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Franz Roitner

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Usbekistan 2017 | Reisetagebuch meiner Rundreise mit 119 Fotos

Reisekarte Usbekistan 2017

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15.10.2017: Stadtrundfahrt in der Hauptstadt Tashkent

Das Telefon am Nachtkästchen reißt mich aus dem Schlaf. Es ist stockdunkel, ich höre nur den Lärm von vorbeifahrenden Autos, der in mein Hotelzimmer dringt. „Hello?“ fauche ich schlaftrunken in den Hörer. „Wake up call“ erwidert der Rezeptionist. Ich blicke auf meine Armbanduhr, es ist 4 Uhr früh.

Um 9 Uhr werde ich von meinem Guide abgeholt. Entweder handelt es sich um ein Missverständnis oder der Nachtdienst im Hotel ist übermotiviert. Ich lege mich wieder ins Bett, an Schlaf ist nicht mehr zu denken.

Tashkent Altstadt

Was erwartet mich in Usbekistan? Meine Gedanken kreisen um das beim Reiseveranstalter Reisefieber Reisen gebuchte Programm. Die Rundreise bringt mich von West nach Ost, es wird ein Streifzug durch das ganze Land. Angelangt in der Stadt Samarkand falle ich wieder in den Schlaf. Um 8 Uhr läutet erneut das Telefon. Mein Reiseleiter ist schon da.

Ich stehe in der Altstadt von Tashkent und sehe das erste landestypische Tor am Eingang zu einer Moschee. Die feinen Fliesenornamente spiegeln sich in der Morgensonne.

Tashkent Medrese Kuppel Usbekistan

Es heißt Schuhe ausziehen und dann stehe ich alleine in der riesigen Gebetshalle. Die Kleidervorschriften in Usbekistan sind nicht allzu streng, Frauen haben ohne Kopftuch Zutritt. Überhaupt wird der Islam im gesamten Land nicht streng gelebt, erzählt mir mein Guide Alisher. Die Menschen essen Schweinefleisch, trinken Alkohol und nur wenige halten die Gebetszeiten ein.

Moschee in Tashkent Moschee Kuppel

Beim Eingang zur U-Bahn werden die Taschen kontrolliert. Nicht so streng wie am Flughafen, aber die Tasche muss man eigentlich geöffnet vorzeigen. Als Tourist werde ich vom Polizisten mit einem Lächeln durchgewunken. Umgekehrt wird man als Usbeke in Europa sicher besonders streng kontrolliert.

Großer Markt Tashkent Tashkent Markt

Am großen Markt versucht mir niemand irgendetwas aufzudrängen oder zu verkaufen. Freundliche Gesichter heißen mich willkommen. Unzählige Stände bieten Schwein-, Rind- oder Lammfleisch an. Selten habe ich so einen sauberen und geruchsarmen Fleischmarkt erlebt. Obst, Gemüse und Gewürze liegen für das Auge aufbereitet zum Kauf bereit.

Markt in Usbekistan Markthalle in Tashkent

Die frisch gegrillten Fleischspieße und die Reisspeisen riechen appetitlich. Leider habe ich noch keinen Hunger.

Schaschlik in Usbekistan Usbekistan Marktfrau

16.10.2017: Auf der Suche nach dem Aralsee

Vom Uferrand blicke ich rund 20 Meter hinab auf neun Boote. Sie liegen fast nebeneinander. Weiter rechts stehen noch weitere zwei weitere Schiffe.

Aralsee ausgetrocknet Aralsee Usbekistan

Die Boote rosten am sandigen Seegrund vor sich hin. Kein Vogel am Himmel, keine Menschenseele weit und breit. Die Kulisse könnte für einen Film gemacht worden sein, ist aber traurige Realität.

Schiffswrack Aralsee

Bis in die 70er Jahren wurde am Aralsee intensiv Fischfang betrieben. Die verarbeiteten Fischkonserven wurden in die gesamte Sowjetunion verteilt. Die Fläche des Sees belief sich auf rund 68.000 km², und war damit fast so groß wie Irland. Heute ist nur mehr eine Ausdehnung von rund 8.000 km² übrig, die Reste des verbliebenen Sees ist hunderte Kilometer von hier entfernt.

