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Franz Roitner

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Reisetagebuch meiner Oman Rundreise mit Mietwagen

Karte Oman Rundreise

22.01.2013: Der Fischmarkt, früh morgens, in Mutrah, Oman

Genau in dem Moment als ich aus meinem Mietwagen steige, ruft der Muezzin zum Gebet. Es ist halb sechs am Morgen. Erst vor einer Stunde habe ich meinen Mietwagen am Flughafen übernommen und stehe jetzt an der Uferpromenade der Hafenstadt Mutrah, im Sultanat Oman. Mit dem Ruf des Muezzins vom Minarett kehrt langsam Leben in die Stadt ein.

Muthra, Oman

Ich spaziere zum Fischmarkt, wo die ersten Fischer ihre Fänge direkt aus ihren Autos an die Händler am Markt verkaufen. Es wird lautstark diskutiert. Gewichtige Thunfische, Unmengen an Sardinen, tellergroße Calamari und andere Fischarten werden auf Scheibtruhen geladen, zu den Marktständen gebracht und zum Verkauf aufgebreitet. „Im Oman fischen, handeln, zerlegen und verkaufen nur echte Omaner die Fische, keine Gastarbeiter wie in anderen Arabischen Ländern“, belehrt mich ein freundlicher Fischverkäufer. Ein älterer Mann winkt mich zu sich und zeigt mir einen Haifisch, den er gerade in Stücke schneidet. Ein Händler bleibt mit seiner Scheibtruhe voll Thunfisch stehen und fragt, ob ich nicht fotografieren will.

Thunfisch Verkauf, Oman Haifisch, Fischmarkt

Die Atmosphäre ist sehr entspannt und ich fühle mich herzlich willkommen. Mich wundert die Freundlichkeit, denn unweit von hier legen die großen Kreuzfahrtschiffe an. „Mein Schiff“ der TUI ist soeben im Hafen eingelaufen. In Kürze werden hier hunderte Passagiere mit Fotokameras auf Motivsuche gehen. Die Omaner nehmen es gelassen hin.

Fischhändler Oman Fische Mutrah

22.01.2013: Die Sultan Qaboos Grand Mosque, Oman

Mein Toyota Landcruiser macht am linken Hinterrad seltsame Geräusche, die mir beim Fahren mit offenem Fenster auffallen. Ich fahre retour zur Autovermietung am Flughafen, wo ich einen neuen Wagen erhalte. Bei der Rückfahrt Richtung der Hauptstadt Muskat stoppe ich bei der Sultan Qaboos Grand Mosque, die bis vor kurzem die größte Moschee der Welt war. (Die Moschee von Abu Dhabi hat ihr diesen Rang mittlerweile abgelaufen.)

Toyota Landcruiser, Oman Moschee, Oman

Ich betrete den Hauptraum der Moschee und bin vom Anblick überwältigt. Von der Kuppel herab hängt ein 14 Meter hoher Kristallluster. „Er ist 8 Tonnen schwer und wurde in Österreich hergestellt“, erklärt mir einer der vielen Omaner, die hier den Touristen Informationen über den Bau und den Islam geben.

Sultan Qaboos Grand Mosque Kristallluster Moschee, Oman

Das Innere der Moschee bietet 20.000 Gläubigen Platz. Es ist mit weißgrauem Marmor verziert. Erneut werde ich angesprochen, ob ich Informationen zum Islam möchte: „Die Meinung über den Islam ist in der westlichen Welt schlecht, wir möchten den Besuchern ein friedliches Bild von unserem Glauben vermitteln.“ Die Idee gefällt mir, denn die Vorurteile und die Unwissenheit über diese Religion sind im Westen wirklich sehr groß.

Moschee, Muskat, Oman Koran in Moschee, Oman

Ich setze mich in den Park vor der Moschee und ruhe mich von der schlaflosen Anreise und dem ereignisreichen ersten Tag aus. Ein älterer Herr mit typisch traditioneller Kleidung, einem weißen knöchellangem Gewand und ein zu einem Turban gewickeltes Tuch, beginnt mir die fünf Grundpflichten eines Moslem zu erklären. Der Informationswille wird mir jetzt zu sehr zum Bekehrungsversuch und ich mache noch eine Runde um die Moschee.

