mit einer eigenen kleinen Veranda wartet auf mich. Ein Moskitonetz hängt über dem Bett, es sieht eigentlich aus wie ein romantisches Himmelbett.

Hotel Quepos Hotelzimmer Costa Rica

Für den Abend melde mich wieder zu einem Night Walk an. Die Fahrt bis zum privaten Regenwaldgebiet dauert anstatt 30 Minuten eine Stunde. Ich bin schon müde, hungrig und etwas genervt. Die Tour endet dann aber überraschenderweise mit einem inkludierten Abendessen. Hier sind ein paar der spannendsten Fotos. Die Schlange ist übrigens eine giftige Greifschwanz-Lanzenotter.

Greifschanz Lanzenotter
Kröte Costa Rica Rotaugenlaubfrosch
Eichdechse Spinne Costa Rica

08.12.2016: Playa Nicuesa Rainforest Lodge

José begrüßt mich am Parkplatz eines Restaurants im kleinen Ort Golfito. Hier ist der Treffpunkt für Besucher, die mit dem Auto anreisen und zur  Playa Nicuesa Rainforest Lodge wollen. Eine geteerte Straße gibt es nicht dorthin. Genau das ist auch der Grund warum ich und viele andere hierher wollen. Das kleine Motorboot bringt mich in rund 20 Minuten zur Lodge.

Ich halte die Augen offen, denn öfters sind Delfine zu sehen. Um mich vor dem Fahrtwind zu schützen, setze ich die Sonnenbrille auf. Diese wiederum wird mit Meerwasser bespritzt. Also Brille wieder runter, Augen zusammenkneifen und Ausschau halten. Wir fahren knapp entlang der Küste und stoppen bei eine Reihe von Pelikanen.

Pedras Blancas Nationalpark

„Welcome to paradise“ werde ich bei der Ankunft in der Lodge begrüßt. Da bin ich mal gespannt was mich alles so im Paradies erwartet. Zuerst einmal ein Mittagessen im 1. Stock des Hauptgebäudes. Hier geht man barfuß. Ich denke als erstes an die vielen kleine Tiere die im Regenwald leben, Ameisen, Käfer, Spinnen, Skorpione, etc.

Die scheinen sich aber nicht sonderlich für uns Menschen zu interessieren und bleiben lieber in ihrer Welt. Alles blitzblank geputzt, man könnte vom Boden essen. Barfußgehen entspannt und nach dem Essen mache ich es mir gleich einmal im Hängesessel gemütlich.

Nicuesa Rainforest Lodge Nicuesa Lodge Hängesessel

Mein Bungalow steht außer Sichtweite von den anderen Gebäuden. Ich bin hier ganz alleine. Die Veranda und die Fensterläden stehen offen. Vom Bett aus könnte ich die Regenwaldtiere beobachten. José erklärt mir, dass man üblicherweise die Türen nicht schließt, gegen Abend aber das Moskitonetz über die Matratze breitet. Ich sitze im Hängesessel meiner Veranda und überlege, welche Tiere hier nachts so herumstreichen.

Nicuesa Lodge Zimmer

09.12.2016: Spurensuche im Nationalpark Piedras Blancas

Spuren im Schlamm. Von welchem Tier stammen die wohl? José begleitet mich beim Morgenspaziergang im Nationalpark Piedras Blancas. Die Fußabdrücke stammen von einem Ozelot. Die nachtaktive Katze wird bis zu einen Meter lang, ist aber sehr scheu. José arbeitet schon 5 Jahre in der Nicuesa Lodge und hat erst drei Mal einen Ozelot gesehen. Die Spuren sind der Beweis, das die Katzen dennoch durch den Wald streifen. Gut, dass es im Regenwald viel regnet, sonst könnten wir nicht so schöne Spuren erkennen. Im Schlamm sind die Pfotenballen und Krallen von einem Mader zu erkennen.

Ozelot Spur Ozelot Costa Rica

Auf den ausgeschilderten Wegen gehe ich noch alleine weiter und mache viele Entdeckungen. Eine Korallenschlange schlängelt sich direkt neben mir in Windeseile davon. Ein paar cm Körperlange kann ich noch fotografieren, bevor sie im Laub eintaucht.

Regenwald Costa Rica Korallenschlange

Beim Spazieren durch den Regenwald, heißt es Augen und Ohren offen halten. Besser langsamer gehen und genauer schauen, und auf Geräusche achten. Es raschelt ober mir und Blätter fallen vom Baum. Da können Affen nicht weit sein. Ein Gruppe schwingt sich von Baum zu Baum.