Aralsee Fischerei Usbekistan Aralsee

Ich spaziere zwischen den verrosteten Booten umher. Die Motoren wurden entfernt, nur die Hülle ist bei der Austrocknung des Sees liegengeblieben. Über das Verschwinden des Wassers gibt es viele Theorien. Im sandigen Boden liegen leere Muscheln. Sie sind die letzten Zeugen von tierischem Leben im See. Ich hebe eine auf und lasse sie wieder fallen. Sie versinkt im Sand, so wie das Wasser verschwunden ist.

Aralsee Schiffswracks

17.10.2017: Fahrt von Nukus nach Khiwa

Allah meint es heute nicht gut mit uns. Es schüttet wie aus Kübeln. Zusätzlich weht eiskalter Wind, sodass mir der Regen waagrecht entgegenkommt. Die 200 Meter vom Hotel zum Igor Savitsky Museum in Nukus fahren wir mit dem Auto, denn geduscht habe ich schon im Hotelzimmer. Das Museum überrascht mich mit einer umfangreichen Sammlung von Bildern aus der ehemaligen Sowjetunion. Dabei bekomme ich nur 3% der Exponate zu Gesicht.

Igor Savitsky Museum Igor Savitsky Museum Nukus

Gemälde von Künstlern, von denen ich noch gehört habe, zeigen Bilder von Weltklasse. Die Kunstvermittlerin spricht akzentfrei deutsch und hat ein unglaubliches Wissen zu jedem Werk. Dieses Museum wäre in den großen Metropolen der Welt ein Publikumsmagnet. Die Kleinstadt Nukus liegt nur mitten im nirgendwo.Würde nicht der ausgetrocknete Aralsee Touristen anlocken, würden wohl noch weniger als die jährlich 5.000 ausländischen Besucher kommen.

Nukus Igor Savitsky Museum Igor Savitsky Museum Usbekistan

Bei der Fahrt nach Khiwa regnet es weiterhin stark. Irgendwo im Auto dringt Regenwasser ins Innere, die Rückbank ist nach rund zwei Stunden Fahrt vollkommen durchnässt. In Khiwa angekommen beruhigt sich das Wetter und am späten Nachmittag kommt sogar die Sonne durch. Der erste Weg in der Altstadt führt mich zu einem der Minarette. Für den Aufstieg zahlt man 7.000 usbekische Som, rund 0,70 Euro. Ich habe 6.000 Som oder 10.000 er Scheine eingesteckt. Die Kassiererin mit einer goldenen oberen Zahnreihe nimmt die 6.000, weil sie kein Wechselgeld. Ich will ihr 10.000 geben, aber das akzeptiert sie nicht. „It´s OK“.

Khiwa Minarett

Von der lächelnden alten Frau folgen Warnhinweise für den Aufstieg. Zuerst ist es sehr dunkel, die Stufen sind steil, ich soll langsam gehen und aufpassen, dass ich mir den Kopf nicht verletze. Dann wünscht sie mir noch „good luck“, als ob ich den Mount Everest besteigen würde und ich aufgrund der wilden Bedingungen umkommen könnte.

Khiwa Minarett Altstadt Minarett Khiwa

Die Stufen sind steil, manchmal fast kniehoch. Auf allen Vieren besteige ich im Inneren das Minarett. Es zahlt sich aus. Der Blick über die Altstadt von Khiwa ist fantastisch und ich freue mich schon auf den morgigen Besichtigungstag.

Khiwa Chiwa Usbekistan

Scheinwerfer (manche davon bunt) beleuchten am Abend einige der historischen Bauwerke.

Khiwa bei Nacht Chiwa bei Nacht Khiwa Usbekistan

18.10.2017: Chiwa – museale Altstadt und lebendige Neustadt

Mein Guide Alisher begleitet mich die ganze Usbekistanreise und führt mich heute auch durch das UNESCO Weltkulturerbe in Chiwa. Die Altstadt ist zur Gänze mit einer rund 2,2 km langen Stadtmauer aus Lehm umgeben. Vier Tore bieten Zugang. Wir wählen das Westtor und besichtigen die vielen alten Bauwerke, Museen und alten Moscheen. In den Gassen tummeln sich ausländische und inländische Reisende. Khiwa ist ein beliebter Ausflugsort für die Usbeken.

