Reisedoktor

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Franz Roitner

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Blogbeiträge nach Ländern

Reisetagebuch Sardinien 2016 - Segeltörn mit Italycharter

Karte von Sardinien

25.07.2016: Ankunft auf der Insel San Pietro – Sardinien

Mit einer Fähre gelange ich heute morgen auf die Insel San Pietro. Gleich neben dem Fährhafen liegen Segelboote und Motoryachten vor Anker. Bevor ich mich auf die Suche nach meinem Segelboot begebe, genehmige ich mir einen Espresso in einer der vielen Bars am Hafen.

Carloforte Hafen

Die nächsten fünf Tage werde ich auf dem Segelboot mit dem Namen „Nuvola“ verbringen. In der Marina suche ich jetzt mein Boot. Da kommt mir auch schon Francesca entgegen. Sie ist Eignerin von der „Nuvola“ und Gründerin der Agentur www.italycharter.it.

Italycharter Sardinien

Wir beschließen heute nicht mehr auszufahren und ich spaziere durch die schmalen Gassen der kleinen Stadt Carloforte. Ich spreche abgesehen von ein paar Wörtern (un birra, un cafe) leider kein Italienisch. Mir fällt aber gleich auf dass der Umgangston zwischen den Menschen ein etwas rauerer ist, als zum Beispiel an der Adriaküste, wo sich die Italiener am liebsten in den Armen liegen. Vielleicht liegt das ja auch an der rauen See hier? Zugegeben, der starke Wind macht mir etwas Sorgen. Vielleicht ist es morgen etwas ruhiger, vielleicht ist es einfach der Respekt vor hohen Wellen. Ich habe auf jeden Fall vollstes Vertrauen in meine Skipperin Francesca und ihrem Mann Federico, der ebenfalls mit an Bord sein wird.

Carloforte Gasse Carloforte Sardinien

Am Abend mache ich mich mit einem Guide auf den Weg um die Insel zu erkunden. Vom Leuchtturm im Norden der Insel habe ich einen Blick auf die steile Felsen, die aus dem Meer ragen. Von hier oben leuchtet das Meer in vielfältigen Grün- und Blautönen.

Insel San Pietro

Die Insel San Pietro ist recht klein und so fahren wir jetzt ganz in den Süden. Bei einem Glas sardinischen Weißwein beobachte ich, wie sich die Sonne dem Horizont nähert und schwupps, schon ist sie weg.

Sonnenuntergang Sardinien

26.07.2016: Sardinien – wir stechen mit Italycharter in See

Heute früh geht es los und wir stechen in See. Meine erste Frage gilt dem Bootsnamen. Nuvola heißt Wolke. Ob wir auch so schnell segeln werden, wie die Wolken über unseren Köpfen ziehen? Der Mistral lässt auf guten Wind hoffen, oder weht er vielleicht zu stark? Ich und das Segeln, dazu sei folgendes gesagt: zwei Segeltörns habe ich schon miterlebt. Das erste Mal war es eine 3-Tages-Tour zu den Whitsunday Islands in Australien und das zweite Mal war ich auf einem Katamaran eine Woche in der Karibik unterwegs. Ich war jeweils ein passiver Gast an Bord.

Italycharter

Vor ziemlich genau sieben Jahren wurde ich dann aktiv und ich absolvierte einen Segelkurs am Neusiedlersee. Seither bin ich stolzer Besitzer des A-Scheins. Der Kurs hatSpaß gemacht, aber mein Respekt vor dem Wasser ist groß und so bleibe ich lieber passiver Segeltörnteilnehmer. Vielleicht darf ich ja mal eine Leine festziehen oder beim Segelsetzen helfen und das Gelernte ist mir in Erinnerung geblieben. So blöd stelle ich mich gar nicht an.

Segel setzen Segelreise Sardinien

Ein Fender ist ebenfalls kein Fremdwort mehr für mich. Meine Skipperin ist Italienerin und spricht Englisch. Den englischen Namen für Fender weiß ich jetzt zwar nicht, aber die Abläufe auf einem Segelboot sind mir zum Glück nicht ganz fremd.

Segelcharter Italien

Am Abend suchen wir eine halbwegs windgeschützte Bucht. Gleichzeitig mit einem stimmungsvollen Sonnenuntergang legt sich auch der Wind schlafen und müde vom Wind und der Sonne folge ich ihm bald.

