Reisedoktor

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Franz Roitner

Usbekistan: Auf der Suche nach dem Aralsee

Vom Uferrand blicke ich rund 20 Meter hinab auf neun Boote. Sie liegen fast nebeneinander. Weiter rechts stehen noch weitere zwei weitere Schiffe.

Aralsee ausgetrocknet Aralsee Usbekistan

Die Boote rosten am sandigen Seegrund vor sich hin. Kein Vogel am Himmel, keine Menschenseele weit und breit. Die Kulisse könnte für einen Film gemacht worden sein, ist aber traurige Realität.

Schiffswrack Aralsee

Bis in die 70er Jahren wurde am Aralsee intensiv Fischfang betrieben. Die verarbeiteten Fischkonserven wurden in die gesamte Sowjetunion verteilt. Die Fläche des Sees belief sich auf rund 68.000 km², und war damit fast so groß wie Irland. Heute ist nur mehr eine Ausdehnung von rund 8.000 km² übrig, die Reste des verbliebenen Sees ist hunderte Kilometer von hier entfernt.

Aralsee Fischerei Usbekistan Aralsee

Ich spaziere zwischen den verrosteten Booten umher. Die Motoren wurden entfernt, nur die Hülle ist bei der Austrocknung des Sees liegengeblieben. Über das Verschwinden des Wassers gibt es viele Theorien. Im sandigen Boden liegen leere Muscheln. Sie sind die letzten Zeugen von tierischem Leben im See. Ich hebe eine auf und lasse sie wieder fallen. Sie versinkt im Sand, so wie das Wasser verschwunden ist.

Aralsee Schiffswracks

Usbekistan: Stadtrundfahrt in der Hauptstadt Tashkent

Das Telefon am Nachtkästchen reißt mich aus dem Schlaf. Es ist stockdunkel, ich höre nur den Lärm von vorbeifahrenden Autos, der in mein Hotelzimmer dringt. „Hello?“ fauche ich schlaftrunken in den Hörer. „Wake up call“ erwidert der Rezeptionist. Ich blicke auf meine Armbanduhr, es ist 4 Uhr früh.

Um 9 Uhr werde ich von meinem Guide abgeholt. Entweder handelt es sich um ein Missverständnis oder der Nachtdienst im Hotel ist übermotiviert. Ich lege mich wieder ins Bett, an Schlaf ist nicht mehr zu denken.

Tashkent Altstadt

Was erwartet mich in Usbekistan? Meine Gedanken kreisen um das beim Reiseveranstalter Reisefieber Reisen gebuchte Programm. Die Rundreise bringt mich von West nach Ost, es wird ein Streifzug durch das ganze Land. Angelangt in der Stadt Samarkand falle ich wieder in den Schlaf. Um 8 Uhr läutet erneut das Telefon. Mein Reiseleiter ist schon da.

Ich stehe in der Altstadt von Tashkent und sehe das erste landestypische Tor am Eingang zu einer Moschee. Die feinen Fliesenornamente spiegeln sich in der Morgensonne.

Tashkent Medrese Kuppel Usbekistan

Es heißt Schuhe ausziehen und dann stehe ich alleine in der riesigen Gebetshalle. Die Kleidervorschriften in Usbekistan sind nicht allzu streng, Frauen haben ohne Kopftuch Zutritt. Überhaupt wird der Islam im gesamten Land nicht streng gelebt, erzählt mir mein Guide Alisher. Die Menschen essen Schweinefleisch, trinken Alkohol und nur wenige halten die Gebetszeiten ein.

Moschee in Tashkent Moschee Kuppel

Beim Eingang zur U-Bahn werden die Taschen kontrolliert. Nicht so streng wie am Flughafen, aber die Tasche muss man eigentlich geöffnet vorzeigen. Als Tourist werde ich vom Polizisten mit einem Lächeln durchgewunken. Umgekehrt wird man als Usbeke in Europa sicher besonders streng kontrolliert.

Großer Markt Tashkent Tashkent Markt

Am großen Markt versucht mir niemand irgendetwas aufzudrängen oder zu verkaufen. Freundliche Gesichter heißen mich willkommen. Unzählige Stände bieten Schwein-, Rind- oder Lammfleisch an. Selten habe ich so einen sauberen und geruchsarmen Fleischmarkt erlebt. Obst, Gemüse und Gewürze liegen für das Auge aufbereitet zum Kauf bereit.

Markt in Usbekistan Markthalle in Tashkent

Die frisch gegrillten Fleischspieße und die Reisspeisen riechen appetitlich. Leider habe ich noch keinen Hunger.

Schaschlik in Usbekistan Usbekistan Marktfrau

Myanmar - Meine Reise endet in Yangon

Die größte Stadt von Myanmar hat mich wieder. Vor drei Wochen bin ich in Yangon gelandet. Mit viel Vorfreude startete ich in das mir unbekannte Land. Begeistert kehre ich jetzt an den Ausgangspunkt zurück.

Reisefieber Myanmar Shwedagon Pagoda Yangon

Ich besuche zum zweiten und letzten Mal die Shwedagon Pagode, schön wieder hier zu sein. Die Sonne lässt das Gold immer noch funkeln und glänzen. Einheimische mit ihren schöne und bunten Gewändern pilgern wieder im Uhrzeigersinn um die Pagode. Touristen kreisen auch heute fotografierend im Safari-Outfit umher. Alles wie beim ersten Mal vor drei Wochen.

Shwedago Pagode

Nur bei mir selbst hat sich etwas geändert. Ich bin voll von Eindrücken und Erlebnissen. Myanmar ist ein großartiges Reiseland. Und ich bin müde. In den letzten Tagen ist es mir schon schwer gefallen Neues wahrzunehmen. Ich möchte jetzt nicht mehr weiterreisen. Meinen letzten Abend verbringe ich im „Feel“, dem wahrscheinlich besten Straßenrestaurant der Stadt.

Feel Restaurant Yangon Streetfoot Yangon

Ich freue mich auf zu Hause. Ich habe soviel in nur drei Wochen gesehen. Noch oft werde ich meine Fotos ansehen, mein Reisetagebuch lesen und von Myanmar erzählen. Ich bin zufrieden und glücklich. Genau so soll eine Rundreise enden.