Chiwa - Khiwa - Usbekistan

Am Nachmittag habe ich Freizeit. Direkt am Ausgang des Osttors packen die Frauen und Männer ihre Marktstände zusammen. Viele Verkaufsplätze sind schon leer, manche scheinen bis zum Abend zu bleiben. Ich stelle mich am Rand des Platzes und beobachte die Händler.

Markt in Chiwa Khiwa Markt

Viele sind mit dem Geldzählen beschäftigt. Mir scheint, dass nach jedem Verkauf, die gesamte Tageskasse gezählt wird. Bündel von Som stapeln sich neben den Händler. Der Großteil der Scheine sind 1000 Som, das sind umgerechnet 10 Cent in Euro.

Som Geld in Usbekistan

Seit kurzem gibt es einen 50.000 Som Schein, also einen 5 Euro Schein. Usbekistan ist vor Ort zwar extrem günstig, für die Tageslosung benötigt ein Marktstandler aber dann schon eine mittelgroße Tragetasche. 

Marktstand Usbekistan

19.10.2017: Fahrt von Chiwa nach Buchara

Die Fahrt von Chiwa nach Buchara ist eine lange. Alisher prognostiziert rund 4 Stunden Fahrtzeit. Die vorbeiziehende Landschaft bringt wenig Abwechslung. Die Straße zieht sich durch wüstenähnliche Steppenlandschaft. Bei einer kurzen Pause entdecke ich dann doch etwas Leben im kargen Sandboden.

Die Raststation für das Mittagessen ist keine Rosenberger Filiale. Mehrere lange Tische mit Plastiktischtüchern und ordentlichen Sesselreihen warten auf die LKW Fahrer. Die Speisekarte ist für mich nicht lesbar.

Beim Bestell- und Ausgabefenster habe ich aber eine guten Blick in die Küche. Ein paar große Suppentöpfe sind gefüllt. Das Essen war bisher jeden Tag sehr schmackhaft und gut verträglich. Ich wurde immer frisch bekocht, und das schmeckte mir. Ich entscheide mich für Gemüsesuppe mit Rindfleisch und Gemüseeinlagen, dazu gibt es wie immer frisches Brot.

Das Boutiquehotel Bibi-Khanum in Buchara wurde erst vor einigen Monaten eröffnet. Ein altes verfallenes Stadthaus wurde liebevoll renoviert. Die Besitzerin zeigt mir alle 9 Zimmer, jedes wurde komplett anders ausgestattet. Ich entscheide mich für Zimmer Nr. 7 im 1. Stock. Gleich vor der Tür befindet sich eine gemütliche Terrasse, wo mir sofort Tee serviert wird.

20.10.2017: Sehenswürdigkeiten in Buchara

Zu Fuß und mit dem Auto besichtige ich heute die historischen Teile und Bauwerke von Buchara. Weltberühmt und bekannt sind die Portale der alten Medresen (Koranschulen, die den heutigen Universitäten gleichzusetzen sind).

Von einem Teehaus mit Terrasse aus ich einen schönen Platz mit Blick auf zwei Medresen und ein Minarett.

Was wäre eine Stadt ohne Vergnügungspark und Riesenrad. In jeder größeren Stadt in Usbekistan habe ich bisher ein Riesenrad gesehen. „Brot und Spiele für das Volk“ heißt es auch in Usbekistan.

Beim Riesenrad rechts geht es hier zum alten Mausoleum, einem rund 1.000 Jahre alten Steingebäude. Das Muster des Mauerwerks wurde alleine durch die Anordnung der 20 x 20 x 4 cm großen Ziegel gefertigt.

Alle Touristen von Buchara versammeln sich am Abend zur großen Folklore Show. Je nachdem was gebucht wurde, gibt es „nur“ Tee oder ein komplettes Abendessen. Während Frauen traditionelle Tänze und Mode aus Buchara vorführen, wird das Essen serviert.