Die große Sultan Qaboos Moschee Moscheebesucher

22.01.2013: Oman Dive Center – direkt am Strand, Muskat

Mein Hotel habe ich per eMail reserviert. Ich wollte ein Hotel etwas außerhalb der Stadt und bin im Oman Dive Center gelandet.

Strand, Oman Dive Center

Die Unterkunft ist eine einfache Palmwedelhütte, aber sehr komfortabel mit Außendusche ausgestattet. Das Beste daran, sie liegt direkt am Strand.

Oman Dive Center Zimmer, Oman Dive Center
Badezimmer, Oman Dive Center Strandbar, Oman Dive Center

23.01.2013: Die Altstadt von Muskat, Oman

Die historische Altstadt von Muskat, der Hauptstadt vom Oman ist heute nur noch ein Palastbezirk. Die alten Häuser und der alte Souk wurden in den letzten Jahrzehnten abgerissen. Der pompöse Sultanspalast direkt am Meer bildet das Zentrum.

Sultanspalast Muskat

Ein Stadtleben gibt es hier keines. Nur Autos bewegen sich durch die Stadt. Auf den zwei umgebenden Hügeln sieht man noch die zwei alten, von den Portugiesen erbauten Wehranlagen Fort Mirani und Fort Jalali.

Altstadt Muscat Altstadt Muskat

Ich stoppe beim neu erbauten Stadttor und besuche das darin befindliche Muscat Gate Museum. Ich glaube das Gebäude verschlossen vorzufinden, drücke aber doch gegen die Eingangstür und gelange in einen für ein Museum doch eher kleinen Raum. Die Erklärungen über die Geschichte der Stadt Muskat sind aber sehr interessant zu lesen und viele alte Stadtansichten ergänzen die Ausführungen.

Muscat Gate Museum Krummdolch Oman

24.01.2013: Spaziergang durch den Souq von Mutrah

Die Stadt Mutrah, etwa drei Kilometer von der Hauptstadt Muskat entfernt, hat eine natürliche Bucht in einem geschützten Hafen und gewann so im 19.Jhdt. an Bedeutung als Hafen- und Handelsstadt. Ein historisches Foto zeigt die alte Uferpromenade, wo heute die Corniche, die Uferstraße samt Gehweg verläuft.

Historisches Mutrah Corniche, Mutrah

Hinter der Corniche befindet sich der alte Souq von Mutrah. Durch das Eingangstor gelange ich in die Hauptgasse Kohr Bamba. Die Produkte sind hier in erster Linie auf Touristen zugeschnitten, dementsprechend werden mir die verschiedensten Waren und Souvenirs angeboten.

Goldsouq Mutrah Krummdolche Oman

In den eng verwinkelten Seitengassen bekommt man aber alle Produkte des täglichen Bedarfes und hier kaufen die Einheimischen ein. Angeboten wird hier auch der Krummdolch, der einst als Waffe benutzt wurde, und heute nur mehr zu besonderen Anlässen stolz am Bauch geschnallt getragen wird. Im alltäglichen Gebrauch ist noch die kumma, eine bunt bestickte Kappe, die neben dem Turban gerne getragen wird.

Kumma, Kopfbedeckung im Oman Souq von Mutrah

24.01.2013: Die Festung von Nakhl

Ich verabschiede mich heute vom Großraum Muskat und fahre ins Landesinnere nach Nakhl. Schon von weitem sehe ich das Fort auf einem Hügel die Stadt überragen.

Die Festung von Nakhl

Die Festung stammt ursprünglich aus dem 9. Jahrhundert und wurde bis ins 19. Jahrhundert laufend erweitert. Heute ist sie vollkommen renoviert und gibt dem Besucher einen Einblick in vergangene Zeiten. Ich besichtige die verschiedenen Räumlichkeiten: Küche, Schlafräume, ein Dattellager und das Gefängnis.

Fort Nakhl Ausblick, Festung Nakhl

Viele Zimmer sind möbliert und zeigen alte Exponate wie Waffen und Küchenutensilien. 1980 begann man ein Projekt zur Renovierung von 23 Festungen und Burgen im Oman. Die Arbeiten dauern noch immer an. Die historischen Gebäude sind ein wichtiges Kulturerbe des Landes und eine Attraktion für in- und ausländische Touristen.