Weg Nicuesa Lodge Kapuzineraffe

Schmetterlinge fliegen natürlich auch hier durch die Lüfte. Spinnen warten in ihren Netzen auf Beute oder sitzen an Baumstämmen. Irgendwie habe ich mich an das viele Krabbeln und Rascheln gewöhnt.

Wandern Regenwald Schmetterling Nicuesa Lodge

09.12.2016: Kajaktour am Meer

Ich stoße mich am Ufer ab und schon treibe ich mit meinem Kajak auf das Meer hinaus. Vorsichtig paddle ich, links, rechts, links, rechts, links, rechts. Wer schon einmal eine Kajaktour unternommen hat, der weiß, dass man dabei ziemlich nass werden kann, auch wenn das Meer spiegelglatt ist. Von den Paddeln läuft das Wasser genau in mein Kajak. Ich wollte natürlich nicht auf die Mitnahme meiner Kamera verzichten und paddle daher gaaaanz laaaangsam auf das Meer hinaus.

Kajak Nicuesa Lodge Kajak Nationalpark

Der Blick auf die Küstenlinie ist fantastisch. Der Regenwald reicht bis zum Meer, manchmal stehen Palmen am Strand. Kein Haus, keine Straßen und kein Zivilisationslärm stören mich. Unter mir sehe ich Fische im Meer. Ich lasse mich treiben und schlage jetzt nur mehr selten mit dem Paddel ins Wasser.

Kajak Costa Rica

Von weitem sehe ich zwei rote Papageien am Strand entlang gleiten. Ich versuche zu fotografieren, doch die Vögel sind sehr weit entfernt. Ich paddle in Richtung der Papageien, die aber schnell wieder verschwinden. Nach einer Stunde am Wasser ist meine Wasserflasche schon geleert. In dem Moment wo ich mit Schwung auf das Ufer zufahre, ziehen die beiden Vögel über mich. Ich versuche gar nicht ein Foto zu machen, sondern genieße den ganz besonderen unvergesslichen Augenblick.

Strand Nicuesa Lodge Papagei Nicuesa Lodge

10.12.2016: Mit dem Kajak durch den Mangrovenwald

Vom Kajakfahren am gestrigen Tag war ich so begeistert, dass ich heute an einer Bootstour zum Mangrovenwald teilnehme. Zuerst fahren wir mit dem Motorboot zum Rio Esquinas. Hier mischt sich das Fluss- mit dem Meerwasser, und hier ist die Heimat der Mangrovenbäume. Vom Boot aus beobachte ich Reiher, Adler, Pelikane, Ibisse und viele andere Vögel.

Bootsfahrt Costa Rica Krokodil

Am Flussufer wärmen sich Krokodile in der Sonne. Sie sind sehr scheu und verschwinden vor unserem Boot im Wasser. Unfälle zwischen Menschen und Krokodilen gibt es hier nicht, das behauptet zumindest mein Guide José.

Krokodil Costa Rica

Wir sind sehr früh gestartet, denn wir müssen bei beginnender Flut den Flusslauf hinauffahren. Frühstück gibt es an Board. Die frische Luft und die Erlebnisse machen hungrig und das Fladenbrot gefüllt mit Eierspeise schmeckt köstlich. Wir wechseln auf die Kajaks und ich lasse mich mit der Flussströmung wieder in Richtung Meer treiben. Das macht Spaß, ohne viel paddeln zu müssen, treibe ich dem Ufer entlang.

Kajak Costa Rica

Nach einer Weile biegen wir links ab. Ich folge José in den Mangrovenwald. Ich tauche in eine komplett andere Welt ein. Die Bäume stehen mit weit gespreizten Wurzeln im Wasser. Kleine Krabben laufen auf den Gehölz herum. Langsam gleite ich mit meinem Kajak zwischen den Bäumen hindurch. Es ist still, vollkommen still. Ich höre auch keine Vögel, nur das Geräusch der Paddel. „Pura vida“, sagt José, „pura vida“ antworte ich.