Die Touristen kommen aus allen Teilen der Welt. Eine junge Reiseleiterin aus Japan verteilt in gebückter Haltung ihren Gästen ein paar Flaschen mitgebrachter Soja Sauce. Das Gebäude ist wirklich schön, der Rest erinnert mich an den Musikantenstadl, aber der soll ja angeblich auch vielen Menschen gefallen.

21.10.2017: Sommerpalast des letzten Emirs von Buchara

Den Großteil des Jahres verbrachte der letzte Emir von Buchara in seinem Sommerpalast. Bis zur Oktoberrevolution 1920 ließ es sich der Herrscher der Stadt gut gehen. Vom einstigen Paradiesgarten ist nicht mehr viel übrig. Die kleinen, aber prachtvollen Gebäude wurden und werden noch immer renoviert.

Gegenüber der Zitadelle in der Altstadt von Buchara befindet sich eine aktive Moschee.

Die aktuellen Gebetszeiten sind an einer Tafel außerhalb ersichtlich.

Ich besuche das WC und die Waschräume, wo sich die Männer traditionell vor dem Gebet waschen. Wenige Männer haben sich heute zum Nachmittagsgebet versammelt. Viele kommen zu spät und im Laufschritt geht es ohne Waschung in die Moschee. So genau nimmt man es nicht mit der Religion.

22.10.2017: Auf der historischen Seidenstraße in Samarkand

Je mehr man reist umso weniger „wow“ Erlebnisse gibt es. Jetzt stehe ich vor den gewaltigen Portalen am Registanplatz und ein „wow“ legt sich in Gedanken auf meine Lippen. Es ist einer der Orte, wo man einmal im Leben gewesen sein sollte. Von der Besucherterrasse habe ich einen schönen Ausblick auf den Registanplatz in Samarkand.

Samarkand, Samarkand, ich murmle Samarkand mehrmals leise vor mich hin. Jetzt stehe ich im Herzen von Usbekistan. Ich stelle mir die Kamelkarawanen vor, die vor Hunderten von Jahren die Strecken zwischen Korea, China und Istanbul bewältigten.

Gegen eine verhältnismäßig hohe Sondergebühr sperrt mir ein Wachmann die Tür zu einem der Minarette auf. Über eine enge Wendeltreppe steige ich die Stufen empor. Ganz oben im komplett flachen Dach ist ein kleines Loch. Ich passe gerade mit meinem Oberkörper und der Fotokamera durch und kann mich um die eigenen Achse drehen. Die Perspektive entschädigt für das Extrageld.

Die Bibi-Chanum Moschee war zum Zeitpunkt der Unabhängig Usbekistans von der UDSSR in einem desolatem Zustand. Alte Fotos zeigen das zerstörte Bauwerk. In den letzten 25 Jahren wurden überall in Usbekistan die alten historischen Schätze renoviert. Viele Bauwerke sind noch nicht wiederhergestellt und es wird weiter restauriert.

Der große Markt in Samarkand ist ein Muss:

Samarkand Markt Marktstand Samarkand Markt in Samarkand Markt Samarkand

23.10.2017: Sehenswürdigkeiten in Samarkand

Die Besichtigung der Shohizinda Necropolis steht in meinem Reiseprogramm von Reisefieber Reisen.

Shohizinda Necropolis

Über 36 Stufen gehe ich hinauf zu den alten Grabstätten, die aus der Zeit des einstigen Herrschers und heutigen Volkshelden Amir Temur stammen.

Nekropole in Samarkand Frauen in Usbekistan

Neben den Touristengruppen sind auch viele Usbeken zu Besuch. Eine Gruppe ältere Frauen in großgemusterten weiten Kleidern gehen zielstrebig zur kleinen Moschee am hinteren Ende der Nekropole. Die Goldzähne in ihren Mündern glänzen in alle Richtungen. Der Rohstoff Gold ist die zweitwichtigste Geldeinnahme Usbekistans und voll Stolz zeigen die Goldzahnfrauen ihre private Sammlung.

Samarkand Sehenswürdigkeit Samarkand Gewölbe

Den Nachmittag habe ich zur freien Verfügung. Ganz in der Nähe meines Hotels befindet sich das russische Viertel, das ab 1920 gebaut wurde. Abseits von Moscheen und Medresen lerne ich eine andere Seite von Samarkand kennen. Viele Studenten bummeln entlang der Straße, kaufen sich die trendigste Handyhülle oder turteln auf den Parkbänken.