Nakhl, Oman, Fort Exponate, Festung, Oman

25.01.2013: Durch Wadis und über die Passtraße nach Al-Hamra

Ich starte heute morgen in der Stadt Rustaq und fahre in das Wadi Sahtan. Ein Wadi ist ein Trockenflußtal, also ein ausgetrocknetes Flußbett, das zeitweise aber Oberflächenwasser führen kann. Abenteuerlich ist in meinem Reiseführer die Fahrtstrecke durch das Wadi Sahtan beschrieben. Die vielen Engstellen und Wasserfurten sind aber mittlerweile verschwunden. Ich fahre gemütlich über eine gut ausgebaute Schotterpiste und wahrscheinlich zieht sich bald ein Asphaltband durch das Tal.

Wadi Sahtan Dorf im Wadi Sahtan

Ich komme vorbei an kleinen Dörfern, wo ich mir Zeit für kleine Rundgänge nehme. Ein alter Mann schläft im Morgenlicht vor seiner Haustüre, Frauen machen die Wäsche. Das Leben geht gemütlich seinen Lauf.

Mann im Oman Frauen im Oman

Was hier im Wadi fehlt, ist die Straßenbeschilderung. Die Schotterpisten verzweigen sich alle paar Kilometer und es fehlen entweder die Richtungswegweiser oder es sind Orte ausgeschildert, die ich in keiner meiner Karten finden kann. Nach mehreren Irrfahrten finde ich dann doch noch den Weg in das Wadi Bani Awf.

Wadi Bani Awf Wadi Sahtan Oman

Die Straße führt am Ende des Trockentales weiter auf einen Pass über rund 2000 Meter Seehöhe. Ohne Allradauto ist eine Fahrt hier unmöglich. An einer weiteren Weggabelung warte ich rund 15 Minuten auf ein entgegenkommendes Fahrzeug, um nach den richtigen Weg zu fragen. Man kommt nur sehr langsam voran und ein paar Kilometer in die falsche Richtung kostet bis zu einer Stunde Zeit. Eng am Felsen führt die Piste jetzt steil die Passstraße bergauf. Spektakuläre Ausblicke lassen mich immer wieder stoppen und fotografieren.

Snake Gorge Oman Gebirge Oman

26.01.2013: Der Palast von Jabrin

Der historische Palast von Jabrin war ein Wohnschloß aus dem 17. Jahrhundert und gilt als eines der schönsten Gebäude im Oman. Der Imam Bil´arub bin Sultan al-Ya`a-ruba ließ diesen Palast als seine Wohnresidenz und als Ort des Wissens erbauen. Der Imam förderte wissenschaftliches und künstlerisches Schaffen von Astrologen, Medizinern, Historikern, Rechtsgelehrten und Poeten.

Der Palast von Jabrin Alte Bibliothek

Ich starte meinen Rundgang im Dattellager, einem dunklen Raum im Erdgeschoß, der mich an einen Keller erinnert. Hier wurden früher Tonnen von Datteln gelagert. Das Eigengewicht der Datteln drückte dicken, honigähnlichen Dattelsaft aus den Früchten. Dieser Saft floss in schmale Kanäle im Boden, wurde in Behältern aufgefangen und zum Kochen verwendet.

Dattellager Palast im Oman

Doch auch zur Abwehr wurde der Saft benützt. Denn als der Bruder des Iman ihm die Herrschaft streitig machte, wurden Wehrmauern und Kanonentürme errichtet und durch kleine Öffnungen in den Mauern wurden die Angreifer mit heißem Dattelsaft verbrüht. Nach dem Tod Bil’arubs verlor der Palast an Bedeutung und verfiel.

Palastmauer Jabrin Palast Lampe

Erst 1984 begannen umfangreiche Renovierungsarbeiten. Fast alle Räumlichkeiten sind heute zugänglich. In vielen sind antike Möbelstücke und traditionelle Gegenstände ausgestellt. Ich bekomme so einen interessanten Einblick in das Leben vor über 300 Jahren.