Italycharter Sonnenuntergang

27.07.2016: Von Bucht zu Bucht auf Sardinien

Aufstehen und im Meer Schwimmen gehen. So begann mein gestriger Morgen und mein heutiger beginnt ebenfalls so. Nirgendwo ist man dem Meer so nahe wie auf einem Boot. Das Wasser ist glasklar und hat eine angenehme Temperatur. Mit meiner Schwimmbrille beobachte ich die kleinen Fische unter mir. Auf meinem Segelschiff gibt es eine gute Kaffeemaschine. Zum Espresso nehme ich mir mein Buch zur Hand. Gibt es einen besseren Ort um eine Buch zu lesen?

Segeltörn Sardinien Italycharter - Bootscharter

Bevor wir zur nächsten Bucht weitersegeln, gehen wir kurz an Land, Einkäufe müssen erledigt werden. Ich setze mich in die Strandbar, genieße einen Drink und beobachte das Gewusel der Strandbesucher. Porto Pino auf Sardinien ist ein kleiner Ferienort, viele Boote säumen den Kanal und warten auf die Bootseigner um endlich wieder einmal ausgefahren zu werden.

Porto Pino Sardinien Strand auf Sardinien

Wir segeln weiter und heute darf ich das Steuerrad übernehmen. Beide Segel sind gesetzt und mit Wind von achtern steuere ich entlang der Südküste von Sardinien. Es ist besonderes Gefühl so ein Segelboot zu steuern. Ich bin aber froh nicht die Verantwortung über das Schiff zu haben. Francesca sitzt immer in der Nähe, beobachtet Wind und Wellen und kann im Notfall sofort eingreifen.

Segeln auf Sardinien

Immer wieder tauchen kleine Buchten mit feinen Sandstränden auf. Wir wählen eine als Ankerplatz und die untergehende Sonne beschließt auch heute den Tag. Segeln macht durstig und hungrig. Heute steht ein Grillabend am Programm, die Sterne sind unsere Zeugen.

Abendessen am Boot Segelboot Abendessen

28.07.2016: Die archäologischen Ausgrabungen von Nora – Sardinien

Heute früh segeln wir weiter ostwärts und ich teste meine neue 360° Grad Kamera.

An der Küste Sardinens befinden sich insgesamt 60 Wachtürme. Von jedem Turm sieht man bis zum nächsten und so konnten die Wächter die gesamte Küstenlinie von Sardinien beobachten. Der Torre di Nora steht ganz in der Nähe unseres Ankerplatzes, den wir zur Mittagszeit erreichen.

Ausgrabungen Nora

Dieser Ort war bereits den Phöniziern bekannt. Sie errichteten einen Handelsposten, der später von den Römern eingenommen wurde. Ich schließe mich einer obligatorischen Führung der archäologischen Stätte an. Aufwändige Bodenmosaike erinnern noch an die alten römischen Bäder. Heute badet man an den umliegenden Stränden.

Bodenmosaik Nora Sardinien Sardinien Ausgrabungen

Gegen Abend kommen noch mehr Segelboote in die Bucht. In der Hängematte auf unserem Boot lasse ich den Tag ausklingen.

Italycharter Hängematte Torre di Nora Sardinien

29.07.2016: Ein Tag in der Bucht von Chia – Sardinien

Nach ein paar Tagen als Gast auf dem Segelboot verlangsamt sich mein Tagesablauf. Ich wache Tag für Tag später auf, nehme ein erfrischendes Bad im Meer und setze mich mit einem Espresso an Deck. Einfach in den Tag reinleben, keinen Plan haben, die Sonne und den Wind spüren, und das direkt auf dem Meer: kann Urlaub noch besser sein?

Segelurlaub auf Sardinien Strand auf Sardinien

Mit dem Beiboot bringt mich Francesca am Nachmittag an den Strand. Es ist kaum ein Hauch von Wind zu spüren, die Sonnte brennt vom Himmel. Ich gehe den Weg zum Torre di Chia hinauf und komme ins Keuchen. Die Anstrengung lohnt sich aber doch. Der Blick über die Bucht ist traumhaft schön. Das kühle Bier in der Strandbar schmeckt gleich doppelt so gut.

Torre di Chia auf Sardinien

Zum Schwimmen kehre ich aber gerne auf unser Segelboot zurück. Hier habe ich meine Ruhe und beobachte das Strandtreiben vom Wasser aus. Während ich so das Leben genieße, fängt Federico ein paar Fische, die wir dann am Abend bei einer Flasche Wein verzehren. Vorab gibt es wie immer Salami und sardisches Brot.

Frischer Fisch Sardische Spezialität

Leider ist das meine letzte Nacht an Bord. Morgen muss ich meine Kabine verlassen, der Rückflug nach Wien ist gebucht. Schade, das Leben an Bord hat mir gut gefallen.

Die Sardinien Reise wurde von Italycharter unterstützt. Vielen Dank.

Italycharter