Kajak Mangrovenwald Mangrovenwald

10.12.2016: Nachtspaziergang bei der Nicuesa Lodge

Alle guten Dinge sind drei und so breche ich heute Abend nochmals mit einer kleiner Gruppe und dem Guide José zu einem Nachtspaziergang auf. Ich befürchte das allerschlimmste. Nicht wegen der möglichen Tierbegegnungen, sondern wegen der anderen Gäste. Drei amerikanische Ehepaare sind bei der Tour dabei. Schon beim Abendessen (in der Nicuesa Lodge speist man an einem großen gemeinsamen Tisch) kommen mir Bedenken.

Mond Costa Rica

Ich nenne sie mal Lizzy, eine der Ehefrauen so um die 55 Jahre. Völlig aufgedreht und nervös fragt sie José, ob wir hoffentlich keine Schlangen sehen werden, denn sie fürchtet sich davor. Ich möchte gerne Schlangen sehen, deswegen bin ich im Regenwald in der Nacht unterwegs. Und Socken, Lizzy hat keine Socken mit, das ist ihr größtes Problem, und ohne Socken kann sie in den von der Lodge bereitgestellten Gummistiefeln nicht gehen. Die Wege sind derzeit sehr matschig und ich greife gerne auf das Gummistiefelangebot zurück.

Lizzy trägt ein hellgrünes Sommerkleid und hat jede Menge Armreifen, Ringe, Ohrstecker und Halsketten.  Ich trage Zipphose und ein beiges unauffälliges Funktions T-Shirt. So richtig passt Lizzy nicht in den Regenwald. Mit ihrer lautet schrillen Stimme übertönt sie jedes Tischgespräch. Hoffentlich kommt Lizzy nicht mit auf die Tour. Sie überlegt zwar hin und her, geht aber trotzdem mit, ihr Mann bleibt zurück, der trinkt lieber einen Rum an der Hotelbar.

Tausendfüssler Heuschrecke

Wir starten in die Nacht. Gleich hinter der Lodge treffen wir auf die erste Kröte. „Oh my honey, your so sweet,“ kreischt Lizzy durch den Regenwald. Ich versuche in Ruhe zu fotografieren und hoffe der Frosch ergreift nicht die Flucht. Ich an seiner Stelle hätte es getan. Ein Opossum aus der Familie der Beutelratten sitzt auf einem Baum und scheint von unseren Taschenlampen irritiert zu sein. Noch nie habe ich ein Opossum gesehen. Ich freue mich über die Tiersichtung. Lizzy beeindruckt das nicht sonderlich und beginnt zu singen. Die anderen Amerikanerinnen stimmen mit ein. Eigentlich sollten wir durch den Wald schleichen, damit wir keine Tiere verscheuchen. Lizzy singt sich wahrscheinlich die Angst aus dem Leib.

Opossum Kröte

Wow, direkt neben dem Weg sitzt eine junge Greifschanz-Lanzenotter in einer Astgabel. Ich wage mich auf 50 cm an das Tier heran. Diese Schlangenart ist hochgiftig, der Mensch ist aber kein direkter Feind und so ignoriert sie uns. Man sollte nur nicht das Pech haben und diese Vipernart aus Versehen beim Wandern durch den Regenwald anstreifen oder sie erschrecken. Die Schlagen sind gut getarnt und hängen oft versteckt an Pflanzen. Das kann böse ausgehen. Lizzy steht jetzt schweigend daneben. Das Singen ist ihr vergangen und sie will nach ein paar weiteren Minuten zur Lodge umkehren. Ist wohl doch kein Disneyland hier.

Lanzenotter Costa Rica

So sehr habe ich mich auf diesen Nachtspaziergang gefreut und nun bricht José die Tour wegen Lizzy ab. Was macht jemand im Regenwald, wenn man sich überhaupt nicht für die Tierwelt interessiert, frage ich mich. Die Gruppe kehrt um. Ich bin so verärgert und bleibe alleine zurück.

Spinne Kakerlake

Den Weg finde ich alleine und eine Taschenlampe habe ich ja mit. In aller Ruhe leuchte ich mich von Blatt zu Blatt, von Baum zu Baum zurück. Es raschelt überall. Ich erschrecke. Das Opossum läuft mir plötzlich über den Weg. Es erschrickt ebenfalls. Ich fotografiere noch Spinnen und Insekten. Nach einer halben Stunde kommt mir José aufgeregt entgegen. Besucher alleine in der Nacht im Regenwald, das geht gar nicht. Für mich waren es jetzt besonders aufregende 30 Minuten, dank Lizzy.

