Reisedoktor

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Franz Roitner

Ausflug in die Umgebung von Baracoa

Ich bleibe noch eine weitere Nacht in Baracoa und habe heute den ganzen Tag Zeit um die Umgebung zu erkunden. Mein erstes Tagesziel ist Rancho Tao. Sehr idyllisch und geschmackvoll wurde hier ein Terrassenrestaurant unter Palmen und inmitten von Kakaopflanzen direkt am Rio Tao errichtet. Zwei große Tische sind schon am Vormittag gedeckt, es werden wohl Busgruppen  erwartet.

Ich bin aber nicht wegen dem Essen hier, sondern möchte eine Bootsfahrt auf dem Fluss machen. Pablo erteilt mir zuerst eine Absage, heute Vormittag seien alle Boote für Gruppen reserviert. Ich sehe mich noch etwas um und plötzlich ist doch noch ein Platz auf einem kleinen Ruderboot frei. Gemächlich fahren wir auf dem  Rio Tao. Während sich die anderen sechs Gäste der deutschen Reisegruppe über den weiteren Verlauf der Bootsfahrt Gedanken machen („Wie lang wird das jetzt dauern? Wo fahren wir jetzt hin? Wo wartet der Bus auf uns?“), entdecke ich Krebse und einen Graureiher am Flussufer.

Rio Tao bei Baracoa Reiher auf Kuba

Warum man mit einer tonnenschweren Fotoausrüstung auf Bootsfahrt geht und dann blind für die Umgebung ist, kann ich nicht beantworten. Die anderen Gäste steigen enttäuscht aus dem Boot. „Was machen wir als nächstes? Wo ist unser Guide?“ geht das Gefrage weiter. Mir hat es gefallen, eigentlich war die Fahrt viel zu kurz.

Bootsfahrt auf dem Rio Tao

Auf der Finca Duaba führt mich ein kleiner Kakao-Lehrpfad durch die Umgebung. Die Kakaopflanzen sind voll mit Früchten behangen. Anschaulich wird die Verarbeitung der Bohnen zu Schokolade gezeigt.

Kakaofrüchte Kakaobohnen

Das Mittagessen schmeckt zwar nicht so köstlich kreolisch, wie in meinem Reiseführer steht, aber satt fahre ich weiter zum Playa Duaba. Vor mir erstreckt sich ein kilometerlanger mit Kokospalmen gesäumter Naturstrand. Ich wate durch das seichte warme Meerwasser, genieße die Sonnenstrahlen und das Rauschen des Meeres, ein perfektes Idyll.

Strand bei Baracoa

Baracoa - die älteste Stadt von Kuba

Mein heutiger Tag in Baracoa fängt gut an. Das Frühstück genieße ich auf der Dachterrasse meiner Privatunterkunft. Beim Obst wird nicht gespart und auch sonst gibt es zum Frühstück in den Casas Particulares immer ein Eigericht, Brot, Butter, Marmelade, Käse und manchmal auch Sandwiches. Heute stehen drei Thermoskannen für mich bereit. Kaffee, Kakao und Milch, dabei hätte ich gerne Tee zum Frühstück, der wird mir aber auch prompt gemacht. Auch wenn die Zimmer meistens ziemlich klein sind, übernachte ich lieber in Casas als in Hotels. So ist man näher am kubanischen Leben dran.

Frau in Baracoa Frühstück in meiner Casa Particular

Gut gestärkt mache ich mich auf den Weg in die Stadt. Um mir einen Überblick über Baracoa zu verschaffen, steige ich die Stufen zur alten Festungsanlage empor. Mittlerweile wurde die Festung in ein Hotel umgewandelt. Die Sonne heizt schon am Morgen kräftig ein und die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch. Am Horizont ziehen Wolken auf und ein paar Minuten später kommt der erlösende Regen und die Abkühlung. Das Wetter ändert sich heute ständig: Sonne, Wolken, Regen, Sonne, Regen, und das alles in einer Stunde.

Baracoa

Mein nächstes Ziel ist das archäologische Museum. Noch vor dem nächsten Regenschauer erreiche ich das Museum, das in einer Höhle untergebracht ist. Hier erfahre ich alles über die ersten Besiedler der Insel Kuba. Sie stammten aus Venezuela und erreichten per Boot die Bucht Baracoas. Die Höhlen dienten ihnen als Begräbnisstätten. Ausgestellt sind Werkzeuge und Reliquien. Ein schmaler Weg führt auf eine Aussichtsplattform, wo man einen wunderschönen Blick auf die Stadt und die Bucht hat, doch es schüttet wie aus Kübeln.

Museum in Baracoa Archälogisches Museum Kuba

Im Zentrum von Baracoa gibt es eine kleine Fußgängerzone. Direkt vor der Kirche am Hauptplatz sitzen Kubaner und Touristen mit ihren Smartphones und nutzen die Internetverbindung. Ich spaziere lieber durch die Seitengassen, denn hier mache ich immer die spannendsten Entdeckungen.

Baracoa Zentrum
Baracoa bei Nacht

Fahrt von Cayo Saetia nach Baracoa

Bei der Reiseplanung ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich auch die älteste Stadt Kubas besuche. Die Stadt Baracoa liegt ganz im Osten direkt am Meer. Die Fahrt dorthin ist ziemlich anstrengend, besteht die Straße ab Moa doch mehr aus Schlaglöchern denn aus Asphalt. Nach drei Stunden erreiche ich den Humboldt Nationalpark. Es werden zweistündige Exkursionen angeboten. Ich nehme mir vor den Park am nächsten Tag zu besuchen, denn jetzt bin ich zu müde und Hunger habe ich auch.

Humboldt Nationalpark Kuba Strasse auf Kuba

Nach einer weiteren Stunde über Stock und Stein komme ich endlich in Baracoa an. Das Casa Particulare, wo ich die nächsten drei  Nächte verbringe, ist schnell gefunden. Ebenso schnell bin ich bei der Wahl des Restaurants. Für die 120 km habe ich vier Stunden gebraucht. Erholung in Form von frischen Garnelen mit Bananenchips steht auf meinem heutigen Programm. Baracoa ist berühmt für die Zubereitung von Meeresfrüchten.

Casa Particulare Paladar Kuba