Küche im alten Palast Jabrin, Oman

26.01.2013: The View Hotel, Al-Hamra, Oman

Sieben Kilometer führt eine Schotterpiste hinauf zum View Hotel. Hier stehen 14 modern ausgestattete Zelte zum Übernachten bereit. Die Zelte in der ersten Reihe haben eine riesige Terrasse. Die Stadt Al-Hamra liegt mir zu Füßen.

The View Hotel Zelt im View Hotel, Oman

Nach dem Abendessen mit traumhaftem Blick über die beleuchtete Stadt werden mehrere kleinere Lagerfeuer gemacht. Der Wind weht hier oben bitterkalt, das Feuer wärmt angenehm und ich sitze noch länger unter dem omanischen Sternenhimmel.

Restaurant, The View Hotel, Al-Hamra Lagerfeuer, The View, Oman

27.01.2013: Die Sultan Qaboos Moschee in Bahla

Die zwei Minarette der Sultan Qaboos Moschee in Bahla erinnern mich von der Bauweise an zwei Kirchtürme. Ich bin der einzige Besucher am frühen morgen.

Sultan Qaboos Moschee Bahla Hauptraum Sultan Qaboos Moschee

Die Schuhe bleiben beim Betreten des Hauptraumes vor der Türe. Der Innenraum ist in blau-weiß gehalten und sehr geschmackvoll und harmonisch eingerichtet.

Bahla Moschee Moschee Blaha

27.01.2013: Im alten Souq von Bahla

Ruhig und gemütlich geht es im alten Souq von Bahla zu. Meist ältere Männer bieten ihre Handwerksdienste an, oder verkaufen Waren aller Art.

Bahla Souq Lederwaren im Souq
Alter Souq in Bahla Messerschleifer Oman
Gemüsehändler Markt im Oman Gemüsemarkt im Oman

27.01.2013: Im Zentrum der Stadt Bahla, Oman

Ich parke mein Fahrzeug im Zentrum der Stadt Bahla. In dem Moment reitet ein alter Mann auf einem Esel an einem parkenden Auto vorbei. Alte und neue Welt treffen hier aneinander. In Bahla steht das größte Lehmfort Omans, dass erst seit kurzem zur Besichtigung freigegeben worden ist (donnerstags und freitags).

Esel & Auto im Oman Fort Bahla, Oman

Die Altstadt um das Fort ist ebenfalls aus Lehm errichtet, verfällt aber zunehmend. Ich spaziere durch die Häuserruinen, in denen ich noch Wohngegenstände, wie ein altes Buch finde. Ansonsten liegt viel Müll, vor allem Plastikabfall, in den alten Räumlichkeiten.

Altstadt von Bahla Altes Buch, Oman

Ob die alten Lehmbauten bald neuen, modernen Gebäuden Platz machen oder vielleicht renoviert werden, konnte ich leider nicht herausfinden.

Lehmstadt von Bahla Alte Gasse, Bahla, Oman

27.01.2013: Das kleine Bergdorf Misfat Al Abriyeen

Das kleine Bergdorf Misfat Al Abriyeen soll eines der schönsten im Oman sein. Ein gut beschilderter Weg führt durch den Ort.

Misfat al Abriyeen
Mann im Oman Misfat al Ibriyeen
Dattelpalmen Oman Bergdorf Oman

28.01.2013: Die alten Lehmhäuser von Al Hamra

Frühmorgens besuche ich den alten Ortsteil von Al Hamra. Am Rande eines großen Palmenhaines stehen mehrstöckige Lehmhäuser, die bis zu 300 Jahre alt sind. Um 1980 war der alte Ortskern noch belebt und es gab noch rund 80 kleine Geschäfte. In den letzten Jahrzehnten sind die meisten Bewohner von Al Hamra in moderne Gebäude gezogen und der Stadtteil verfällt.

Lehmstadt Al Hamra Holztür im Oman

Beim Spazieren durch die Gassen empfinde ich die Stimmung fast gespenstisch. Kaum ein Laut ist zu hören. In den Lehmruinen steht ein altes Motorrad. Dazwischen stehen ein paar Häuser, die noch bewohnt sind. Besonders gefallen mir die schön geschnitzten Holztüren, die ich im ganzen Oman vorfinde.