Frosch bei Nacht

10.12.2016: Wenn dir ein Waschbär vors Bett scheißt

Mein Bungalow in der Nicuesa Lodge ist an drei Seiten offen. Wie schon erwähnt kann man die Terrassentüren schließen, aber wenn ich die Möglichkeit habe mitten im Regenwald zu übernachten, dann will ich das auch voll und ganz genießen. Am Ankunftstag beziehe ich mein Zimmer und lasse den Bungalow komplett offen zurück. Der Weg führt mich auf ein Bier zur Bar. Kurz darauf kommt der Rezeptionist zu mir. Er hat die Türen zu meinem Bungalow geschlossen.

Nicuesa Lodge Cabin

Ein Waschbär war auf Besuch und hat sich Essbares geholt. Ich überlege, was ich an Naschereien noch im Gepäck haben könnte. Na klar! Ich verreise fast nie ohne einer Grundausstattung Mannerschnitten. Wenn ich nach zwei Wochen keine Spiegeleier zum Frühstück mehr sehen kann, dann hole ich mir eine Packung und mache zwischendurch mal einen Morgen eine „Mannerdiät“. Also auf zum Bungalow, mal sehen was da so passiert ist.

Da steht doch glatt der Waschbär vor der Terrasse und versucht nochmals ins Zimmer zu kommen. Er entdeckt mich, wir blicken uns in die Augen und er schleicht sich davon. Das schlechte Gewissen scheint ihn erfasst zu haben.

Waschbär Nicuesa Lodge

Mein Handgepäck liegt am Zimmerboden und der gesamte Inhalt liegt verstreut herum. Jetzt hat mir dieses Vieh die letzte Packung Manner aus meinem kleinen Rucksack gestohlen. Im Bungalow gibt es eine verschließbare Plastikbox zur Aufbewahrung von Lebensmittel. Solche Überfälle kommen anscheinend öfters vor und die Warnung beim Check-in habe ich irgendwie überhört. Ich durchwühle mein Gepäck und finde noch eine Dose Erdnüsse und ein paar Müsliriegel.

Beides kommt in die Box. Meine Whiskyflasche verstaue ich zur Sicherheit auch darin. Ich weiß ja nicht was die Waschbären in Costa Rica so konsumieren. Während ich dann gemütlich auf meiner Terrasse sitze, kommt der Waschbär zurück und wäscht sich vor meinen Augen seine Pfoten in dem kleinen Bächlein. Was will er mir damit sagen? Ich wasche meine Hände in Unschuld? Die Mannerschnitten waren ganz schön bröselig?

Nicuesa Rainforest Cabin Waschbär Costa Rica

Am zweiten Tag fast die gleiche Szene. Ich kehre zum Bungalow zurück und ich glaube meine Augen nicht. Hat doch tatsächlich der Waschbär die Plastikbox vom Regal geholt. Mitgeflogen sind meine Fotoausrüstung und meine Reiseführer, die ich auf die Box legte. Mein kleiner Rucksack der daneben stand, liegt ebenfalls am Boden. Der Rucksack wurde fein säuberlich ausgeräumt. Zum Glück trinkt der Waschbär keinen Alkohol, der Whisky ist noch da. Vom Müsliriegel finde ich noch die Plastikverpackung, die Dose Erdnüsse liegt unter dem Bett. Bissspuren finde ich am Deckel, aber die Dose konnte er nicht knacken.

Mein Handy liegt am Nachtkästchen, auf dem Display: Ein Pfotenabdruck!  Steigt der doch tatsächlich auf mein Mobiltelefon. Wollte er ein Selfie machen? Mehr Mannerschnitten anfordern? Eine Aufnahme ist dann doch nicht sichtbar, meinen 4stelligen Code konnte er nicht knacken. Diesem Tier traue ich fast alles zu. Und trotzdem mache ich mir Sorgen. Hoffentlich bekommt er nicht Bauchweh von dem Naschzeug. Gesehen habe ich ihn an diesem Tag nicht mehr.

Waschbär am Zimmer Waschbär Abdrücke

Essbares habe ich jetzt nicht mehr am Zimmer, das war es dann wohl mit dem Waschbärbesuch. Die Türen zu meinem Bungalow lasse ich in der Nacht offen. Ein schönes Gefühl. Nur mit einem Moskitonetz vom Dschungel getrennt zu sein. Die ganze Nacht über höre ich Geräusche. Der Regenwald schläft nicht. Ich schlafe auch nicht besonders gut und stehe bei Sonnenaufgang auf. Vor dem Bett, ein Häufchen Scheiße.