Neustadt von Smarkand Kirche in Samarkand Auto in Usbekistan

Der Hotelrezeptionist bemüht sich am Abend telefonisch vergeblich um ein Taxi. Während des Tages habe ich jede Menge gelbe Fahrzeuge mit einem Taxischild gesehen. Die Autos fallen besonders auf, da ansonsten die Farbe weiß die vorherrschende Autofarbe ist. Um diese Uhrzeit scheint es aber schwierig zu sein.

Der Rezeptionist begleitet mich an die Straße, hebt den Arm und schon das dritte Fahrzeug bleibt stehen. Kein offizielles gelbes, sondern ein privates weißes. Der Preis wird verhandelt und schon geht es zum Registanplatz.

Registanplatz bei Nacht

Heute gibt es eine Licht- und Lasershow hat mir der Rezeptionist noch mitgeteilt. Die findet nur statt, wenn eine Touristengruppe die Show bucht, Staatsgäste vor Ort sind, oder ein bestimmter Feiertag ist. Ich habe Glück und finde auf der Aussichtsplattform einen Platz in der ersten Reihe.

Der Beginn der Show ist vage bekannt. Ein Polizist sagt mir 20 Uhr, also nur 45 Minuten warten. Um 20:10 Uhr heißt es dann 21:00 Uhr, also noch länger in der Kälte warten. Um 20:15 treffen die acht Ehrengäste samt Limousine und Polizeieskorte ein. Kaum nehmen sie Platz, beginnt die sehenswerte Show.

Lichtshow Lasershow in Samarkand

24.10.2017: Tagesausflug nach Shahrisabz

Wir halten mit dem Auto am Straßenrand. Die Strecke war kurvig und führte über einen Gebirgspass.

Samarkand Strasse nach Sharhirsabz

Etwas abseits der Straße stopft eine Frau Hammelleber in ein Stück Darm. Dahinter hängen zwei gehäutete Schafe. Zu ihrer rechten ist ein Lehmofen, aus dem der Rauch aufsteigt.

Rastplatz Usbekistan

In schöner Lage mit Blick über das Tal sind mehrere Sitzecken am Boden eingerichtet. Ein schöner Rastplatz für ein Picknick. Für Schaffleisch ist aber noch zu früh und Leberwurst habe ich grundsätzlich von meinem Speiseplan gestrichen.

Lehmofen Picknickplatz Usbekistan

Shahrisabz heißt unser heutiges Ausflugsziel, die Stadt ist Geburtsstadt des Herrschers Amir Temur. Von seinem einst prächtigen Palast, der im 14. Jahrhundert gebaut wurde, ist leider nicht mehr viel übrig. Lediglich ein Rest von einem Eingangsportal steht noch. Dieses ist aufgrund der verbliebenen Größe trotzdem beeindruckend.

Shahrisabz Usbekistan Air Temur Denkmal

Eindrucksvoll sind auch die bemalten Kuppeln der Mausoleen von zwei Söhnen von Amir Temur.

Mausoleum Shahrisabz Mausoleum Usbekistan Kuppel in Mausoleum

25.10.2017: Zurück in der Hauptstadt Tashkent

Ich bin zurück in Tashkent. Bevor ich in den Osten der Hauptstadt reise, besuche ich die Neustadt von Tashkent. Der Platz der Unabhängigkeit ist russisch groß dimensioniert. Störche symbolisieren die Stabilität von Usbekistan.

Hauptstadt von Usbekistan Usbekistan Störche

Das Laub ist herbstlich bunt gefärbt und beim flanieren im Park vergesse ich fast, in Zentralasien zu sein. In einem „Salettl“ mache ich eine Teepause. Davor bieten viele Maler ihre Bilder und ihre Dienste für ein Porträt an. Das Ende meiner Reise naht. Einheimische leihen sich Fahrräder aus. Für manche Erwachsene dürfte es der erste Ritt auf dem Drahtesel sein, der ist heutzutage aus Kunststoff und kommt aus China.