Altes Motorrad, Oman Altstadt Al Hamra

28.01.2013: Nizwa –Stadt mit einer langen Geschichte

Der Weltreisende Ibn Battuta schrieb um das Jahr 1332: „Die Stadt liegt am Fuße eines Berges, sie ist von Gärten und Flüssen umgeben. Sie hat wunderbare Basare, und ihre Moscheen sind groß, sauber und vorbildlich. Sie sind von einer stolzen und tapferen Rasse, und die Stämme stehen ständig im Krieg miteinander“.

Nizwa, Oman Fort Nizwa

Nizwa war bis Ende der 1960er Jahre Hauptsitz des inneren Omans. Hier herrschte der Imam im Gegensatz zum Sultan von Muskat. Erst seit 1959 regiert der Sultan über ganz Oman. Die Stadt hat bis heute nicht an Wichtigkeit verloren, und Nizwa ist Fixpunkt für fast jeden Omanreisenden.

Souk, Nizwa Markt, Souq, Nizwa

Die Souqs wurden gründlich renoviert und ich finde gut ausgeschilderte Geschäftsstraßen: Textil-Souq, Dattel-Souq, West-Souq, Ost-Souq. Die moderne Obst- und Gemüsehalle ist fast leer. Die Verkäufer bieten die Waren lieber davor unter freiem Himmel an. Wer die Souqs besuchen möchte, sollte früh aufstehen. Bereits ab 11 Uhr brechen die Händler auf. Sie räumen ihre Stände auf und gehen in die Moschee.

Gemüse-Souq, Nizwa Alte Männer, Oman

28.01.2013: Der „grüne Berg“ Jebel Akhdar

Eine dreispurige, steile Asphaltstraße führt hinauf zum „grünen Berg“ Jebel Akhdar. Oben auf dem Plateau angekommen bin ich von den vielen Orten und kleinen Städten überrascht. An den Berghängen gibt es vergleichsweise hohe Niederschläge und so zählt dieses Gebiet zu den fruchtbarsten im Oman. Die kühlen Temperaturen machen das Leben hier um einiges angenehmer als in den heißen Ebenen.

Jebel Akhdar, Oman Hochplateau Oman

In den Hängen sind Terrassenfelder angelegt, sie erinnern mich an Reisterrassen in Asien. Mais, Marillen, Pfirsiche, Granatäpfel, Mandeln, Walnüsse und Weintrauben werden hier geerntet. Bis ins Jahr 2005 war diese Gegend nur zu Fuß oder mit dem Esel erreichbar. Dann baute man diese „Bergautobahn“.

Terrassenfelder Jebel Akhdar Terrassen Jebel Akhdar

29.01.2013: Nomadic Desert Camp in der Sandwüste Wahiba

„Treffpunkt 15 Uhr unter dem großen Baum gleich neben der Kreuzung“ steht in der Anfahrtsbeschreibung zum Nomadic Desert Camp. Um 15:40 Uhr haben dann die letzten Anreisenden den Treffpunkt gefunden. Ich lasse noch etwas Luft aus den Reifen und dann geht es im Konvoi mit Allradfahrzeugen durch die Sanddünen zum Camp. Nach einer Rechtskurve „begrüßt“ uns ein Kamel. Es zeigt uns gleich, wer hier der Herr der Wüste ist.

Anreise Wahiba Sands Sandpiste Wüstencamp

Das Camp liegt ca. 15 Kilometer von der Hauptstraße entfernt in der Wüste und besteht aus 20 Strohhütten, mit jeweils zwei Betten und Teppichen am Sandboden. Es gibt in den Wahiba Sands mehrere Camps. Ich habe das Nomadic Desert Camp gewählt, weil hier auf Stromaggregatoren und Klimaanlagen in den Zimmer und auf einen Swimmingpool mitten in der Wüste verzichtet wird. Die Wüstenatmosphäre wird durch möglichst wenig Lärm gestört. Hier könnte ich länger als die zwei gebuchten Nächte bleiben.

