Reisedoktor

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Franz Roitner

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Blogbeiträge nach Ländern

Fahrt von Ribeira Grande nach Porto Novo

Das Wetter bleibt leider sehr dunstig. Mit einem gemieteten Taxi werde ich heute noch die Insel erkunden. Ich habe keine großen Erwartung wegen des Wetters, obwohl die Fahrstrecke heute über die laut Reiseführer schönste Bergstraße von Kap Verde führt.

Santo Antao Straße Santo Antao

Die Straße führt auf etwa 1500 Meter über einen Bergkamm. An der schmalsten Stelle ist der Berggrat gerade Mal so breit wie die gesamte Pflasterstraße. Rechts und links geht es hier fast senkrecht mehrere Hundert Meter in die Tiefe. Der Nebel lässt die Szenerie gerade noch ansatzweise erkennen.

Santo Antao Xoxo Cova auf Santo Antao

Oben auf dem Bergkamm besuche ich das Dorf Pico da Cruz. Die Straße führt durch dichte Wolken über die spektakuläre Landschaft. Der Wind weht stark, dies gibt der gesamten Szenerie noch einen weiteren gespenstischen Reiz.

Pico da Cruz Pico da Cruz im Nebel

Gespenstisch wird es in Porto Novo. Der Ort ist zugleich der Hafen der Insel.  Sobald die Fähren und die an- oder abreisenden Gäste verschwunden sind, kehrt Stille ein. Vor fast jeder Hausmauer lungert jemand herum. Der Wind pfeift durch die Straßen, der Sand fliegt durch die Luft. Ein Ort, wo auch ein amerikanischer Western hätte entstehen können.

Porto Novo auf Santo Antao Strand Porto Novo

Kap Verde: Wanderung durch das Paul Tal

Zwei Reise- und mein Wanderführer empfehlen eine Wanderung durch das Paul Tal. Start ist ein Krater,  wo es zuerst ein Stunde eine steile Kraterwand hinunter geht, dann führt der Weg entlang einer Plastersteinstraße durch das Tal bis zum Meer.  Da meine Beine vom Vortag schon ziemlich müde sind und ich meinen Knien die steile Passage ersparen will, drehe ich die einfach Tour um.

Wanderung Paultal Kinder Kap Verde

Ich starte vom Meer in Vila das Pombas und gehe die Straße in das Tal hinauf. Das Paul Tal gilt als eine der fruchtbarsten Gegenden auf der Insel. Während andere Teile der Insel schon Monate keinen Regen gesehen haben, fließt hier in der Talsohle sogar Wasser und auch von oben spüre ich ein paar Regentropfen. Links und rechts der Straße sehe ich Bananenstauden, Papayabäume und Zuckerrohr. Auf der Straße fahren nur Sammeltaxis und das auch selten, so kann ich ungestört auf den Plastersteinen talaufwärts marschieren.

Papaya Paul Tal

Nach rund 3 Stunden erreiche ich die Bar O Curral. Hier hat sich ein Österreicher niedergelassen, der aus Zuckerrohr der Umgebung hochwertigen Zuckerrohrschnaps brennt. Auf den Kap Verden wird dieses Getränk „Grogue“ nennt. Bevor ich verkoste, genieße ich köstliche selbstgemachte Aufstriche aus Ziegenkäse, Linsen und eine Art Liptauer.

Tor auf Santo Antao O Curral Paul Tal

Mit vollem Bauch verkoste ich dann ein paar Sorten Grogue. Der stärkste hat über 80% Alkohol, die Schärfe überdeckt alles. Ich erwerbe noch einen Liter vom 40% igen in Eichenfässern gereiften Zuckerrohrschnaps und mache mich überaus gut gelaunt 😉 auf den Heimweg.

Paul auf Santo Antao

Santo Antão - Anreise nach Ponta do Sol

Um 7 Uhr früh stehe ich am Schalter und löse mir ein Ticket für die Überfahrt mit der Fähre nach Santo Antão. Saharasand fliegt durch die Luft. Die Luft ist diesig und staubig. Die Sonne hat Mühe diese Mauer aus Sand zu durchbrechen.
Mindela Hafen Fähre Kap Verde

Achtzig Minuten später laufe ich im Hafen von Porto Novo auf der nördlichsten Insel von Kap Verde, auf Santo Antão ein. Mit einem Aluguer (einem Sammeltaxi) fahre ich mit anderen Reisenden in gemütlichem Tempo die Uferstraße bis an den nördlichsten Punkt der Insel. Der erste Eindruck ist grandios. Berge ragen steil aus dem Meer, rechts sehe ich die Wellen des Atlantiks am Ufer brechen, links blicke ich hinauf zu hohen Berggipfeln.

Santo Antao

In Ponta do Sol spaziere ich eine Runde durch den Ort und plane die nächsten Tage. Der Ort scheint gerade aus dem Dornröschenschlaf zu erwachen. Immer mehr Touristen kommen hierher, immer mehr Pensionen machen auf, und immer mehr Restaurants eröffnen.

Santao Antao - Ponta do Sol Ponta do Sol Straße

Wandern zählt zwar nicht zu meinen großen Hobbies, aber ich habe die Bergschuhe mit im Gepäck, denn Santo Antão will erwandert werden. Zwei Touren stehen auf meinem Plan. Ich versorge genügend Trinkwasser im Ort.

Ponta do Sol