Reisedoktor

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Franz Roitner

Begräbnis in Tana Toraja - Büffelschlachtungen - Tag 2

Wir starten um 7 Uhr früh und ich fahre mit meinem Guide Astor nochmals zur gestrigen Begräbnisstätte. Heute werden Büffel geschlachtet. Es ist sozusagen der Hauptakt der Begräbniszeremonie, denn die wertvollen Wasserbüffel werden nur zu Begräbnissen getötet und die Anzahl der Tiere gibt den sozialen Status der Familie wieder. Vor einigen Jahren, so erzählt mir Astor, wurden alleine bei einer Beerdigung insgesamt 200 Büffel geschlachtet. Die Familie, bei deren Begräbnis ich zu Gast bin, gibt sich bescheidener. Es werden sieben Tiere auf den Platz geführt. Wir sitzen alle in unseren Logen am Boden.

Wasserbüffel Sulawesi

Plötzlich entwischt ein Bulle nur wenige Meter vor mir. Wir springen alle auf, Panik macht sich breit, die Teegläser fliegen durch die Luft. Der Büffel rennt den Hang hinunter und ist außer Sichtweite. Außer dem Schrecken und ein paar blaue Flecken ist das nochmals gut ausgegangen. Die Menge beruhigt sich wieder, die Stimmung bleibt aber angespannt.

Begräbniszeremonie Büffelschlachtung

Der erste Schlächter bindet einen Wasserbüffel in der Mitte des Platzes fest. Genau in dem Moment verschwindet die Sonne hinter eine Wolke, es wird düster und die Anspannung steigt. Mit einem gekonnten Schnitt schlitzt der Schlächter die Aorta des Büffels auf und das Tier verendet vor meinen Augen.

Begräbnis Büffelschlachtung Wasserbüffel Tana Toraja

Der Vorgang wiederholt sich und am Ende liegen sechs tote Büffel in einer riesigen Blutlache in der Mitte des Platzes. Der siebte läuft noch irgendwo frei in der Gegend herum. Jetzt beginnt das Häuten und Zerlegen der Tiere. Ich beobachte noch eine Weile das Treiben und besinne mich wieder darauf, dass ich hier nicht auf einem Schlachthof bin, sondern an einem Begräbnis auf Sulawesi teilnehme.

Wasserbüffel Toraja Land