Reisedoktor

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Franz Roitner

Ägypten: Fahrt nach Lalibela - Injera zum Mittagessen

Ein langer Fahrtag bringt mich heute nach Lalibela. Höhepunkt ist das Mittagessen. Wie so oft bestelle ich Injera, das für Äthiopien typische Fladenbrot, mit verschiedenen Beilagen.

Injera in Äthiopien

Nach einer langen Fahrt über Asphaltstraßen und Lehmpisten lande ich abends im Hotel Maribela. Das Zimmer mit Ausblick ist genial. Ein idealer Ort um sich mit meiner Reiseliteratur auf den nächsten Höhepunkt der Reise vorzubereiten.

Zimmer im Maribela Hotel Hotel Maribela Balkon

Der Sonnenuntergang vom Balkon ist grandios.

Sonnenuntergang in Lalibela

Äthiopien: Wanderung zur Felskirche Maryam Korkor

Die Nacht verbrachte ich in der Gheralta Lodge. Die Zimmer sind in Steinhäusern untergebracht, die stylische Inneneinrichtung sticht mir sofort ins Auge.

Gheralta Lodge Zimmer Gheralta Lodge

Von der weiten Grünfläche, die zur Lodge gehört, hatte ich gestern Abend und heute morgen einen schöne Blick auf einen großen Tafelberg. Ganz oben befinden sich mehrere Kirchen. Zwei davon werde ich heute besuchen.

Äthiopien Landschaft

Je näher wir dem Felsmassiv kommen, umso beeindruckender wird es. Die Morgensonne brennt schon ordentlich vom Himmel. Mit Sonnenhut, Fotokamera und einem Liter Wasser mache ich mich mit einem Führer auf den Weg.

Wanderung Maryam Korkor Äthiopien Wanderung

Der schweißtreibende und steile Aufstieg lohnt sich vor allem wegen der Aussicht.

Landschaft Äthiopien Wanderung Äthiopien

Die Innenräume der Kirche Maryam Korkor wurde großteils in den Fels gehauen.

Maryam Korkor Äthiopien

Nur der Zutritt erfolgt über einen gemauerten Zubau. Der Fels wurde ausgehöhlt, nur einige Säulen blieben als Stützen stehen. Ein imposanter Bau mit schönen Malereien.

Maryam Korkor Innen Maryam Korkor Mönch

Der Weg zur zweiten Kirche führt über einen 2-3 Meter schmalen Pfad entlang der Felsmauer. Mein Herz beginnt zu klopfen. Links von mir geht es hunderte Meter senkrecht in die Tiefe. Ich schaue rechts die Felswand nach oben.

Ich überlege kurz ob ich weitergehen soll. Meine Höhenangst sagt: Stopp, sofort retour in sicheres Gelände. Mein Neugier sagt: Hier komme ich wahrscheinlich nie wieder her. Die Neugier siegt, das Fotografieren lasse ich aber sein, ich konzentriere mich auf jeden meiner Schritte.

Weg zu Daniel Korkor Abgrund Daniel Korkor

Durch eine schmale Tür gelange ich in einen kleinen, in den Fels gehauenen Innenraum. Es ist überraschend hell. Ich betrachte die alten Fresken. Die Angst vor dem waghalsigen Rückweg steigt. Wie viele Besucher sind hier wohl schon runter gestürzt?

Ich versuche meine Panik zu verarbeiten und gehe hochkonzentriert den kurzen Weg zurück. Neben dem Beitritt zu einem Kletterverein, nach meiner Erfahrung von gestern, fasse ich nun auch eine Therapie gegen Höhenangst ins Auge. Die Kombination macht Sinn.

Eingang Daniel Korkor Daniel Korkor Innen

Äthiopien: Debre Damo - ein Klosterbesuch

Ich stehe vor einer Steilwand und blicke rund 15 Meter nach oben. Ich sehe ein kleine Holztüre. Von dort hängt ein etwa 8 cm dickes Seil herunter. Daneben hängt eine Schlaufe, ich glaube aus Tierhaut. Mein Führer bindet mir die Schleife zwei Mal um den Bauch und ehe ich noch lange überlegen kann, zieht jemand an dem Seil und ich bin auf den Weg nach oben.

Berg Debre Damo Anseilen für Debre Damo

Eigentlich habe ich Höhenangst. Geklettert bin ich auch noch nie. Warum mache ich das bloß,noch dazu in einem Land wie Äthiopien? Zumindest habe ich schon einmal einen Toyota als Rettungsauto verkleidet gesehen. Beruhigen tut mich dieser Umstand nicht wirklich.

Aufstieg Debre Damo

Ich lasse mich die fast senkrechte Wand nach oben schleppen. Das Ziegenleder drückt sich fest in meinen Oberkörper. Irgendjemand zieht kräftig nach oben. Das bringt mich schneller zum Ziel als die schwindenden Kräfte in meinen Armen. Ich habe kaum mehr Zeit um den Fuß in eine Nische in der Wand zu setzen. Hurra, geschafft! Ich bin oben. Der Liftboy macht keinen besonders kräftigen Eindruck. An dass Runterklettern denke ich vorerst einmal nicht.

Liftboy Debre Damo Seil Debre Damo

Warum ich mir das antue? Hier oben steht die wahrscheinlich das älteste noch erhaltene Kloster Afrikas südlich der Sahara. Ich bin gespannt. Nach ein paar Minuten erreiche ich die Klosterkirche. Mein erster Eindruck? Eine Alpenhütte. Ein neues Dach schützt den alten Bau. Angeblich stammt die Kirche aus 6. Jhdt. Nach Christus und wäre somit rund 1400 Jahre alt. Vor Feinden gut geschützt ist die Klosterkirche auf jeden Fall.

Debre Damo

Im Inneren zeigt mir ein Priester ein rund 500 Jahre altes Buch mit Seiten aus Ziegenhaut. Ich bewundere die glatten Holzbalken aus Olivenholz.

Debre Damo Innenansicht Debre Damo Buch

Im Turm daneben hängen zwei Glocken, die nur zu besonderen Anlässen geläutet werden. Von hier aus habe ich einen schönen Blick über die alte Kirche und die Wohnungen der 150 Mönche die im Kloster Debre Damo wohnen.

Es ist kurz vor der täglichen Nachmittagsmesse. Ich muss das Areal verlassen und lasse mich die Steilwand runter. Ich habe keine andere Wahl.

Glockenturm Debre Damo Debre Damo in Äthiopien

Von unten beobachte ich noch, wie Mönche ohne Bauchschlinge, nur mit dem Seil in der Hand, die Wand regelrecht empor laufen. Um mir die Schmach beim nächsten Mal zu sparen, plane ich zuhause einem Kletterverein beizutreten.

Aussicht Debre Damo Mönch Debre Damo