Nomadic Desert Camp Beduinenzelt, Oman

Ich stapfe durch den Sand und gehe entlang von Sanddünen, die in alle möglichen Pastelltönen von hellgelb bis dunkelrot leuchten. Je tiefer die Sonne steht, umso stärker werden die Farbkontraste. Ich beobachte Ameisen, die sich durch den Wüstensand quälen. Für mich ist faszinierend, dass in dieser Trockenheit und Hitze Tiere und Pflanzen überleben können.

Sanddünen im Oman Wahiba Sands Oman

Eine Gruppe von Wissenschaftler untersuchte diese Sandwüste, die rund 250 mal 100 Kilometer groß ist. Man registrierte über 200 Säugetier-, Vogel- und Reptilienarten, sowie 180 verschiedene Pflanzenarten. Dazu kommen über 15.000 verschiedene wirbellose Tiere. Doch über alle ragt das Tier der Wüste, das Kamel.

Wüstenpflanzen Kamel, Oman

30.01.2013: Auf einem Kamel in den Sonnenuntergang

Sultan legt noch ein paar weiche Decken über das Metallgestell, welches auf dem Rücken des Kamels gebunden ist. Mein Reittier für die nächsten zwei bis drei Stunden (so genau nimmt man die Zeiten im Oman nicht) ist fertig gesattelt. Geduldig wartet meine Kameldame im Sand, bis ich eine gute Sitzposition finde. Gut festhalten und dann geht es etwa zwei Meter in die Höhe.

Kamelreisen Oman Kamelreiten

Mit trägem Schritt schreiten die Kamele durch den Sand. Ohne diesen Tiere hätten die Beduinen nicht in der Wüste leben können. Das Wohl der Kamele hatte bei den Wüstenbewohnern stets Vorrang. Starben die Kamele bei einer Reise durch die Wüste, dann starben auch seine Reiter, weil eine Weiterreise zu Fuß unweigerlich in den Tod führte.

Beduine, Oman Kamelritt, Oman

Während ich die Weite der Wüste auf dem Kamelrücken bewundere, schreibt mein Führer Sultan eine SMS nach der anderen. Mobilfunk ist auch am Rande der Wüste nicht mehr wegzudenken und die Bedu nutzen die neuen Technologien. Sehr gut, dass wenigstens der Empfangston deaktiviert ist, so kann ich die Stille genießen. Besonders fasziniert bin ich vom langen Schatten, den die tiefstehende Sonne von uns in den Sand wirft.

Wahiba Sandwüste Oman

Zum Sonnenuntergang sammeln wir etwas Kleinholz und Sultan kocht in alter Tradition einen Kaffee und reicht mir Datteln. Mein Kamel findet auch etwas Grünzeug und ist sichtlich mit dem Reiter zufrieden.

Kaffeepause, Oman Kamel, Oman

31.01.2013: Entlang der omanischen Küste

Es tut gut wieder Meerluft zu atmen. Nach den heißen Tagen im Landesinneren des Oman fahre ich durch viele kleine Fischerdörfer die Küste entlang.

Strand, Oman
Fischerdorf, Küste von Oman Fischer Oman
Kamel am Strand Holztüren Oman
Omanische Küste

31.01.2013: Ras al-Jinz – Museum über Meeresschildkröten

Das Ras al-Jinz Turtle Reserve liegt direkt an einem Strandabschnitt, wo Meeresschildkröten bei der Eiablage beobachtet werden können. Das neu eröffnete Museum gibt umfangreiche und spannend aufbereitete Informationen über Meeresschildkröten im Allgemeinen, und über die „Grüne Meeresschildkröte“, auch Suppenschildkröte genannt, im Speziellen. Es ist noch nicht lange her, dass Schildkrötensuppe in der Dose angeboten wurde. Heute gilt die Grüne Meeresschildkröte als gefährdete Tierart. Die folgenden vier Fotos stammen aus dem Museum.

Grüne Meeresschildkröte - Suppenschildkröte Schildkrötensuppe

Alle drei Jahre kommen weibliche Suppenschildkröten, die selbst an diesem Strand aus dem Ei geschlüpft sind, hierher zurück. Dazwischen machen sie lange Reisen und werden per GPS verfolgt. Sie legen in der Nacht rund 100 Eier in eine Sandgrube, die sie zuvor mit ihren Flossen ausheben. Danach kehren sie in das Meer zurück und überlassen den Nachwuchs ihrem Schicksal. Heute Nacht habe ich die Gelegenheit, Zeuge dieses Vorganges zu werden.