Taschkent Park Teepause in Usbekistan

Ein Gruppe Studenten kommt schnellen Schrittes auf mich zu und will mich interviewen. Wie mir Usbekistan gefällt und so weiter. Da ich noch nicht einmal 24 Stunden im Land bin drehe ich den Spieß um. Ich stelle die Fragen. Welche Sprachen sie am Institut lernen können? Englisch, Koreanisch, Russisch, Chinesisch, bekomme ich als Antwort. Auch Deutsch? frage ich nach. Ja, auch Deutsch antwortet mir nach einer kurzen Pause eine der jungen Studentinnen, so ganz sicher ist sie sich nicht.

Taschkent Usbekistan im Herbst

26.10.2017: Fahrt ins Ferganatal und Besuch von Kokand

Die Landschaft im Südosten von Tashkent ändert sich. Die letzte Woche war geprägt von einer flachen Landschaft, jetzt führen Serpentinen eine Passstraße hinauf. Die Bergspitzen sind mit frischen Schnee angezuckert.

Ferganatal in Usbekistan

Hauptattraktion in der Stadt Kokand ist der Khudoyar Khan´s Palast. Zu seiner Blütezeit war die Stadt Hauptsitz eines Reiches, dass den Großteil des heutigen Usbekistans und Teile von Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und China umfasste.

Kokand im Ferganatal Khudoyar Khan Palast

Die Töpferscheibe wird mit einem Elektromotor angetrieben. Vom Besitzer und Meister der Töpferei wird mir der Töpferlehrling vorgestellt. Er sieht gar nicht wie ein Lehrling aus und mit erfahrenen Handgriffen formt er einen Klumpen Ton zu einer wohlgeformten Schüssel.

Töpfer im Ferganatal

Im weiteren Produktionsverlauf wird gebrannt, gefärbt, bemalt, glasiert, nochmals gebrannt. Die Muster sind fein, die Farben stimmig, aber einen Platz in meiner Wohnung finde ich in Gedanken nicht. Gekauft wird daher nichts, was aber kein Problem darstellt, denn ein Kaufdruck ist nicht gegeben.

Töpfer in Usbekistan Töpferware von Usbekistan

27.10.2017: Seidenstoffe und heiraten im Ferganatal

Eine mutige Frau hat vor hunderten von Jahren Seidenraupen in einem Stock aus China nach Usbekistan geschmuggelt. Seitdem werden in Margilan Seidenraupen gezüchtet und wertvolle Seidenstoffe hergestellt.

Seidenproduktion in Usbekistan Seide im Ferganatal

Die Ikat-Stoffe aus Margilan sind weltberühmt. Die Seidenfabrik, in der ich mich befinde, hat auch schon für die Modedynastie Gucci gefertigt.

Seide aus Usbekistan Ikat Stoffe aus Usbekistan

Ich zähle sechs Brautpaare im Park vor der Statue des frühmittelalterlichen Astronomen Farghani. Der Pavillon in Quva ist ein beliebtes Fotomotiv für Hochzeitsgesellschaften. Im Park stehen große Bögen und Herzen mit Kunststoffblumen als Fotokulisse. Ein Brautpaar nach dem anderen stellt sich brav an.

Hochzeit in Usbekistan

Über mir kreist eine Drohne, die den Festtag von oben fotografiert. Nur die Bräute scheinen traurig zu sein, kein Lächeln entkommt ihnen. Mit bitterernster Miene steigen sie mit den ungewohnten Stöckelschuhen auf den Pflastersteinen herum. Die Bräute bringen mit ihrer Miene den Abschied von der Familie zum Ausdruck. Sie leben ab jetzt bei der Familie ihrer Männer. Die Tradition will es so.

Heiraten in Usbekistan Hochzeitsfotos in Usbekistan

Touristen sind in diesem Teil von Usbekistan selten. Überall wird hinter mir getuschelt „Tourist, Tourist“. Die besonders Mutigen fragen nach einem Selfie mit mir und ich lasse auch gleich ein Gruppenbild anfertigen. Ein schöner Abschied aus Usbekistan.

Reisedoktor in Usbekistan

Die Reise wurde von Reisefieber – dem Asien Spezialist unterstützt. Vielen Dank.

Mit Reisefieber Reisen nach Usbekistan