Jetzt hat mir der Waschbär heute Nacht doch tatsächlich direkt vor das Bett geschissen. War das sein Ärger, dass ich kein Futter mehr für ihn habe? Ich glaube eher, das war ein Dankeschön für die köstliche Nahrung. So gehen wir beide doch noch in Frieden auseinander. PS: am Flughafen finde ich dann noch dieses T-Shirt 😉

T-Shirt Costa Rica

11.12.2016: Meine Nacht in der Trogón Lodge

9°C steht auf der Temperaturanzeige in meinem Auto. Saß ich heute früh noch mit T-Shirt beim Frühstück, so beziehe ich jetzt mit Fleecejacke mein Zimmer in der Trogón Lodge. Das Hotel für heute Nacht liegt auf über 2000 Meter und dementsprechend kalt ist es hier. Der Gartenanlage ist sehr kreativ gestaltet. Überall gibt es kleine Plätzchen und Pavillons, wo man sich zurückziehen kann. Von meiner Veranda aus habe ich ebenfalls einen schönen Blick in die Umgebung.

Trogon Lodge Anreise Trogon Lodge Garten

Ein kleiner Gebirgsbach läuft an einer Seite der Trogón Lodge vorbei. Das Rauschen hallt im gesamten Talkessel, wo sich die Hotelanlage befindet. Ich wandere den Bach entlang und komme zu einem kleinen Wasserfall. Ich weiß gar nicht mehr der wievielte es auf der Reise ist. „Costa Rica, das Land der Wasserfälle“, so könnte es auch in den Werbeprospekten heißen. Der Rundweg würde hier noch rund eine Stunde weiter führen. Mir regnet es aber zu viel und ich kehre in die Lodge zurück.

Trogon Lodge

Kolibris schwirren um die vielen Blütensträucher. In Costa Rica gibt es 54 verschiedene Arten. Bis zu 100 Mal schlagen sie ihre Flügel in der Sekunde und seinen Herzschlag kann er auf 20 Mal in der Minute reduzieren. Faszinierend! Kolibris habe ich im ganzen Land schon gesehen. Heute nehme ich mir besonders viel Zeit um Kolibri-Fotos zu machen.

Kolibri

Das Abendessen in der Trogon Lodge ist mit Sicherheit das beste meiner gesamten Reisen. Dem Gruß aus der Küche folgt eine wärmende Suppe, die ich bitter notwendig habe. Aufgewärmt entscheide ich mich als Hauptgang für ein Forellenfilet in Speck gewickelt und Kartoffelpürree.  Die Fische sind fangfrisch vom eigenen Forellenteich, der direkt im Hotelgarten angelegt ist. Die landestypische Nachspeise „Tres leches“ schließt mein Gourmetmenü.

Trogon Lodge Restaurant Trogon Lodge Abendessen

Herrlich warm ist es jetzt in meinem Zimmer, das Servicepersonal hat den Gasofen angeheizt und eine Wärmeflasche liegt unter der Bettdecke. Das finde ich einen super Service. Schade, dass ich nur eine Nacht hier bleibe.

Wärmflaschen Trogon Lodge Costa Rica

12.12.2016: San José – die Hauptstadt von Costa Rica

Es staut sich. Das Autofahren in Costa Rica ist grundsätzlich sehr angenehm. Manche Straßen sind zwar in einem schlechten Zustand, vor allem die waschbeckengroßen Schlaglöcher, die sogar tiefer als Waschbecken sind, erfordern volle Konzentration. Ansonsten ist relativ wenig Verkehr und die anderen Straßenteilnehmer sind sehr rücksichtsvoll und fahren gemütlich durchs Land. Aber in San José, der Hauptstadt von Costa Rica, gerate ich in einen Megastau. Schon beim Flughafentransfer und beim Verlassen der Stadt vor drei Wochen machte ich die gleiche Erfahrung. Laut Einheimischen ist das in San José ganz normal.

San José Costa Rica

Ich lande schlussendlich doch noch im Zentrum der Stadt und lasse mein Mietauto auf einem der vielen bewachten Parkplätze stehen. Die Häuser in der Hauptstadt sind eine Mischung als alten historischen Gebäuden und vielen typischen 70er Jahr Bauten. Ein Schmuckstück ist San José nicht. Die vielen Fußgängerzonen sind sehr belebt. Fliegende Händler verkaufen Obst, Unterhosen, Handyhüllen und was weiß ich sonst noch alles. Internationale Ketten haben sich noch wenige ins Stadtzentrum verirrt, mit einer Ausnahme, McDonalds Filialen gibt es an allen Ecken der Stadt.