Schildkröten, Wanderungen Meeresschildkröte bei der Eiablage

01.02.2013: Schildkrötenbeobachtung bei Nacht in Ras al-Jinz

Um vier Uhr früh gehe ich in der Dunkelheit mit anderen Gästen und einem Ranger vom Ras al-Jinz Turtle Reserve zum Strand. Mit einer kleinen Taschenlampe sucht der Ranger Ibrahim nach Meeresschildkröten, die hier ihre Eier ablegen. Geduldig warten wir am Beginn des Sandstrandes. Ibrahim holt uns ab und wir schleichen über den Sand zu einer sogenannten „Suppenschildkröte“. In einer rund 50 cm tiefen Grube sitzt eine knapp ein Meter große Schildkröte und legt ihre golfballgroßen Eier in den Sand. Mehrmals habe ich schon Berichte darüber im Fernsehen gesehen, aber dies selbst in der freien Natur zu erleben ist ein beeindruckender und unvergesslicher Augenblick.

Schildkrötenbeobachtung Suppenschildkröte bei der Eiablage

Nach erfolgter Eiablage beginnt die Schildkröte das Loch mit ihren Flossen zuzugraben und macht sich dann wieder auf dem Weg zurück ins Meer. An einer anderen Stelle tippeln gerade frisch geschlüpfte Tiere instinktiv Richtung Ozean. Sie sind vielleicht einmal gerade knapp fünf Zentimeter groß. Nur wenige der Jungtiere überleben. Neben natürlichen Feinden am Strand und im Wasser ist der Mensch derzeit die größte Ursache für die Dezimierung des weltweiten Bestandes. Neben dem Weg in die Küche sterben viele Tiere in den Fangnetzen der großen Fischerboote.

Schildkröten in Ras al-Jinz Junge Meeresschildkröte

Der Sonnenaufgang steht bevor und die letzten Schildkröten kehren in das Meer zurück. Am helllichten Tage sehe ich, dass der gesamte Strand mit großen Nistplätzen übersät ist. An den Spuren im Sand kann ich die Anzahl der heute Nacht eilegenden Tiere mit etwa 20 beziffern.

Ras Al Jinz, Strand

01.02.2013: Dhau-Werften in Sur

Bei der Einfahrt in die Stadt Sur sehe ich schon von Weitem alte Holzboote am Ufer einer Lagune liegen. Hierher werden traditionsreiche Handels- und Fischerboote zur Reparatur gebracht. Ich nähere mich am Strand der Werkstatt und sehe, dass auch drei neue Dhau-Schiffe in Arbeit sind. Indische Arbeiter machen gerade eine Essenspause. Sie laden mich ein, die Schiffe näher ansehen zu dürfen.

Sur, Oman Dhau Werkstatt in Sur

Das Holz wird sorgfältig ausgesucht und mit alten Sägen zurechtgeschnitten. Alles wird per Hand mit viel Liebe zum Detail gefertigt. Einst fuhr man mit diesen Schiffen bis nach Indien und Ostafrika. Man handelte mit Datteln und Fisch aus dem Oman und importierte Kaffee, Hölzer, Textilien, Gewürze und Reis.

Dhau Werft im Oman Dhau Herstellung

Heutzutage ist die Neuanfertigung eine Seltenheit, da moderne Schiffe effizienter und kostengünstiger sind. Es finden sich aber Bootsliebhaber, welche die alte Tradition schätzen, und so stirbt dieses Handwerk hoffentlich noch lange nicht aus.

Dhau Konstruktion Auf Deck, Dhau, Oman

01.02.2013: Ende meiner Omanreise im Wadi Tiwi

Der letzte Tag meiner Omanreise führt in eines der schönsten Trockenflußtäler, in das Wadi Tiwi. Eine enge, teils sehr steile Straße windet sich viele Kilometer hinein ins Tal. Ein letzter Höhepunkt meiner eindrucksvollen Omanreise.

Wadi Tiwi, Omanreise Wadi Tiwi im Oman
Palmen im Wadi Tiwi Wadis im Oman
Tal im Oman Dorf im Wadi Tiwi