Geschäfte in San José San José

Das schönste Gebäude der Stadt ist für mich das Nationaltheater. Die Kaffeebarone der Stadt erhöhten die Steuern, damit das Gebäude errichtet werden konnte. Montags ist das Theater für Führungen geschlossen, ich tröste mich mit einem Espresso im angeschlossenen Kaffeehaus. Ein Stück Wien in Costa Rica. Das erinnert mich daran, dass ich mich morgen früh auf den Weg nach Wien machen muss.

Nationaltheater San José

Neben all den vielen Tierbegegnungen und den großartigen Regenwäldern und Stränden bleibt mir eines ganz gewiss noch lange in Erinnerung, die freundlichen Menschen in Costa Rica. Zwei Ereignisse möchte ich noch kurz exemplarisch für die besondere Herzlichkeit der „Ticos“ erwähnen.

Während der Reise musste ich ganz dringend ein Dokument, das ich per E-Mail erhalten habe, ausdrucken, ausfüllen, einscannen und per E-Mail zurück senden. Ich frage in La Fortuna bei einem Hotel (in dem ich nicht genächtigt habe) ob ich das Internet nutzen kann. Ein paar Sekunden später sitze ich schon am PC der Hotelrezeption und erledige meine Aufgaben. Nach einer halben Stunde bin ich fertig, ich möchte den Dienst bezahlen, die Rezeptionistin winkt ab. Der Service war selbstverständlich und kostenlos. Für mich ist das nicht selbstverständlich und ich lasse Geld in der Trinkgeldbox.

Kaffeehaus San José Espresso im Nationaltheater

Ein anderes Mal kaufe ich mir bei einem Straßenhändler ein Kokosnuss. Ich bleibe in einem Dorf mit dem Auto stehen. Der Verkäufer schneidet die Kokosnuss mit einer Machete auf und steckt einen Strohhalm hinein. Die Kokosnuss ist außen feucht und nass. Da kommt plötzlich eine Frau aus ihrem Haus und streckt mir Servietten entgegen. Wo gibt sonst noch so freundliche und hilfsbereite Menschen?

13.12.2016: Mit der Condor von Costa Rica zurück nach Europa

Ich weiß gar nicht wie viele Jahre Costa Rica schon auf meiner Weltkarte mit einer Stecknadel markiert war. Schon seit langer Zeit hatte ich Sehnsucht nach diesem Land. Die neue Verbindung von Condor von Wien über München nach San Jose machte mir die Entscheidung für eine Reise nach Costa Rica leicht.

Costa Rica Condor Condor Premium Economy

Die Flugzeit ist ziemlich lange und so entschied ich mich den Aufpreis auf die Premium Economy Class zu bezahlen. Eine Entscheidung, die ich schon beim Hinflug nach Costa Rica und heute beim Heimflug in keiner Weise bereue. Der weite Sitzabstand und die größere Sitzneigung gegenüber der Economy Class sind für mich das größte Plus.

Condor Sitzabstand Premium Economy Condor Costa Rica

Nach dem Zwischenstopp in Punta Cana auf der Dominikanischen Republik wähle ich mir einen Film aus dem Unterhaltungsprogramm aus und schlummere nach dreißig Minuten ein. Ich werde geweckt und mein Premium-Menü steht auf dem Klapptisch. Die nächste Filmsequenz beginnt.

Condor Filmprogramm Condor Essen

Sonnenuntergang vom Flugzeug aus betrachtet, haben eine ganz besondere Perspektive, es ist ein ganz besonderer Moment. Die Condor B767 fliegt in die Nacht hinein und ich schlafe schon wieder beim Film ein. Aber was kann es besseres geben, als bei einem Langstreckenflug gut zu schlafen?

Sonnenuntergang Condor

Vielen Dank an Ticotrotter für die großartige Auswahl der Unterkünfte und das komfortable Mietauto von Sixt. Es war eine beeindruckende unvergessliche Reise.

Die Reise wurde von Ticotrotter aus der Welt von Trottermundo und von Condor unterstützt. Vielen Dank.

Ticotrotter